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Handball-EM : Serbische Party in Belgrad

  • Aktualisiert am

Überragender Feldspieler: Momir Ilic Bild: dpa

Getragen vom Heimpublikum gewinnt Serbien das mit Spannung erwartete Halbfinale gegen Kroatien. Im EM-Finale wartet die derzeit schwierigste Prüfung des Handballs: Dänemark.

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          Serbiens Handballer stehen bei ihrer Heim-EM im Finale. Der Gastgeber gewann am Freitagabend in Belgrad das von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitete Halbfinale gegen Kroatien mit 26:22 (13:14). Momir Ilic (8/4) vom THW Kiel warf die meisten Tore für den Sieger. Bei den Kroaten traf Marko Kopljar (7) am besten.

          Beim Hochsicherheithalbfinale waren mehrere tausend Angehörige von Polizei und Gendarmerie in der Arena und im Umfeld im Einsatz. Die zahlenmäßig kleine Anhängerschar aus Kroatien wurde auf dem Oberrang durch einen doppelten Kordon aus Ordnungskräften sowie mit Helm, Schild und Waffen bewehrten Gendarmerie-Einheiten vor befürchteten Übergriffen geschützt. Bereits in den Tagen zuvor war es mehrfach zu Attacken von Hooligans aus der Fußballszene auf kroatische Fans gekommen. Die Polizei war nach den Überfällen in Alarmbereitschaft versetzt worden.

          Kroatische Reiseveranstalter und Handballklubs hatte Reisen nach Belgrad abgesagt. Die serbischen Fans störten das Abspielen der kroatischen Hymne mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert und beleidigten die Gäste mit eindeutigen Gesten. Während des Spiels wurden Bengalos abgebrannt. Die beiden Mannschaften hatten im Vorfeld allein die sportliche Brisanz der Partie betont. Und so spielten beide Teams mit vollem Einsatz, aber ausgesprochen fair.

          Harte Landung: Ivano Balic und die Kroaten haben im Halbfinale wenig zu lachen Bilderstrecke

          Zunächst gelang es weder dem Gastgeber noch den Kroaten, sich einen komfortablen Vorsprung zu erspielen. Die in der ersten Hälfte abgeklärter agierenden Gäste gingen mit einer 14:13-Führung in die Pause. Dank der größeren Leidenschaft und des überragenden Torhüters Darko Stanic wendete Serbien das Spiel und verschaffte sich beim 21:17 (46.) den vorentscheidenden Vorsprung.

          Zuvor waren die Dänen glücklich lachend aus der Halle gegangen. Zum zweiten Mal nach der WM im Vorjahr hatten sie Spanien im Halbfinale besiegt und greifen nun abermals nach Gold. Der Nachfolger des gescheiterten Titelverteidigers Frankreich qualifiziert sich zudem direkt für die Olympischen Spiele in London. „Das wäre super. Dann kriegen wir mehr frei“, sagte Lasse Svan Hansen von der SG Flensburg-Handewitt. Die Dänen stehen zudem nach Weltmeister Frankreich und Gastgeber Spanien bereits als Teilnehmer für die WM 2013 fest. „Das ist schon eine Woche mehr Sommerurlaub und jetzt wollen wir auch noch Ostern frei haben“, sagte Hansen. Die Ausscheidungsturniere für London finden vom 6. bis 8. April statt.

          Am Nachmittag hatte Kiril Lazarov Mazedonien mit einem Torrekord Rang fünf und damit den letzten freien Platz in einem Olympia-Qualifikationsturnier gesichert. Durch seine acht Treffer beim 28:27 (16:12)-Erfolg im Plazierungsspiel gegen Slowenien kam der Rückraum-Star von Atletico Madrid auf 61 Turniertore.

          Damit übertraf der Mazedonier die bisherige Bestmarke des Isländers Olafur Stefansson, der 2002 auf 58 Treffer gekommen war. Bester Werfer für Slowenien war Jure Dolenec (7). Lazarov hatte mit dem Treffer zum 23:22 (48.) sein 59. Turniertor erzielt. Der 31-Jährige hält auch den WM-Torrekord. Beim Turnier 2009 in Kroatien warf er in zehn Spielen 92 Tore.

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