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Folgen des EM-Aus : Die Angst des Handballs vor dem großen Schaden

  • Aktualisiert am

Bundestrainer Christian Prokop war nicht zufrieden mit der Handball-EM. Bild: Reuters

Wie geht es weiter mit dem deutschen Handball nach der schwachen EM? Der Bundestrainer steht im Fokus der Kritik. Und nun wächst der Druck. Eine zügige Entscheidung zur Zukunft von Christian Prokop soll her.

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          Die Bundesliga macht Druck auf den Deutschen Handballbund und drängt auf eine zügige Klärung der Zukunft von Bundestrainer Christian Prokop. „Wir sehen es als notwendig an, dass schnell darüber entschieden wird“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz des HBL-Präsidiums der Deutschen Presse-Agentur. „Natürlich muss eine Analyse stattfinden. Aber die wollen wir mit mehr PS auf die Straße bringen.“

          Allerdings kann die Handball-Bundesliga in der Causa Prokop nur Empfehlungen aussprechen. Die Entscheidung darüber, ob der mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattete Bundestrainer nach der enttäuschenden Europameisterschaft bleibt oder gehen muss, obliegt allein dem Verband. Bohmann stellte daher klar: „Wir setzen dem DHB keine Frist und bringen nur unser Statement ein.“ Der DHB hatte einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen für die Aufarbeitung der EM genannt. Bohmann befürchtet jedoch einen zunehmenden Imageschaden für die Sportart, je länger die öffentliche Diskussion über den angezählten Bundestrainer andauert. „Erfolg macht frei, Misserfolg wird erläutert“, sagte er. Bohmann hofft daher, dass der DHB in Bezug auf eine schnelle Entscheidung „genauso tickt wie wir“.

          Bereits an diesem Freitag wird sich das DHB-Präsidium auf einer Sitzung am Rande des All-Star-Games in Leipzig erstmals intensiv mit dem Thema beschäftigen. Liga-Präsident Uwe Schwenker wird dabei die HBL-Position vortragen. Ob die Bundesliga für oder gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Prokop votiert, den der DHB im Vorjahr für 500.000 Euro aus seinem Vertrag beim Bundesligaverein SC DHfK Leipzig herausgekauft hatte, wollte Bohmann vor dem Treffen nicht öffentlich machen. „Das kann und will ich nicht erläutern“, sagte er.

          Informationen der „Sport Bild“, wonach sich die HBL im Falle einer Trennung von Prokop an einer möglichen Abfindung finanziell beteiligen würde, dementierte Bohmann: „Das kann ich nicht bestätigen.“ Prokop soll nach Angaben der „Sport Bild“ 220.000 Euro pro Jahr verdienen. Dennoch hatte DHB-Vizepräsident Bob Hanning zuletzt betont, dass eine mögliche Vertragsauflösung nicht an den Finanzen scheitern würde. Man könne sich das leisten, die Frage sei nur, ob man sich das auch leisten wolle.

          Rückendeckung erhielt Prokop am Mittwoch vom früheren Nationalspieler Martin Schwalb. „Jeder Trainer ist schon mal bei einem Vorhaben gescheitert, jeder Trainer ist angreifbar“, sagte der 54-Jährige der „Hamburger Morgenpost“. Jetzt alles dem 39 Jahre alten Bundestrainer anzulasten, sei ihm zu einfach. Kritik äußerte Schwalb dagegen an Hanning. Der DHB-Vizepräsident sei als Delegationsleiter ganz nah dran am Team gewesen und deshalb „mitverantwortlich“ für das EM-Debakel. „Man muss schon auch hinterfragen, welche Rolle Hanning gespielt hat und spielt“, sagte der ehemalige Meistertrainer und heutige Vizepräsident des Drittligavereins HSV Hamburg.

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