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Handball : Kiel zum elften Mal auf dem Handball-Thron

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Die Meisterschale ist wieder in Kieler Hand Bild: dpa/dpaweb

Zum elften Mal hat der THW Kiel den deutschen Meistertitel im Handball gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Zvonimir Serdarusic setzte sich im letzten Bundesliga-Pflichtspiel bei der HSG Düsseldorf 36:30 durch.

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          Der Sekt spritzte nach dem Gewinn der elften deutschen Handball-Meisterschaft, und die Anspannung einer harten Saison verwandelte sich bei den Spielern des THW Kiel in überschäumende Freude: „Der Titelgewinn ist für mich eine Riesen-Sensation. Ich bin einfach glücklich“, meinte Kiels Welthandballer Henning Fritz nach dem entscheidenden 36:30-Sieg bei der HSG Düsseldorf am letzten Spieltag jubelnd.

          Auch seine Team-Kollegen hüpften auf dem Parkett der Philipshalle ausgelassen wie kleine Kinder herum. Bei der Übergabe der Schale durch Präsident Ulrich Strombach vom Deutschen Handball-Bund (DHB) und Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann kullerten bei einigen Kielern angesichts einer Saison der Superlative sogar Freudentränen. „Das war über die gesamte Spielzeit die beste THW-Leistung, seit ich hier Trainer bin. Auf diese Mannschaft bin ich stolz“, schwärmte Coach Noka Serdarusic (Ergebnisse Handball).

          Flensburger Endspurt kam zu spät

          Mit einem Charterjet flogen die frisch gekürten Titelträger, die stolz ihre Champions-T-Shirts („Deutscher Meister 2005 - Wieder zu Hause“) präsentierten und im Rheinland von rund 1500 mitgereisten Fans unterstützt wurden, nur wenig später zurück an die Förde. Bei der Party auf dem Kieler Rathausplatz wurden am Sonntag abend rund 20.000 Menschen erwartet. Verfolger und Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (34:31 beim TBV Lemgo) konnte den Zwei-Punkte-Rückstand im Schlußspurt nicht mehr wett machen, durfte sich aber mit dem Triumph im DHB-Pokal trösten.

          Heinrichs trifft für Düsseldorf, doch Kiel gewinnt - und wird Meister

          Der Coup 2005 war der elfte Meistertitel für Kiel, damit haben sich die Norddeutschen eng an die Fersen von Rekordchampion VfL Gummersbach (zwölf) geheftet und den Erzrivalen aus Flensburg wieder abgelöst. Die Zahlen der Erfolgssaison sprechen auch deutlich für den „FC Bayern des Handballs“: 27 Spiele in Folge und 235 Tage blieben die Kieler ohne Niederlage - und feierten ihren insgesamt 15. Titel in elf Jahren. In erster Linie Serdarusic hat zusammen mit Manager Uwe Schwenker die meisten Kapitel dieser Erfolgsstory geschrieben. „Noka und ich sind wie ein Ehepaar. Wir wissen, was wir an uns haben, und daß wir nichts Besseres kriegen“, schwärmt Schwenker von der Zusammenarbeit. Das Gespann, seit 1993 gemeinsam in Amt und Würden, ist verantwortlich für acht Meisterschaften in nur elf Jahren. Den dritten Champions-League-Platz sicherte sich der SC Magdeburg (32:26 gegen Pfullingen).

          „Wie ein Ehepaar“

          International vertreten wird die Bundesliga zudem von der HSG Nordhorn (Pokalsieger-Wettbewerb) sowie im EHF-Cup von Lemgo, Gummersbach und Cupverteidiger Tusem Essen. Sollte es allerdings beim Lizenzentzug für Essen bleiben, würde FA Göppingen als Vierter des Final-Four-Pokalturniers in den Europacup rutschen. Absteiger sind Post Schwerin und Pfullingen, während GWD Minden seine Chance zum Klassenverbleib in der Relegation gegen Eintracht Hildesheim oder die SG Kronau-Östringen aus der zweiten Liga nutzen will.

          Einer der ersten Gratulanten zu Kiels Triumph war Flensburgs Geschäftsführer Thorsten Storm („Kiel ist ein würdiger Meister“), der die Meisterschale nach einem Jahr Aufenthalt an der dänischen Grenze zurückschicken mußte. Serdarusic entfloh den ersten Jubelstürmen in Düsseldorf und sperrte sich nach dem entscheidenden letzten Schritt - wie gewohnt - allein in seine Kabine ein. Ursprüngliches Saisonziel der „Zebras“ war einer der drei Plätze, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen. Dafür hatten sich die Kieler mit dem schwedischen Linksaußen Henrik Lundström und dem Norweger Frode Hagen vergleichsweise bescheiden verstärkt.

          Tatsächlich aber schienen die hohen Ziele zunächst schon früh außer Sichtweite zu geraten. Nach zwei Niederlagen startete der THW mit 8:4 Zählern in die Punktrunde. Mit der Traumserie von 27 Spielen ohne Niederlage und 52:2 Punkten in Folge allerdings hängten Christian Zeitz und seine Kollegen ihre Konkurrenz danach aber noch ab. Für die ins Rheinland mitgereisten Fans, die zur Party auf dem Rathausplatz nicht rechtzeitig wieder zurück in Kiel sein konnten, wartet eine besondere Belohnung. Kapitän Lövgren plünderte die Mannschaftskasse und gibt den Anhängern am Montag in der Kieler Forstbaumschule 1000 Liter Freibier aus.

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