https://www.faz.net/-gtl-a4e3e

Entrüstung im Handball : „Es ist Wahnsinn. Die waren kurz vorm Kollabieren!“

  • Aktualisiert am

Kritik am Vorgehen der spanischen Politik: Handball-Profi Jan Feuchtmann (Mitte) Bild: Picture-Alliance

Weil Handball-Profis in Spanien sogar auf dem Feld Masken tragen mussten, entbrennt nun ein heftiger Streit. Die Spieler richten deutliche Worte an die Verantwortlichen und drohen sogar mit Boykott.

          1 Min.

          Der frühere Bundesligaprofi Erwin Feuchtmann hat die Verpflichtung zum Tragen einer Maske im Handball scharf kritisiert und droht bei abermaligen Anordnungen mit Boykott. Der 30-jährige Chilene mit deutschen Wurzeln hatte am Wochenende mit seinem Team Ademar Leon mit Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu einem Spiel in der ersten spanischen Liga antreten müssen – ein Novum im Handball.

          „Es ist Wahnsinn. Manchen Spielern blieb dann irgendwann auch die Luft weg, denen wurde schlecht, die waren kurz vorm Kollabieren!“, berichtete Feuchtmann bei Sport1 und bezeichnete den Beschluss der stark von der Pandemie betroffenen Region Kastilien und Leon, wonach bei Kontaktsportarten ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen sei, als „eine der dümmsten Entscheidungen der Politik. Leute, die so etwas entscheiden, das derart an der Realität vorbeigeht, sind einfach nur Idioten.“

          Feuchtmann, der in Deutschland für Lemgo und Gummersbach spielte, kündigte einen Boykott an, sollte seitens der Politik ein weiteres Spiel mit MNS-Pflicht angeordnet werden. „Wir werden das als Mannschaft kein zweites Mal mitmachen, wirklich nicht. Denn das alles macht keinen Sinn“, sagte Feuchtmann: „Dieser Beschluss geht an der Wirklichkeit vorbei und ist dumm. Wir beraten momentan innerhalb der Mannschaft. Aber klar ist: Das nehmen wir nicht hin! Vor einem Protest und Boykott schrecken wir jedenfalls nicht zurück, wir wehren uns.“

          Auch Holger Glandorf hält Handballspiele mit einer Maske für ein Unding: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, darunter Luft zu bekommen“, sagte der frühere Profi der SG Flensburg-Handewitt dem Norddeutschen Rundfunk.

          In Deutschlands Profi-Spielklassen wird es eine derartige Maßnahme nicht geben. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball Bundesliga (HBL), bezeichnete das Tragen eines MNS beim Handballspiel als „völlig absurd“ und „schlechten Witz“. So könne man keinen Profisport treiben, sagte Bohmann dem Sport-Informations-Dienst und versicherte: „Für uns ist diese Art des Handballspielens natürlich keine Option.“

          Weitere Themen

          St. Pauli ärgert den HSV im Hamburger Derby

          Zweite Bundesliga : St. Pauli ärgert den HSV im Hamburger Derby

          Fünf Spiele, fünf Siege: Nun endet die makellose Bilanz des HSV in dieser Saison in der zweiten Bundesliga. Ausgerechnet im Derby gegen St. Pauli gelingt erstmals kein voller Erfolg. In Düsseldorf gibt es dagegen einen Sieger.

          Topmeldungen

          Kapazitätserhöhung in Person: Vanessa Op te Roodt im Labor in Ingelheim

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?
          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.