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Prokop oder Baur : Die Bundestrainer-Suche im Handball spitzt sich zu

  • -Aktualisiert am

„Beide sind sehr gute Leute“: DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Bild: dpa

Nach dem überraschenden Ja-Wort von Christian Prokop gibt es nun zwei Kandidaten für den Bundestrainer-Posten der Handballer. Nun warten harte Verhandlungen – und eine Hängepartie.

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          Der Deutsche Handballbund (DHB) ist bei seiner Suche nach dem neuen Bundestrainer ein Stück weiter gekommen, aber immer noch nicht am Ziel. Wie DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Donnerstag sagte, seien der Leipziger Christian Prokop und der Stuttgarter Trainer Markus Baur die beiden verbliebenen Kandidaten. Beider Konzepte seien kompatibel mit den Vorstellungen des Verbandes. Der dritte mögliche Nachfolger Bundestrainer Dagur Sigurdssons, Ulrik Wilbek, habe dem DHB abgesagt. Wilbek hatte die dänische Nationalmannschaft über Jahre erfolgreich geführt.

          Wie Hanning ausführte, werde es nun „in aller Ruhe“ Gespräche mit den beiden Wunschkandidaten und deren Vereinen geben. Darin dürfte es in erster Linie um Ablösezahlungen gehen, denn Prokop ist in Leipzig bis 2021 unter Vertrag, Baur in Stuttgart bis 2018. Hanning sagte: „Es ist nicht erforderlich, die Sache übers Knie zu brechen. Eine Entscheidung in diesem Jahr ist eher unwahrscheinlich.“ Sigurdsson wird den DHB nach Ende der WM Anfang 2017 in Frankreich verlassen, hat beim DHB allerdings noch einen Vertrag bis einschließlich 30. Juni 2017. Hanning sagte weiter, dass er die Verhandlungen mit Prokop, Baur und den Vereinen nicht allein, sondern gemeinsam mit Frank Bohmann, dem Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), und deren Präsidenten Uwe Schwenker führen werde.

          Prokop hatte am Mittwochabend nach der 28:31-Niederlage des SC DHfK Leipzig bei der SG Flensburg-Handewitt seine überraschende Entscheidung pro DHB bekannt gegeben. „Ich habe Wochen gebraucht, um zu überlegen und abzuwägen“, sagte der 37 Jahre alte Handball-Lehrer, „die Entscheidung ist mir schwer gefallen, weil ich eine emotionale Beziehung zum SC DHfK habe. Jetzt hoffe ich auf faire Gespräche zwischen dem Verband und unserem Verein.“ Viele in Verein und Öffentlichkeit waren in den Tagen davor davon ausgegangen, dass Prokop in Leipzig weitermachen werde. Das könnte jetzt allenfalls noch im Rahmen einer Doppelbeschäftigung für Verband und Verein möglich sein. Wahrscheinlicher ist indes ein Ausstieg im Sommer 2017 nach Zahlung einer Ablöse durch den DHB an die Leipziger.

          „Wir sind mit der Entscheidung nicht glücklich, weil wir gern weiter zusammengearbeitet hätten“, sagte der offenbar ebenfalls überraschte Leipziger Geschäftsführer Karsten Günther, „einen Freifahrtschein für Christian Prokop wird es nicht geben. Es muss am Ende eine gute Lösung für alle sein.“ Bis zum Saisonende dürften die Leipziger Prokop auf jeden Fall behalten wollen, allein schon, um genug Zeit für die Suche nach einem Nachfolger zu haben. Markus Baur, Trainer des TVB Stuttgart, ließ am Donnerstag nicht unerwähnt, wie sehr ihn der Posten interessiere, klang aber etwas zurückhaltender als Prokop: „Bundestrainer ist natürlich eine interessante Aufgabe. Alles andere werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.“

          Hanning deutete am Donnerstag an, dass die deutsche Auswahl im Zeitraum vom Ende der WM bis zum Ende der Saison im Juni 2017 eventuell von einem Interimstrainer betreut werden könnte. Im Mai und Juni stehen Spiele in der Qualifikation zur WM 2018 in Kroatien gegen Slowenien (Hin- und Rückspiel) sowie in Portugal und gegen die Schweiz an.

          „Making of“-Video : Die Handball-Europameister lesen die F.A.Z.

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