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Handball-Nationalmannschaft : Das Ticket für die EM 2020 ist gebucht

  • Aktualisiert am

Aufgabe erledigt: Die deutschen Handballer fahren zur EM. Bild: dpa

Die deutschen Handballer haben sich für die EM 2020 qualifiziert. Nach dem Sieg gegen Polen kann Bundestrainer Prokop für das Turnier im Januar planen. Auf den Coach und die meisten seiner Spieler wartet aber noch viel Arbeit.

          Uwe Gensheimer war stolz. Nach dem 29:24 (16:16) gegen Polen und der damit perfekten EM-Qualifikation ließen sich der Kapitän und die deutschen Handballer noch lange vom Publikum in Halle/Westfalen feiern. Dank seiner zehn Treffer ist der Weltklasse-Linksaußen mit nun 828 Toren drittbester Schütze in der Geschichte des Deutschen Handballbundes (DHB). „Das ist eine schöne Auszeichnung“, sagte Gensheimer, der auch von Bundestrainer Christian Prokop gelobt wurde. „Er hat heute eine richtig fantastische Leistung gebracht“, sagte der 40-Jährige.

          In der ewigen DHB-Torschützenliste zog der 32-Jährige mit nun 828 Treffern an Florian Kehrmann (822) vorbei und ist nun drittbester Torjäger in der Historie des Verbandes. Nur Christian Schwarzer (966) und Frank Michael Wahl (1412) stehen noch vor ihm. „Wenn man sich so ein Klassement anschaut, macht es einen schon stolz“, sagte Gensheimer. Genauso freute es den Kapitän, dass die deutsche Mannschaft zwei Spiele vor Abschluss der EM-Qualifikation mit nun 8:0-Punkten nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze ihrer Gruppe zu verdrängen ist. Damit kann Prokop frühzeitig für das Turnier im Januar in Norwegen, Schweden und Österreich planen.

          Außer Gensheimer fand aber nahezu keiner der deutschen Spieler vor den 10.400 Zuschauern in der ausverkauften Arena zu seiner Topform. In der Offensive vergab die DHB-Auswahl teils beste Gelegenheiten - und auch in der Abwehr offenbarte Prokops Mannschaft vor allem im ersten Durchgang ungewohnte Schwächen. Schon zur Halbzeit hatte der WM-Vierte 16 Gegentore kassiert und damit beinahe so viele wie beim souveränen 26:18-Hinspielerfolg in Polen am vergangenen Mittwoch insgesamt. „Wenn die Abwehr nicht so funktioniert, dann kommen wir auch nicht ins Tempospiel“, bemängelte Prokop. Dass es nicht noch mehr Gegentreffer waren, lag an Torhüter Silvio Heinevetter, der gerade in der Anfangsphase gute Paraden zeigte.

          Ansonsten haperte es im deutschen Spiel an vielen Stellen. Prokop hatte vor der Partie Torgefahr aus dem Rückraum gefordert, aber Fabian Böhm und Steffen Weinhold sowie die Kreisläufer Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek verpassten es, für eine beruhigende Führung zu sorgen. Die Polen dagegen nutzten viele ihrer Gelegenheiten und lagen nach zehn Minuten erstmals in Front. Erst drei Minuten vor der Pause konnte die DHB-Auswahl das Spiel wieder zu ihren Gunsten drehen - aber die teils erschreckende Chancenverwertung setzte sich auch zu Beginn des zweiten Durchgangs fort.

          Immer wieder scheiterten die Würfe aus dem Rückraum an Polens phasenweise überragendem Torhüter Mateusz Kornecki. Dass die international zweitklassigen Gäste nicht davonzogen, lag allein an ihren spielerischen Mängeln. Stattdessen fand die DHB-Auswahl zumindest etwas besser ins Spiel und baute ihre Führung aus. Mit Blick auf die EM hat Prokops Mannschaft bis auf Gensheimer und den auch im zweiten Durchgang starken Heinevetter aber noch großes Steigerungspotenzial.

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