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Handball-EM : Keine Geschenke, große Pläne, viel Konkurrenz

  • -Aktualisiert am

Das Selbstvertrauen ist groß, doch Heiner Brand übt Zurückhaltung Bild: dpa

Die deutschen Weltmeister gehen als Favorit in die Handball-EM, die an diesem Donnerstag gegen Weißrussland beginnt. Bundestrainer Brand hat das Team darauf eingestellt. „Wir haben Großes vor“, kündigt Kapitän Baur an.

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          So leicht lässt Heiner Brand sich nicht aus der Reserve locken, er bleibt seinem Hang zur Zurückhaltung meist treu. Dieser Tage hat er wieder ein prägnantes Beispiel dafür gegeben. „Bleiben wir mal ganz schön auf dem Teppich“, sagte Brand, nachdem sich die deutsche Handball-Gemeinschaft in Kiel sehr schwungvoll präsentiert hatte.

          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          Sie schlug Dänemark im letzten Test für die Europameisterschaft überzeugend, Brand konnte hochzufrieden sein - und doch äußerte er sich vorsichtig zum norwegischen Intermezzo. „Warten wir mal ganz einfach ab.“ Eine EM hat ja auch ihre Besonderheiten, im Handball gilt ein solcher Wettbewerb als schwieriger als eine Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele. Schließlich nehmen an einem solchen Turnier keine „Exoten“ teil, von Anfang an muss man somit auf der Hut sein.

          „Weit davon entfernt, überheblich zu sein

          Bundestrainer Brand, dessen Team an diesem Donnerstag in Bergen zunächst auf Weißrussland trifft (17.15 Uhr / Liveticker Handball-EM), brachte das auch diesmal deutlich zum Ausdruck. Die Weißrussen seien ein unangenehmer Gegner, sagte Brand. So stufte er gleich auch noch die Ungarn ein, mit denen sich der Weltmeister am Samstag auseinandersetzen muss. Und Spanien, das am Sonntag auf die Deutschen wartet, zählt laut Brand ohnehin zu den Topfavoriten der EM. „Wir sind weit davon entfernt“, so Brand am Mittwoch, „überheblich zu sein.“

          Der WM-Titel verpflichtet, so auch Pascal Hens zum neuen Haarschnitt

          Sein Team muss in Bergen mindestens Dritter werden, um sich für die Hauptrundengruppe in Trondheim qualifizieren - dort könnte es dann zu Duellen mit Titelverteidiger Frankreich, Island und Schweden kommen. Ein hartes Programm also, für das sich der Weltmeister freilich gerüstet fühlt. „Wir haben Großes vor“, sagte Kapitän Markus Baur, der als strategischer Kopf immer noch unverzichtbar ist - obwohl es den Handballspieler Baur eigentlich gar nicht mehr gibt. Baur, der aus privaten Gründen erst am Mittwoch, einen Tag später als seine Kollegen, in Bergen eintraf, hat einen Vertrag als Trainer des TBV Lemgo unterschrieben; unmittelbar nach der EM wird er das Amt antreten.

          Der WM-Titel verpflichtet

          Baur führt in Norwegen ein Ensemble an, das nach dem Coup 2007 auf heimischem Terrain nun die Rolle des Gejagten einnimmt - eine weitere Belastung für die Deutschen. Dass sie jedoch auch diese Herausforderung mit Leidenschaft annehmen werden, steht für den Handball-Lehrer Brand außer Frage. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem deutschen Handball“, sagte er. Und natürlich verpflichtet der WM-Titel auch. „Wir haben einen großen Sprung nach vorne gemacht“, sagte der Gummersbacher, „aber wir wissen schon, dass wir kein Turnier als Übergangsstation ansehen können.“

          Er glaubt zu wissen, dass seine Spieler sich ihrer Verpflichtung bewusst seien. An guter Stimmung auf alle Fälle scheint es keineswegs zu mangeln, der Kieler Linksaußen Dominik Klein beschrieb die Befindlichkeit des Weltmeisters unlängst so: „Der Spaß steckt in der Mannschaft.“ Es geht um ihr eigenes Renommee - und ein bisschen auch schon um das chinesische Abenteuer im kommenden August. Wer bei den Olympischen Spielen dabei sein will, muss Brand in Norwegen schon eine Empfehlung abgeben - schließlich stehen für Peking nur 14 Plätze im deutschen Kader zur Verfügung.

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