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Zwist mit Nationalmannschaften : Handball-Bundesliga stellt Bedingungen für Abstellungen

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Nationalmannschaft ohne Uwe Gensheimer? Noch gibt es zwischen Klubs und Verbänden keine Einigung bezüglich zukünftiger Abstellungen. Bild: Picture-Alliance

Zuletzt hatten die Handball-Bundesligaklubs mit einem Länderspiel-Boykott gedroht, nun fordern sie von den Verbänden ein bestmögliches Konzept für den Corona-Schutz ihrer Spiele – und das Aussetzen einer Quarantänepflicht.

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          Die Handball-Bundesliga (HBL) will ihre Nationalspieler nur bei einem entsprechenden Konzept zum bestmöglichen Corona-Schutz der Profis für Länderspiele abstellen. Mit Blick auf die Länderspielpause in der kommenden Woche fordert die Liga die Nationalverbände zu einer zeitnahen Vorlegung eines solchen Konzepts auf. „Es drängt“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

          „Wie reisen die Spieler an und ab, wo übernachten sie, gibt es ein entsprechendes Hygienekonzept für die Spiele? Außerdem wollen wir, dass von den Verbänden nur PCR-Tests durchgeführt werden“, sagte der 55-Jährige nach einer Konferenz mit den Klubchefs. „Unsere Forderungen müssen da erfüllt werden. Bei allem Verständnis für die Solidarität geht da die Gesundheit des Spielers vor, und die könnten wir sonst nicht garantieren.“

          Von einigen Verbänden wie dem Deutschen Handballbund (DHB) liege ein entsprechendes Konzept bereits vor. Andere Verbände dagegen sehen laut Bohmann keine Veranlassung, mit der HBL zu sprechen. „Das werden wir aber von jedem verlangen, sonst werden die Spieler nicht abgestellt.“ Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen. Dazu befinde man sich mit den Regierungsverantwortlichen der 16 Bundesländer in Gesprächen.

          Zuletzt preschten die Rhein-Neckar Löwen vor und erwogen im Ringen um Freigaben und Fristen in Zeiten von Corona, ihre Spieler nicht zu den Nationalmannschaften abzustellen. Stand jetzt verweigere zwar niemand die Freigabe und man akzeptiere die Abstellungspflicht für Nationalspieler, sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann dem „Mannheimer Morgen“: „Wir befinden uns aber aktuell in einer weltweiten Ausnahmesituation und haben neben der wirtschaftlichen Verantwortung für unseren Klub auch eine gesundheitliche Verantwortung für unsere Spieler.“

          In der Diskussion stehen vor allem Länderspiele in Corona-Risikogebieten. Die Quarantäne-Bestimmungen für Rückkehrer sind in den einzelnen Bundesländern noch unterschiedlich, Spieler könnten für Liga-Spiele womöglich nicht zur Verfügung stehen, ganze Spieltage stünden somit auf der Kippe. Es sei klar, „dass wir niemand zu seiner Nationalmannschaft in ein Risikogebiet schicken können, der nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müsste“, hatte Kettemann gesagt.

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