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Handball im Fußballstadion : Jubel, Trubel, Weltrekord

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Ach, da unten wird Handball gespielt? Die Zuschauer in Frankfurt haben den Überblick Bild: dpa

„Wir sind Weltrekord“: 44.189 Menschen sehen am „Tag des Handballs“ in der Frankfurter WM-Arena den Sieg der Rhein-Neckar Löwen gegen den HSV Hamburg. Die Zuschauer begeistert vor allem das Spiel der Prominenten.

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          Das riesige Banner über den Rängen im Stadion ließ keinen Zweifel zu, noch bevor es offiziell war: „Wir sind Weltrekord“, stand da in großen Buchstaben, und zwar lange bevor die Besucherzahl am „Tag des Handballs“ im Stadion am Stadtwald verkündet wurde. 44.189 Besucher waren es am Ende, der alte Weltrekord aus Dänemark von 36.651 Zuschauern, aufgestellt 2011 im Meisterschaftsfinale zwischen AG Kopenhagen und BSV Bjerringbro-Silkeborg, war geknackt. Bei der Verkündung zwischen dem „Legendenspiel“ und der Bundesliga-Partie, die letztlich die Rhein-Neckar Löwen 28:26 gegen den HSV Hamburg gewannen, war der Jubel entsprechend groß.

          Kurz vor dem Einlauf der Erstligaklubs schossen Flammen neben dem Spielfeld in die Höhe, und das Fußballstadion war für Handballverhältnisse beeindruckend voll. Am Ende hatten die „Löwen“ nach ihrem vierten Sieg die Tabellenführung mit nunmehr 8:0 Punkten gefestigt. „Der Weltrekord ist ein schöner Begleiteffekt. Das Rundherum ist für mich viel wichtiger“, sagte Uwe Schwenker, Präsident des Ligaverbandes HBL.

          Promi-Spiel und Jugendturnier

          Und auch sonst trat, zumindest was das Wetter angeht, ein, was sich die Handballfunktionäre vorgestellt hatten: Sonnenschein den ganzen Tag, schon am Morgen konnten die ersten Spiele des Jugendturniers vor dem Stadion ausgetragen werden, ohne dass jemand nass wurde. Um die Arena herum flanierten die Massen, ließen sich mit Pokalen der Handball-Bundesliga ablichten oder feuerten ihre Idole an, die beim Siebenmeterwerfen antraten.

          Von der Tribüne sehen die Spieler fast aus wie Figuren Bilderstrecke
          Von der Tribüne sehen die Spieler fast aus wie Figuren :

          So schön das Wetter für einen solchen Tag auch war, das wirklich Interessante für die Zuschauer war neben der Bundesliga-Begegnung das Promi-Spiel am späten Nachmittag. In beiden Mannschaften waren zahlreiche ehemalige Handballprofis dabei: Christian Schwarzer, Henning Fritz oder Markus Baur, Kapitän der deutschen Weltmeisterschaftsmannschaft von 2007. Auch handballfremde Prominente wie der frühere Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder oder der als Komiker geltende Oliver Pocher spielten mit. Der Sieger fiel am Ende doch relativ deutlich aus: 27:22 gewann die Mannschaft von Stefan Kretzschmar.

          Für Heiner Brand, Weltmeistertrainer von 2007, der an diesem Tag das Team von Kretzschmar von der Seitenlinie aus steuerte, trug der Tag auf jeden Fall für eine „positive Wahrnehmung“ des Sports bei, der dem Handball „guttun“ werde. Auf einer Podiumsdiskussion der Deutschen Sporthilfe zu Beginn des Tages hieß es aber auch, dass eine reine Spaßveranstaltung nicht ausreiche, um den Sport langfristig wieder weiter nach vorne zu bringen.

          Das war der Tag des Handballs nicht ausschließlich, durch das Jugendturnier schafften es die Organisatoren, mehr als nur Show auf die Beine zu stellen. Aber Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann hatte schon vorab deutlich gemacht, dass ein solcher Tag kein „strategischer Meilenstein“ des Handballs sein werde. Sein Wunsch vom vergangenen Montag ging indes nicht in Erfüllung, trotz des Sonnenscheins: „Wenn das Wetter gut ist, warum nicht das Stadion komplett füllen?“

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