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Handball-Champions-League : Kiel mit guter Ausgangsposition

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Der deutsche Handball-Meister THW Kiel hat sich in der Champions League trotz einer 28:30-Hinspielniederlage beim spanischen Spitzenklub Portland San Antonio im Halbfinale eine gute Ausgangsposition für den Finaleinzug erarbeitet.

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          Die Handball-Bundesliga darf weiter vom deutschen Traumfinale in der Champions League träumen. Zwar reichte es für Vizemeister SG Flensburg-Handewitt im Halbfinal-Hinspiel gegen den spanischen Topklub CBM Valladolid nur zu einem 32:30 (17:15), doch der ersten Enttäuschung folgte die Aufbruchstimmung. „Es liegt doch alles in unseren Händen. Wenn wir im Rückspiel weniger Fehler machen, kommen wir mit Sicherheit auch weiter“, sagte Flensburgs Spielmacher Ljubomir Vranjes nach einer enttäuschenden Vorstellung seines Teams.

          Meister THW Kiel hat sich unterdessen eine gute Ausgangslage im zweiten deutsch-spanischen Semifinale erarbeitet. Die Mannschaft von Trainer Noka Serdarusic unterlag zwar bei Tabellenführer Portland San Antonio 28:30 (18:17), dennoch haben die Norddeutschen alle Möglichkeiten, im Rückspiel am 30. März (19.00 Uhr) in der Ostseehalle das Endspiel zu erreichen. Die ganze Bundesliga drückt
          dem Duo die Daumen, nachdem die Europäische Handball-Federation (EHF) dem Land des Champions-League-Siegers für die kommende Saison einen vierten Startplatz im wichtigsten Wettbewerb des Vereinshandballs zugesprochen hat.

          Magdeburg erfolgreich

          Eine glänzende Ausgangsposition für den dritten Triumph im EHF-Cup nach 1999 und 2001 verschaffte sich indes der SC Magdeburg, der im ersten Halbfinalduell Grasshoppers Zürich 32:24 (14:13) besiegte. Der polnische Vize-Weltmeister Karol Bielecki und der Russe Oleg Kuleschow (beide 6) waren die erfolgreichsten Werfer des Tabellenfünften der Bundesliga.

          Seine Chance auf den größten Erfolg der Vereinsgeschichte wahrte auch der HSV Hamburg im Europacup der Pokalsieger. Trotz eines 18:20 (10:10) beim bosnischen Meister RK Sarajevo glaubt
          HSV-Trainer Martin Schwalb fest an den Sprung ins Finale. Bundesliga-Rekordschütze Yoon Kyung-Shin (7/4) traf für die Nordeutschen am besten.

          Flensburg spielte „grausam“

          In Flensburg herrschte nach dem denkbar knappen Sieg gegen den Fünften der spanischen Liga zunächst Ratlosigkeit. „Wir haben grausam gespielt und unser Ziel, ein Polster von mindestens sechs
          Toren, klar verfehlt“, lamentierte Linksaußen Lars Christiansen, machte sich aber wenig später Mut für das Rückspiel am 1. April (19.00) in Kastilien: „Wir können es viel besser, das müssen und werden
          wir dann zeigen.“

          Zweimal hatten die Gastgeber vor 6500 Zuschauern in der ausverkauften Flensburger Campushalle schon mit vier Toren geführt, doch beide Male verhalfen haarsträubende Abspielfehler den konsequenten Spaniern zu Toren. „Wenn man einen möglichst hohen Sieg vorlegen muss, bedeutet das eben großen Druck. Daran sind wir gescheitert“, meinte SG-Coach Kent-Harry Andersson, nachdem sein Team zuletzt schon in der Bundesliga geschwächelt und drei Auswärtsniederlagen in Folge kassiert hatte.

          Nach der WM ausgelaugt

          Besonders der Kroate Blazenko Lackovic zog sich mit einer schwachen Leistung den Unmut seiner Vorgesetzten zu. „Das war zu wenig für die Champions League“, kritisierte Flensburgs Manager Thorsten Storm den angeschlagenen Olympiasieger, der nach der WM in Deutschland ausgelaugt wirkt. Storm: „Die verletzten Spieler sind ein Opfer des Systems.“ Allein Joachim Boldsen (5) und Marcin Lijewski (7) hielten ihre Mannschaft im Spiel. Als der Däne Boldsen im zweiten Durchgang wegen einer Leistenverletzung nicht mehr zum Einsatz kam, wurde das Flensburger Angriffsspiel noch ideenloser.

          Kiel hatte die Begegnung dank eines starken französischen Nationaltorhüters Thierry Omeyer in San Antonio lange Zeit gut im Griff. Erst in der 28. Minute konnten die Gastgeber um Superstar Ivano Balic erstmals in Führung gehen (18:17). Sieben Minuten vor dem Ende drohte dem THW beim 25:28-Rückstand eine höhere Niederlage, doch die Kieler behielten die Nerven. Bester Werfer war
          Vid Kavticnik mit sechs Treffern.

          Die Hamburger produzierten vor 6.000 Zuschauern im Hexenkessel von Sarajevo zahlreiche Fehlwürfe. Das ausgeglichene Spiel war geprägt von zwei glänzend aufgelegten Torhütern: HSV-Keeper Goran Stojanovic hatte vor dem Wechsel schon neun Paraden gezeigt. SV-Trainer Schwalb blieb trotz der ersten Niederlage nach zuvor 21 Pflichtspiel-Siegen optimistisch. „Ich denke, wir werden insgesamt die bessere Mannschaft sein und ins Finale einziehen“, sagte der Ex-Nationalspieler.

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