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Handball : Abstimmung über Saisonabbruch

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Will die Saison zu Ende spielen: Bob Hanning hat eine Idee, wie das gehen soll. Bild: dpa

Die Vereine der Handball-Bundesliga müssen sich entscheiden: Saisonabbruch oder weiterspielen? Wie Letzteres funktionieren könnte, weiß keiner. Bob Hanning hat immerhin eine Idee.

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          Die Handball-Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga entscheiden in den kommenden Tagen, ob sie die Saison abbrechen wollen. Stimmt eine Dreiviertel-Mehrheit dafür, sind die Spielzeiten in den beiden Top-Ligen Geschichte. Ob es dann Meister sowie Ab- und Aufsteiger gibt, entscheidet allein das Präsidium der Handball-Bundesliga GmbH (HBL). In dieser Frage haben die Vereine kein Mitspracherecht. „Wir hoffen, dass wir schon bei der nächsten Schalte am kommenden Montag oder Dienstag das Ergebnis haben“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann an diesem Donnerstag.

          Kurz zuvor hatten sich die 36 Vereine der beiden Top-Ligen per Videokonferenz auf dieses Vorgehen verständigt. Sollte die Mehrheit der Vereine gegen einen Abbruch sein, gibt es Modelle für eine Fortsetzung der Saison. Eines brachte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, in die Diskussion ein. „Ich bin persönlich ein Freund des Weiterspielens und sehe dafür auch Möglichkeiten“, sagte Hanning. „Ich habe der Liga einen Vorschlag unterbreitet, wie ein Szenario aussehen könnte.“ Genaueres wollte er nicht verraten.

          Bohmann betonte, dass es mehrere Szenarien für eine Fortsetzung gebe. Diese werden aber immer durch den Zeitdruck diktiert. Die Saison muss laut HBL-Beschluss bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. „Wir müssen den Mannschaften drei bis vier Wochen Vorlauf für die Vorbereitung geben“, sagte Bohmann. Dafür müssten aber wieder ordentliche Trainingsbedingungen herrschen, die noch nicht erlaubt sind. Ob danach Geisterspiele in den jeweiligen Hallen erlaubt und zeitlich umsetzbar sind oder ob Turniere an bestimmten Orten binnen weniger Tage möglich sind mit einer vermutlich gemeinsamen Unterbringung der Teams - das unterliegt zunächst der Beurteilung der Gesundheitsbehörden.

          Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, die HBL befindet sich in einer misslichen Lage. „Wir werden keine 100prozentige Gerechtigkeit herstellen können“, sagte Bohmann. Insbesondere die Bewertung durch die HBL wird vermutlich Proteste nach sich ziehen. „Wir haben ein juristisches Gutachten von Sportrechtlern anfertigen lassen“, berichtete der HBL-Geschäftsführer. Eine Annullierung der bisherigen Saison ist offensichtlich nicht die bevorzugte Variante der HBL. Eine Quotienten-Regelung, bei der der bisherige Punkteschnitt jedes Teams ermittelt und anschließend hochgerechnet wird auf die ausstehenden Partien, ist denkbar.

          Hinter der Trophäe verblassen die Spieler: Die Champions League soll diesmal Ende Dezember entschieden werden.

          Unterdessen soll das Final-Turnier der Handball-Champions-League in Köln erst kurz vor dem Jahreswechsel stattfinden. Der  Europäische Handball-Verband (EHF) hat den 28. und 29. Dezember als Termin für das „Final4“ im wichtigsten Europapokal neu festgelegt. Ursprünglich hätten Halbfinale und Endspiel am 30./31. Mai steigen sollen. Der erste angesetzte Nachholtermin am 22./23. August war wegen der Entwicklungen der Corona-Pandemie hinfällig geworden.

          „Aus der Sicht des europäischen Vereins-Handballs gab es einen gemeinsamen Willen, das „Final4“ im Jahr 2020 auszutragen. Und diese Meinung wurde von den Vertretern der Klubs in einem Austausch unterstützt“, sagte EHF-Präsident Michael Wiederer. Schon am 14. Januar 2021 soll freilich die WM in Ägypten beginnen.

          In der laufenden Saison der Champions League sind noch zwei deutsche Vertreter im Rennen. Der THW Kiel hatte sich direkt für das Viertelfinale qualifiziert, die SG Flensburg-Handewitt steht im Achtelfinale. Vor dem Final-Turnier müssen noch zwanzig K.o.-Spiele ausgetragen werden, die zuletzt für den Juni geplant waren.

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