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Handball-EM : Remis in letzter Sekunde

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Der Mann für die entscheidenden Sekunden. Sven-Sören Christophersen trifft zum 21:21 Bild: REUTERS

Deutschland bleibt auf Halbfinalkurs bei der Handball-EM. Gegen Gastgeber Serbien rettet das Team von Bundestrainer Heuberger ein 21:21. Sven-Sören Christophersen erzielt den Ausgleich kurz vor Schluss.

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          Krimi mit Happy End: Sven-Sören Christophersen hat die Aufholjagd der deutschen Handballer nach einem Sieben-Tore-Rückstand im packenden Duell mit Serbien mit einem Last-Second-Tor zum 21:21 (7:12) belohnt. Durch den Punktgewinn gegen den EM-Gastgeber im ersten Hauptrundenspiel hat der WM-Elfte nun sogar das Halbfinale im Visier. „Die Mannschaft ist phänomenal“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger nach dem Schlagabtausch. „In der ersten Halbzeit haben wir es versäumt, unsere Chancen zu nutzen. Aber wir haben uns in der Kabine geschworen, wir geben nicht auf.“

          Vor rund 18.000 Zuschauern in der nicht ausverkauften Arena Belgrad war Uwe Gensheimer (5/3) bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Nächster Gegner ist am Montag (18.20 Uhr / Live im ZDF und im F.A.Z.-Ticker) Dänemark. Der WM-Zweite hatte zuvor durch ein Last-Second-Tor des Hamburger Rechtsaußen Hans Lindberg gegen Mazedonien nach zwischenzeitlichem Sechs-Tore-Rückstand glücklich mit 33:32 (16:19) gewonnen.

          „Ich war Dänemark-Fan, denn ich denke nur an die Olympia-Qualifikation“, sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Die Dänen haben sich bereits für die Olympia-Ausscheidung qualifiziert. Im Auftaktspiel der Hauptrundengruppe I hatten sich der WM-Vierte Schweden und Polen 29:29 (20:9) getrennt und durch die Punkteteilung womöglich auch dem deutschen Team auf dem Weg nach London in die Karten gespielt.

          Dem Schlachtruf „Lon-don“ ging eine Ansage von Oliver Roggisch voraus, angesichts der optimalen Ausgangslage nicht abzuheben. „Wir sind 2009 auch mit 4:0 Punkten in die Hauptrunde gegangen. Wir hätten noch einen Punkt gebraucht und haben das nicht zustande bekommen. Das will ich nicht noch einmal erleben“, sagte der Abwehrchef.

          Überragender Rückhalt: Torwart Silvio Heinevetter hielt die Deutschen im Spiel

          Um dieses Negativerlebnis von der WM in Kroatien auch noch einmal allen im Team vor Augen zu führen, wollte der Profi von den Rhein-Neckar Löwen das Thema bei Mannschaftsbesprechung auf die Tagesordnung setzen. Trotz wieder einmal gebrochener Nase stürzte sich der mit 33 Jahren älteste Spieler im deutschen EM-Kader auch gegen Serbien wieder ins Abwehrgetümmel und rieb sich dort auf.

          Insbesondere die Atmosphäre in der rappelvollen Belgrad Arena stimulierte seinen Einsatzwillen. „Wenn du im Fokus bist, macht es gar nichts, ob die Zuschauer für oder gegen einen sind. Das ist eine schöne Atmosphäre. Sowas erlebt man nur mit der Nationalmannschaft“, meinte Roggisch. Doch weder die Stimmung von den Rängen noch das Spiel der Serben waren furchteinflößend oder beeindruckend.

          Die Deutschen wie Holger Glandorf beißen sich gegen die Serben durch

          Vielmehr stand sich die deutsche Mannschaft im Gegensatz zu den beiden Erfolgen gegen Mazedonien und Schweden einmal mehr selbst im Weg. Vier Fehlwürfe in der Anfangsphase bestraften die Gastgeber mit vier Toren und einem 0:4-Rückstand (7.) für die DHB-Auswahl. Erst nach einer Auszeit von Bundestrainer Martin Heuberger beim Stand von 2:5 (16.) kam der WM-Elfte besser in Spiel, profitierte aber in erster Linie von den starken Paraden von Torhüter Silvio Heinevetter. Beim Stand von 4:5 (17.) und 6:7 (23.) hatte die DHB-Auswahl mehrmals die Chance zum Ausgleich.

          Doch litten die Mannen um Kapitän Pascal Hens wieder unter der alten Abschlussschwäche. Die Serben nutzen dagegen die Fehler rigoros und schickten die deutsche Mannschaft mit einem 7:12-Rückstand zur Pause in die Kabine. Auch in der zweiten Halbzeit wurde es zunächst nicht besser. Der 8:15-Rückstand (34.) sorgte zeitweise für zusätzliche Verunsicherung. Doch angeführt von Antreiber Roggisch verkürzte das DHB-Team auf 14:16 (40.) und schaffte gar den 18:18-Ausgleich (49.). Zum Sieg aber reichte es nicht mehr.

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