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Handball : Deutscher Vorstoß

  • -Aktualisiert am

Seit Jahren das gleiche Dilemma: Der Handball-Zeitplan ist viel zu eng Bild: dpa

Das Wort Boykott wird noch nicht verwendet. Aber neue Spielpläne sollen die nationalen Handball-Ligen gegenüber der aufgeblähten Champions League stärken.

          Seit Jahren sind die Vereine der Handball-Bundesliga gezwungen, ihre Spieltermine dem internationalen Spielplan unterzuordnen. Weil die Europapokal-Wettbewerbe auf Wunsch des Europäischen Handballverbandes (EHF) am Wochenende stattfinden, kann in der Bundesliga zur besten Zeit nur ein Rumpfprogramm ohne die international tätigen Spitzenteams angeboten werden. Das soll mit der Spielzeit 2012/2013 ein Ende haben.

          „Wir schlängeln uns mit unserem attraktiven Produkt um den internationalen Spielplan. Das ist absurd“, sagte Frank Bohmann, der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), in Hamburg. Er fügte an: „Fans, Sponsoren und Fernsehsender ziehen sich zurück, weil es keine Einheitlichkeit gibt.“ Bohmann kündigte an, dass es einen einheitlichen Bundesligaspielplan mit Partien am Wochenende geben werde. Ausgenommen davon sei nur das direkt im Fernsehen übertragene Spiel der Woche.

          Das Wort Boykott wird noch verwendet

          Die europäischen Wettbewerbe, vor allem die aufgeblähte Champions League, sollen nach dem Wunsch der HBL nur noch in der Wochenmitte stattfinden. Diesen Beschluss haben alle 18 Klubs der Bundesliga gefasst. Schon im September hatten Vertreter aller wichtigen europäischen Ligen dem Vorstoß der Deutschen zugestimmt. Reiner Witte, der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes, hat die Forderung inzwischen bei der EHF in Wien vorgetragen. Deren Generalsekretär Michael Wiederer hatte sich bislang geweigert, die Europapokale in die Woche zu legen; unter anderem mit dem Verweis auf den Wunsch des Fernsehsenders Eurosport, der die Champions League überträgt und dafür rund eine Million Euro an die EHF zahlt.

          Eurosport beharrt auf dem Wochenend-Termin - um der Fußball-Champions League aus dem Weg zu gehen. Angestrebt werde eine „Konsenslösung“ mit der EHF, sagte Bohmann, der das Wort Boykott nicht in den Mund nehmen wollte. Ein Verzicht auf die nächste Champions League, um der deutschen Forderung Nachdruck zu verleihen, komme nicht in Frage, hieß es von den Spitzenklubs aus Kiel und Hamburg.

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