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Handball-EM : Deutsches Team glücklos: Halbfinale verpaßt

  • Aktualisiert am

Kaum zu stoppen: Pascal Hens Bild: AP

Trotz eines sicheren 32:24-Sieges im dritten Hauptrundenspiel gegen Polen sind die deutschen Handballer bei der EM ausgeschieden. Vergeblich hatte das Team auf Ausrutscher von Frankreich und Spanien gehofft.

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          Die deutschen Handball-Männer haben ihren Siegeszug durch die Hauptrunde der Europameisterschaft in der Schweiz mit eine Glanzvorstellung gegen Polen beendet. Im letzten Gruppenspiel feierte das Team von Bundestrainer Heiner Brand am Donnerstag in Basel mit dem 32:24 (16:7) gegen den überforderten Außenseiter den dritten Sieg im dritten Spiel hintereinander. Bester Werfer vor 3100 Zuschauern war Florian Kehrmann (Lemgo/9/1). Für den Einzug ins Halbfinale reichte es dennoch nicht.

          Die Deutschen, die als Titelverteidiger ins Turnier gestartet waren, waren auf Schützenhilfe von Slowenien oder der Ukraine angewiesen, um die Vorschlußrunde zu erreichen. Doch sowohl Spanien als auch Frankreich setzten sich in den entscheidenden Spielen souverän durch. Der WM-Dritte Frankreich gewann schon am frühen Abend mit 30:20 (16:10) gegen die Ukraine, am späteren Abend war die Enttäuschung für die deutschen Spieler perfekt, als sich auch Spanien sicher mit 39:33 (19:16) gegen die Slowenen durchsetzten. Deutschland bleibt nun nur noch das Spiel um Platz fünf, in dem es auch um die direkte Qualifikation für die EM 2008 geht (Samstag, 11.45 Uhr in Zürich).

          In der Gruppe 2 schaffte Olympiasieger Kroatien dank eines 34:30-Erfolgs über Serbien und Montenegro den Einzug in die Runde der letzten vier. Während und nach der brisanten Partie kam es in St. Gallen zu Provokationen und Ausschreitungen rivalisierender Fangruppen. Die Polizei mußte gewaltbereite Fans mit dem Einsatz von Pfefferspray trennen. „Eine halbe Stunde nach Spielschluß beruhigte sich die prekäre Lage wieder“, hieß es. Offenbar gab es keine Verletzten. Vierter Teilnehmer am Halbfinale ist Dänemark.

          Polen im Griff: Deutsche Handballer Zeitz und Kehrmann (r.)

          Torhüter Bitter bester Spieler der Partie

          „Die zweite Halbzeit war relativ geruhsam, weil die Polen auch müde wurden. Wichtig war, daß wir auch heute gewonnen haben“, kommentierte Bundestrainer Heiner Brand den am Ende wertlosen Sieg. Die deutschen Handballer taten von Beginn an alles, um sich die vage Chance auf die Halbfinal-Teilnahme zu erhalten. Die aggressive und aufmerksame Deckung störte zeitig den Spielaufbau der Polen. Deren gefürchteter Rückraum mit den Bundesliga-Spielern Marcin Lijewski (Flensburg-Handewitt) und Karol Bielecki waren fast völlig abgemeldet.

          Die Würfe, die trotzdem aufs Tor kamen, wurden zumeist eine sichere Beute von Torhüter Johannes Bitter (Magdeburg), der zum besten Spieler der Partie gewählt wurde. „Die Abwehr steht schon das gesamte Turnier sehr gut. Das macht es dann auch einem Torhüter leicht“, sagte Welthandballer Henning Fritz (Kiel), der sich eine Pause gönnte.

          Respekt vor Pascal Hens

          Im Angriff präsentierte sich Pascal Hens (Hamburg) wieder in Wurflaune. Der Torjäger warf bis zum 6:3 (13.) bereits drei Treffer und war auch danach nicht zu stoppen. „Pommes genießt Respekt bei den Gegnern. Schon seine Anwesenheit ist wichtig. Wir brauchen seine Tore“, sagte Heiner Brand. Zudem verwerteten Kehrmann und Jansen ihre Chancen bei Tempogegenstößen und aus dem Positionsspiel sicher. So enteilte die deutsche Mannschaft über 10:5 (21.) bis zur Pause auf 16:7. Schon mit dem ersten Treffer nach Wiederanpfiff sorgte Kehrmann für das 17:7 (31.) und damit den ersten Zehn-Tore-Vorsprung.

          Die Polen stemmten sich zwar gegen das drohende Debakel, waren in ihrem Mitteln aber zu begrenzt, um die deutsche Mannschaft in Bedrängnis zu bringen. Den beruhigenden Vorsprung nutzte Brand, um einigen seiner Stammkräfte wie Jansen, Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) oder Christian Zeitz (Kiel) eine Verschnaufpause zu gönnen. Trotzdem hielt die DHB-Auswahl den Kontrahenten, der in der EM-Qualifikation immerhin Rekord-Europameister Schweden ausgeschaltet hatte, locker auf Distanz und kam zu einem sicheren Erfolg.

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