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Handball-Europapokal : Berauscht vom Glück, beglückt vom Rausch

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Der Tag der Pokale Bild: dpa

Nach ihren historischen Europapokal-Triumphen krönten sich die Handballer des THW Kiel, des SC Magdeburg und des HSV Hamburg in einer langen Nacht zu Party-Königen. „Ich bin buchstäblich vor Glück besoffen“, sagte Magdeburgs Torhüter Heinevetter.

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          Nach ihren historischen Europapokal-Triumphen krönten sich die Handballer des THW Kiel, des SC Magdeburg und des HSV Hamburg in einer langen Nacht zu Party-Königen. „So muss man sich wohl fühlen, wenn man siegestrunken ist. Ich bin buchstäblich vor Glück besoffen“, sprudelte es aus Magdeburgs überragendem Torhüter Silvio Heinevetter nach dem Gewinn des EHF-Pokals heraus.

          Die ausgelassene Feier der Kieler über den lang ersehnten Gewinn der Champions League forderte derweil nicht lange nach Spielschluss mit dem 29:27-Erfolg über die SG Flensburg-Handewitt ein prominentes Opfer: Dem 20 Kilogramm schweren Silberpott wurde ein Henkel amputiert.

          Boxenstopp zum Bier tanken

          Als die Sieger-Zigarren qualmten und die Sektfontänen spritzten hatte die Bundesliga die erfolgreichste Saison für den deutschen Handball vollendet. Den Schlusspunkt setzte der HSV Hamburg fern der Heimat im spanischen Leon mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und damit dem größten Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte. „Das ist mein erster Titel. Der bekommt einen ganz besonderen Platz“, sagte Kyung-Shin Yoon freudestrahlend.

          Wilde Entschlossenheit zum Feiern
          Wilde Entschlossenheit zum Feiern : Bild: dpa

          Der Südkoreaner hatte acht Sekunden vor Schluss mit seinem zehnten Treffer zum 33:37-Endstand den Erfolg gesichert, weil die Hanseaten bei gleicher Tordifferenz nach dem 28:24 aus dem Hinspiel mehr Auswärtstore erzielt hatten. Während die Hamburger noch um ihren Pokal zittern und bangen mussten, wurden die Trophäen in Kiel und Magdeburg schon zu Gunsten von Schampusflaschen und Biergläsern beiseite gestellt.

          Sperrstunde aufgehoben

          Zwei Wochen nach dem Gewinn des DHB-Pokals haben die Kieler nun alle Chancen, mit dem erneuten Meister-Titel als erster Verein das Triple zu schaffen. Dennoch hob Trainer Zvonimir Serdarusic die Sperrstunde auf und feierte selbst bis 2.00 Uhr mit seinen Spielern. „Sie sind noch heiß. Die wollen den nächsten Titel auch noch“, sagte Manager Uwe Schwenker.

          „Ordentliches Abfeiern“, hatte auch Trainer Bogdan Wenta in Magdeburg seinen Mannen verordnet. Nach dem Bad in der Menge mit Sektduschen ließen sich die EHF-Pokalsieger auf dem Rathaus-Balkon von tausenden Fans bejubeln. „Wir werden zwei Tage durch trinken, danach wollen wir noch den Champions-League-Platz holen“, lautete die Kampfansage von Weltmeister Oliver Roggisch.

          Kretzschmar denkt ans Aufhören

          Mitten im Trubel freute sich dagegen Handball-Star Stefan Kretzschmar still und dachte an Abschied aus Magdeburg. „Ich muss es jetzt auskosten, denn in absehbarer Zeit wird dies wohl nicht mehr möglich sein“, sagte der Linksaußen nach dem 31:28 gegen den spanischen Club CAI Aragón Saragossa. Denn trotz laufenden Vertrages bis 2008 ist sich der 34-Jährige angesichts des bevorstehenden Umbruchs im Team nicht mehr sicher, ob er nach dieser Saison weiter machen will. „Ich habe keine Lust, um Platz sieben oder acht in der Meisterschaft zu spielen. Ich denke ernsthaft darüber nach, ob es andere Möglichkeiten gibt“, sagte der 218-malige Nationalspieler.

          Unterdessen genehmigten sich die Hamburger in Leon „Cerveza“ bis zum abwinken. Nach der Rückkehr mit einem Linienflug am Montag musste der Mannschaftsbus auf dem Weg vom Flughafen zum Empfang bei Bürgermeister Ole von Beust an der ersten Tankstelle anhalten: Bei dem Boxenstopp wurde erstmal deutsches Bier getankt.

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