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Handball : Heiner Brands Team am Tiefpunkt

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Die Leiden des Bundestrainers Heiner Brand Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Drei deftige Niederlagen und eine vernichtende Kritik von Bundestrainer Heiner Brand: Neun Monate vor der Handball-WM im eigenen Land hat die ersatzgeschwächte deutsche Nationalmannschaft beim Vierländerturnier über Ostern in Paris Lehrgeld bezahlt.

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          Fehlende Führungsspieler, mangelnde Einstellung und indiskutable Vorstellungen: Neun Monate vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land sind die deutschen Handball-Männer an einem Tiefpunkt angelangt. Drei herbe Niederlagen und der abgeschlagene letzte Platz beim Vier-Nationen-Turnier in Paris deckten die Schwächen gnadenlos auf und lösten bei Bundestrainer Heiner Brand den größten Frust seiner Amtszeit aus.

          „Mit etwas Abstand werde ich das Turnier noch einmal aufs Genaueste analysieren. Aber solche drei klaren Niederlagen in Folge habe ich noch nie erlebt“, sagte Brand ernüchtert und würde am liebsten ein Exempel statuieren: „Gäbe es in der Bundesliga echte Alternativen, ich müßte über personelle Konsequenzen nachdenken. Eigentlich müßte man jetzt ein Zeichen setzen.“ Vor allem die Stammkräfte in seiner „B-Auswahl“ zogen sich den Zorn des Bundestrainers zu. Denn wie bei den Niederlagen gegen den EM-Dritten Dänemark (23:32) und Tschechien (25:34) waren auch bei der abschließenden 25:35-Lektion durch Europameister Frankreich am Ostersonntag vor allem die gestandenen Akteure ein Schatten ihrer selbst. So blieben die Hamburger Pascal Hens und Torsten Jansen sowie der Kieler Christian Zeitz während des gesamten Turniers weit unter ihrem Leistungsvermögen. „Sie sollten Führungsaufgaben übernehmen, haben dies aber nicht getan. Einzige Ausnahme waren vielleicht die Torhüter“, kritisierte Brand.

          Zu viele eklatante Fehler

          Wegen der prekären Personalsituation hatte der Bundestrainer keine Wunder erwartet. Immerhin fehlten ihm gleich zehn Spieler aus der Mannschaft, die vor elf Wochen EM-Fünfter geworden war. So war Brand mit einem Not-Team, in dem Michael Haaß (Düsseldorf) und Michael Spatz (Gummersbach) ihr Länderspieldebüt gaben, zum „Turnier der Legenden“ gefahren, um seine zweite Reihe zu testen. Daß dies jedoch mit einer Blamage enden würde, hatte er nicht geahnt. „Es gab einfach zu viele eklatante Fehler, die ich von gestandenen Bundesliga-Spielern nicht erwartet hätte. Das alles ist schwer zu erklären. Natürlich fehlten zehn Spieler, aber von denen, die dabei waren, hätte ich mit einigen Ausnahmen mehr erwartet.“

          Zu den wenigen Lichtblicken zählte Neuling Haaß, der insgesamt sieben Treffer erzielte. „Er hat solide gespielt, er war eine positive Erscheinung“, sagte Brand. In allen drei Spielen lief bei der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) fast nichts zusammen. Brand monierte Konzentrationsmängel, eine Vielzahl von Fehlwürfen und Unachtsamkeiten in der Abwehr. Während die Probleme in der Defensive dadurch zu erklären waren, daß das Team noch niemals in dieser Formation zusammengespielt hatte, stimmten Brand die Schwachstellen im Spielaufbau und im Abschluß nachdenklich. „Uns fehlte jemand, der Regie führen kann. Die vielen einfachen Fehler sind unfaßbar, da hat teilweise das Elementarste gefehlt“, sagte der Bundestrainer und ging mit seinen Spielern hart ins Gericht. Der Gummersbacher Mittelspieler Michael Hegemann sah es ähnlich. „Natürlich war es ein Problem, daß wir in dieser Besetzung nicht eingespielt waren. Aber die vielen individuellen einfachen Fehler sind es, die mich ärgern und an denen wir, egal mit welchen Spielern, arbeiten müssen.“

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