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Handball-Bundesliga : Löwen-Patzer macht Titelrennen wieder spannend

  • Aktualisiert am

Die Rhein-Neckar Löwen geben ihre gute Ausgangsposition aus der Hand. Bild: dpa

Die Rhein-Neckar Löwen drohen ihre gute Ausgangsposition auf dem Weg zum Titel in der Handball-Bundesliga zu verspielen. Einen großen Erfolg gibt es dafür im Europapokal für die Füchse aus Berlin.

          Das Rennen um die deutsche Handball-Meisterschaft ist nach einem Patzer von Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen wieder offen. Die Mannheimer kamen am Sonntag beim HC Erlangen nicht über ein 25:25 (14:13) hinaus und mussten die Tabellenführung an die SG Flensburg-Handewitt abgeben, die sich gegen GWD Minden zu einem 24:23-Sieg zitterte. Allerdings kann der Meister, der ein Spiel weniger absolviert hat, die Spitzenposition mit einem Heimsieg am Donnerstag gegen die MT Melsungen zurückerobern.

          In einem spannenden Spiel kassierten die Löwen eine Sekunde vor Schluss den Ausgleichstreffer, der sie im Saison-Endspurt noch einmal unter Druck setzt. Die Mannheimer (51:11 Punkte), die in Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson (7 Tore) ihren besten Werfer hatten, empfangen neben Melsungen noch die Eulen Ludwigshafen und den SC DHfK Leipzig. „Der Druck ist definitiv da. Jetzt werden alle Aufgaben schwer“, sagte Löwen-Teammanger Oliver Roggisch.

          Flensburg (52:12) muss noch beim Aufsteiger TuS N-Lübbecke und zuhause gegen Frisch Auf Göppingen antreten. Gegen Minden hatte der Vizemeister mehr Mühe als erwartet, setzte sich dank der Treffsicherheit von Hampus Wanne (6 Tore) und Rasmus Lauge (5) aber knapp durch. Einen wichtigen Sieg im Kampf um einen internationalen Startplatz landete der THW Kiel mit dem 31:27 beim TBV Lemgo.

          Zum zweiten Mal nach 2015 haben die Füchse Berlin unterdessen den EHF-Pokal gewonnen und damit die Siegesserie der deutschen Handball-Vereine in diesem Wettbewerb verlängert. Am Sonntag setzte sich die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic im dramatischen Finale in der Magdeburger Arena mit 28:25 (14:13) gegen den französischen Vertreter Saint-Raphael durch. Der hatte tags zuvor die Titelträume des SC Magdeburg durch ein 28:27 im Halbfinale beendet hatte. „Das war ein unfassbar intensives Spiel, in dem wir die letzten Körner herausholen mussten. Wir mussten alles geben“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning. Überragender Füchse-Akteur war Torwart Silvio Heinevetter, der 17 Würfe abwehrte und die Trophäe bereits zum dritten Mal gewann, nach 2007 mit Magdeburg und 2015 mit Berlin.

          Der EHF-Pokal bleibt somit eine deutsche Domäne: Es war der 19. Erfolg eines Bundesligisten in der Geschichte des Wettbewerbs, alleine in den vergangenen 15 Jahren war es der 14. Sieg einer deutschen Mannschaft. Bester Füchse-Werfer im Finale war Mattias Zachrisson mit neun Treffern. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Saint-Raphael auch 25:26 verkürzt, dann trafen Zachrisson und Paul Drux zum verdienten Sieg. Durch den Erfolg der Füchse hat die Bundesliga in der kommenden Saison vier Startplätze im EHF-Cup. Davon könnte Rekordmeister THW Kiel profitieren, wenn er den fünften Tabellenplatz hält.

          Die Berliner lagen im Finale zwar 0:3 zurück, kämpften sich dank der Paraden von Heinevetter aber schnell ins Spiel zurück. Angeführt vom Dänen Hans Lindberg, der sich mit 81 Treffern zum zweiten Mal nach 2017 die Torjägerkrone des EHF-Pokals sicherte und im Endspiel sechs Mal traf, setzte sich Berlin auf 9:4 ab. Saint-Raphael wankte, zeigte aber Moral und verkürzte bis zur Pause auf 13:14. Die Füchse, die das vierte Spiel -zweimal Bundesliga, zweimal EHF-Pokal – innerhalb von acht Tagen absolvierten (und gewannen), starteten dann aber wie die Feuerwehr. Abermals war es Heinevetter, der für die Glanzpunkte sorgte – und beim 18:14 in der 35. Minute betrug der Vorsprung wieder vier Tore. Die Franzosen ließen sich aber nicht abschütteln - und so fiel die Entscheidung erst in der Schlussminute.

          Zuvor hatte sich der SC Magdeburg durch ein 35:25 (16:15) gegen den entthronten Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen den dritten Platz gesichert. Beste SCM Werfer waren Matthias Musche, Nemanja Zelenovic (beide jeweils neun Tore) und Michael Damgaard (8). Daneben überragte Torwart Jannick Green, der 14 Würfe abwehrte. Trotz des Sieges war Trainer Bennet Wiegert immer noch enttäuscht: "Wir wollten dieses Spiel nicht, wir wollte ins Finale. Aber wir haben mit Herz gespielt und konnten unseren tollen Fans einiges zurückgeben." Magdeburg hatte tags zuvor das Halbfinale mit 27:28 gegen Saint-Raphael verloren. Die Füchse waren nach einem 27:24 über Göppingen in ihr drittes EHF-Pokal-Finale nach 2015 und 2017 eingezogen.

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