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Handball-Champions-League : Kiel demütigt Flensburg in eigener Halle

  • Aktualisiert am

Chancenlos: der Flensburger Mogensen (Mitte) im Duell mit den Kielern Palmarsson (l.) und Jicha Bild: dpa

Die SG Flensburg-Handewitt erleidet in der Handball-Champions-League gegen den Erzrivalen aus Kiel eine heftige Heimniederlage. Gegen den THW findet der Titelverteidiger zu keiner Zeit ins Spiel – und hat fast keine Chance mehr auf das Viertelfinale.

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          Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt hat in der Handball-Champions-League eine herbe Niederlage erlitten. Mit 21:30 (9:16) verloren die Flensburger am Sonntagabend in heimischer Halle gegen den deutschen Rekordmeister THW Kiel und haben kaum noch Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale. Mit Entsetzen verfolgten die 6300 Zuschauer in der ausverkauften Flens-Arena das Debakel. Gegen die Maschinerie des THW hatten die Gastgeber keine Chance.

          Eine starke Abwehr der Kieler und ein indisponierter Flensburger Angriff entschieden die Partie schon frühzeitig. Selbst eine Rote Karte gegen THW-Kreisläufer René Toft Hansen nach neun Minuten brachte die Gäste nicht aus dem Konzept. Im 81. Nord-Derby konnten die Flensburger nicht an ihre Heimstärke der vorangegangenen Jahre anknüpfen. Letztmals hatte der THW am 7. Dezember 2011 in der Flens-Arena gewonnen.

          Flensburg findet keine Lösungen

          Auf Seiten der Kieler waren Niclas Ekberg und Marko Vujin mit je sieben Treffern beste Schützen, beim Gastgeber erzielte Anders Eggert (5/3) die meisten Tore. Eggert brachte die SG per Strafwurf in Führung, aber danach spielte nur noch der THW. Die aggressive 3:2:1-Deckung der Kieler, in der Domagoj Duvnjak die Spitze bildete, setzte die SG-Offensive enorm unter Druck. SG-Spielmacher Thomas Mogensen brachte seine Mitspieler kaum einmal in vernünftige Wurfpositionen. In dieser Phase verzweifelte die SG. Der Rekordmeister kontrollierte die Partie und überrollte die Gastgeber geradezu.

          Auch im zweiten Abschnitt hielt der THW den Gegner, der weiter keine Lösungen fand, scheinbar mühelos über 21:13 (39.) und 25:16 (47.) auf Distanz. Bis dahin nutzte der THW bereits neun Tempogegenstöße. Die SG kämpfte zwar verbissen um den Anschluss, war an diesem Tag aber deutlich unterlegen.

          Fast ohne Mühe: die THW-Kieler Klein und Canellas bejubeln einen Kieler Treffer
          Fast ohne Mühe: die THW-Kieler Klein und Canellas bejubeln einen Kieler Treffer : Bild: dpa

          Als erstes Team stehen die Füchse Berlin für die Endrunde im EHF-Cup fest. Die Hauptstädter erreichten das Final Four am 16. und 17 Mai in der heimischen Max-Schmeling-Halle am Sonntagabend durch ein 25:20 (7:8) gegen den FC Porto. Damit kann der deutsche Pokalsieger nicht mehr schlechtester Zweiter werden. Als besonderer Clou im Reglement darf der Gastgeber der Endrunde das Viertelfinale überspringen.

          Der HSV Hamburg dagegen spielt diese Runde. Die Norddeutschen erreichten das Viertelfinale durch ein 32:31 (13:15) bei Gorenje Velenje in Slowenien. Held des Tages war Johannes Bitter. Der HSV-Torhüter rettete den Sieg mit einer klasse Parade elf Sekunden vor Spielschluss. Einen Spieltag vor Schluss ist dem HSV Platz eins in der Gruppe A nicht mehr zu nehmen. Die gesamte erste Halbzeit liefen die Hamburger einem Rückstand hinterher und drehten die Partie erst in den zweiten 30 Minuten. „Das war ein Sieg des Willens“, lobte Manager Christian Fitzek die Moral. Und Johannes Bitter meinte: „Wir mussten uns echt reinkämpfen, haben teilweise aus dem letzten Loch gepfiffen, wollten aber unbedingt gewinnen, unbedingt.“

          „Ich bin sehr enttäuscht“

          Wie die Hamburger hat sich auch MT Melsungen trotz einer Niederlage vorzeitig den Gruppensieg gesichert. Nach dem 25:27 (14:16) bei Verfolger Guif Eskilstuna in Schweden können die Hessen wegen der um zwei Treffer besseren Tordifferenz gegenüber den Skandinaviern nicht mehr vom Spitzenrang verdrängt werden. Dennoch war Trainer Michael Roth nach der ersten Schlappe in der Gruppenphase angefressen: „Ich bin sehr enttäuscht.“

          Enttäuscht waren auch die Rhein-Neckar Löwen. Nach der unerwarteten 30:34 (17:16)-Heimniederlage gegen Pick Szeged hofft der deutsche Vizemeister am kommenden Sonntag auf ein Wunder im Achtelfinal-Rückspiel. „Wir haben uns das ganz anders vorgestellt, wollten mit einem möglichst hohen Sieg vorlegen und haben nicht damit gerechnet, dass es so schlecht läuft“, bekannte Nationalspieler Patrick Groetzki und gab für das Rückspiel die Marschroute vor: „Jetzt müssen wir eben schauen, dass uns im Hexenkessel von Szeged eine Überraschung gelingt. Wir haben die Qualität, dort auch mit vier, fünf Treffern Differenz zu gewinnen.“

          Die Bundesliga stand an diesem Wochenende nahezu still. Im einzigen Samstag-Spiel trennten sich die Tabellennachbarn Bergischer HC und TSV Hannover-Burgdorf 31:31 (16:14). Am Sonntag ließen Frisch Auf Göppingen und der VfL Gummersbach ein weiteres Remis folgen: 23:23 (12:12).

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