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Handball-Nationalteam : Nur das Verletzungspech stört den Spaß vor der EM

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Wird der Rückhalt rechtzeitig zur EM wieder fit? Henning Fritz Bild: picture-alliance/ dpa

Mit zwei klaren Siegen starteten die deutschen Handballer stark in die heiße Phase vor der EM. Während es im Angriff schon gut läuft, macht sich Trainer Heiner Brand Sorgen um die Abwehr. Kummer bereitet ihm auch die Verletzung von Torwart Henning Fritz.

          Mit Spaß-Handball haben die deutschen Weltmeister einen gelungenen Start ins Olympia-Jahr gefeiert, eineinhalb Wochen vor EM-Beginn aber auch noch Steigerungspotential erkennen lassen. Einen Tag nach dem leichten 33:26 (16:10)-Erfolg bei der Länderspiel- Premiere in Rostock deklassierte der Gastgeber am Sonntag in Schwerin den weitgehend harmlosen EM-Teilnehmer Montenegro mit 47:27 (25:13).

          „Das war ein Vorbereitungsspiel, das allen gut getan hat. Auch mir hat es Spaß gemacht, zuzuschauen“, sagte Bundestrainer Heiner Brand, „aber es besteht kein Grund zu überschäumender Freude. Wir müssen noch einiges tun, um das Niveau zu erreichen, um bei der EM bestehen zu können“, sagte Bundestrainer Heiner Brand. Vor 5843 Zuschauern in der ausverkauften Sport- und Kongresshalle warfen gegen den Aufbaugegner Dominik Klein (Kiel/7), Stefan Schröder (Hamburg/6) und Lars Kaufmann (Lemgo/6) die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

          Bangen um Torwart Henning Fritz vor der EM

          Dabei präsentierte sich die „Mannschaft des Jahres“ in Spiellaune, offenbarte jedoch vornehmlich im ersten Vergleich noch Schwächen in der Defensive. „Es ist noch nicht alles so, wie es in zehn Tagen sein soll, vor allem in der Abwehr. Da werden wir in der nächsten Woche ansetzen müssen, um Stabilität reinzubringen“, kündigte Brand an.

          Dem sportlich gelungenen Jahreseinstand stand einmal mehr das schon gewohnte Verletzungspech gegenüber. Wegen eines Sehnen-Teilabrisses im kleinen Finger der rechten Hand muss Torhüter Henning Fritz um seine Teilnahme an der Europameisterschaft vom 17. bis 27. Januar in Norwegen bangen.

          „Das sieht schlimmer aus als es ist“

          Schon am Sonntag war er aus dem Mannschaftsquartier nach Bad Neustadt an der Saale abgereist. Dort soll in einer eingehenden Untersuchung bei einem Handspezialisten an diesem Montag geklärt werden, ob der Schlussmann von den Rhein-Neckar Löwen operiert werden muss oder mit einem geschienten Finger spielen kann. „Das sieht schlimmer aus als es ist“, sagte der ehemalige Welthandballer mit Blick auf seine dick verbundene Hand.

          Er ist sich sicher, dass er zu den abschließenden EM-Tests am 12. Januar in Aarhus und einen Tag darauf in Kiel jeweils gegen den WM-Dritten Dänemark, spätestens aber zum EM-Auftakt in Bergen gegen Weißrussland wieder zur Verfügung steht. „Ich kehre am Montagabend zur Mannschaft zurück und dann geht es weiter mit der EM-Vorbereitung“, verkündete Fritz zuversichtlich. Dennoch bestellte der Bundestrainer zur Sicherheit den Magdeburger Silvio Heinevetter ins Trainingslager nach Damp nach.

          Sorgen in der Abwehr, Freude am Angriff

          Doch während Brand sich gegen Montenegro auch auf die beiden anderen Torleute Johannes Bitter (Hamburg) und Carsten Lichtlein (Lemgo) verlassen konnte, sorgt sich der Bundestrainer noch um seine Deckung. Das sonstige Prunkstück um Abwehrchef Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) wurde selbst von den zweitklassigen Montenegrinern einige Male durcheinander gewirbelt. „Da war zu wenig Bewegung im Mittelblock“, monierte Brand. Als Ursache nannte er die harte Belastung in den ersten beiden Trainingstagen vor den Länderspielen sowie bislang mangelnde Zeit, um die Abläufe aufzufrischen.

          Dagegen glänzte der Weltmeister in der Offensive mit sehenswerten Kombinationen und Abschlussstärke vor dem Tor. Der Angriffswucht der Hausherren hatte Montenegro, das sich durch zwei Siege über Portugal erstmals für die EM qualifiziert hat, nur Torjäger Alen Muratovic und Engagement entgegenzusetzen. Dies war jedoch bei weitem zu wenig, um die DHB-Auswahl ernsthaft herauszufordern.

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