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Handball : EM-Teilnahme in Gefahr

  • Aktualisiert am

Eingeklemmt: Die deutschen Handballer verlieren in Tschechien Bild: dpa

Die EM in Dänemark ist für die deutschen Handballer wieder ein bisschen weiter in die Ferne gerückt. In Tschechien verlor der EM-Fünfte sein zweites Spiel in der Qualifikation.

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          Die Qualifikation zur EM 2014 wird für die deutschen Handballer zur Zitterpartie. Nach einem kollektiven Einbruch in der zweiten Halbzeit verlor der WM-Fünfte am Donnerstag in Brünn gegen Tschechien mit 22:24 (10:10) und kassierte im dritten Spiel in der Gruppe 2 bereits die zweite Niederlage. Mit 2:4 Punkten ist die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nur Tabellendritter hinter Montenegro (6:0) und Tschechien (4:2).

          Um überhaupt noch ein Chance auf Platz zwei und damit die Qualifikation für die EM in Dänemark zu haben, muss das Team von Bundestrainer Martin Heuberger das Rückspiel gegen Tschechien am Sonntag (14.20 Uhr/WDR) im westfälischen Halle unbedingt gewinnen. Und auch in den ausstehenden Partien in Montenegro und gegen Israel im Juni kann sich das Team keinen Punktverlust leisten.

          In der am Ende wie gelähmt wirkenden deutschen Mannschaft, in der der verletzte Kapitän und Abwehrchef Oliver Roggisch in den kritischen Situationen schmerzlich vermisst wurde, überzeugten nur Torhüter Silvio Heinevetter und der Flensburger Steffen Weinhold (9) als Torschütze. Überragender Akteur auf dem Feld war Tschechiens Star-Handballer Filip Jicha, der 27 Sekunden vor Schluss mit seinem zehnten Treffer für den Endstand sorgte. Spielmacher Michael Haaß sah in der 45. wegen groben Foulspiels Rot.

          Vorsprung aufgebraucht

          „Die Abwehr hatte nicht Schuld an der Niederlage, das war der Angriff, wir haben zu viele Chancen vergeben“, sagte Bundestrainer Heuberger. Und DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier blickte bereits auf das Spiel in Halle und meinte: „Damit musste man rechnen. Die Tschechen sind eine Macht zu Hause. Jetzt stehen wir am Sonntag enorm unter Druck. Die Lage ist kompliziert.“

          Mit dem Selbstbewusstsein eines WM-Fünften startete die deutsche Mannschaft in die Richtung weisende Partie. Unbeeindruckt von der stimmungsvollen Kulisse in der proppenvollen Hala Vodova enteilte die DHB-Auswahl nach dem Anpfiff auf 3:0 (4.). Die Tschechen aber hielten dagegen. Angeführt vom ehemaligen Welthandballer Filip Jicha holte der Gastgeber auf. Beim 3:3 (7.) durch den Kieler Rückraumstar, der allein in der ersten Halbzeit sieben Tore markierte, war der frühe Vorsprung erstmal aufgebraucht.

          Auch ohne Roggisch stand die Abwehr anfangs weitgehend sicher. Wie von dem verletzten Kapitän prognostiziert, übernahm Patrick Wiencek seine Aufgaben im Zentrum der Deckung neben Spielmacher Michael Haaß. Dahinter war Torhüter Silvio Heinevetter einmal mehr ein starker Rückhalt und parierte unter anderem einen Siebenmeter von Jicha.

          Hilflose Deutsche

          So setzte sich die deutsche Mannschaft auf 8:4 (18.) ab und schien sich einen komfortablen Vorsprung erspiel zu haben. Wie erwartet aber blieben die Tschechen ein unbequemer Widerpart. Nach dem 9:6 (23.) durch den starken Flensburger Weinhold folgte die große Filip-Jicha-Show: Mit vier Treffern in Serie entriss er der DHB-Auswahl die Führung und glich zum 10:10-Pausenstand aus.

          Nach Wiederanpfiff lief beim WM-Fünften zunächst nichts mehr zusammen. Im Angriff fiel den Haaß und Co. gegen die aggressive Abwehr der Tschechen nichts mehr ein. Die Würfe nach Einzelaktionen wurden meist eine Beute von Tschechiens Schlussmann Petr Stochl. Der wie entfesselt aufdrehende Gastgeber kämpfte sich dagegen ins Spiel und ein ums andere Mal durch die lückenhafte deutsche Deckung.

          Die hilflos wirkenden Deutschen gerieten mit 13:19 (44.) ins Hintertreffen, und Kevin Schmidt vergab in dieser Phase auch noch seinen zweiten Siebenmeter. Symptomatisch: Nach einem groben Foul an Pavel Horak sah Michael Haaß beim Stand von 14:20 in der 45. Minute Rot. Zudem musste der angeschlagene Dominik Klein vom Feld. In der Folge geriet die DHB-Auswahl mit 16:22 (49.) in Rückstand und konnte sich davon nicht mehr befreien.

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