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Handall-Bundesliga : Was ist nur mit den Löwen los?

  • Aktualisiert am

Was es das im Titelrennen? Bogdan Radivojevic und die Löwen verlieren. Bild: dpa

Es sieht schon so aus, als würden die Rhein-Neckar Löwen zum dritten Mal in Serie Meister. Doch aus der Zielgeraden kommen sie mächtig ins Straucheln – und reagieren fassungslos.

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          Hängende Köpfe, entgeisterte Gesichter und ein Gefühl der Ohnmacht: Der wohl entscheidende Rückschlag im Titelrennen löste beim deutschen Handball-Meister Rhein-Neckar Löwen eine Schockstarre aus. „Es tut unfassbar weh“, sagte Teammanager Oliver Roggisch nach dem 23:24 gegen die MT Melsungen. Durch die erste Heim-Pleite in der Bundesliga seit eineinhalb Jahren verspielte der DHB-Pokalsieger mit hoher Wahrscheinlichkeit den Titel-Hattrick und das erste Double in der Vereinsgeschichte.

          Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen gab der Titelverteidiger seinen komfortablen Vier-Punkte-Vorsprung vor der SG Flensburg- Handewitt aus der Hand. Der Vizemeister befindet sich zwei Spieltage vor Saisonende plötzlich in der Pole Position und kann nun aus eigener Kraft die zweite Meisterschaft nach 2004 klarmachen. „Wir sind natürlich alle riesig enttäuscht. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Für uns ist das extrem ärgerlich“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen. „Jetzt liegt es nicht mehr in unseren Händen.“

          Ausgerechnet gegen Melsungen – die Nordhessen konnten zuvor noch nicht einmal einen Punkt in Mannheim ergattern – endete die stolze Heimserie der Löwen, die vor allem an ihren eigenen Nerven scheiterten. „Es ist schwierig, dafür Worte zu finden. Es ist bitter, dass uns das in dieser Phase der Saison passiert“, stellte Nationalspieler Patrick Groetzki frustriert fest.

          Flensburg (52:12 Punkte) muss an diesem Sonntag beim Aufsteiger TuS N-Lübbecke antreten und kann den Titel dann am 3. Juni mit einem Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen perfekt machen. Die Löwen (51:13) empfangen noch den Tabellenvorletzten Eulen Ludwigshafen und zum Abschluss den SC DHfK Leipzig. „Wir müssen die Köpfe hochbekommen und die letzten zwei Spiele gewinnen“, forderte Jacobsen. „Und dann müssen wir schauen, was Flensburg macht.“

          Innerlich haben die Löwen den Titel aber bereits abgehakt. „Wir haben nix mehr in der eigenen Hand, deshalb muss man mit dem Szenario rechnen, dass es keine Meisterfeier gibt“, sagte Groetzki. „Das wäre ganz bitter.“ Denn die Mannheimer wollten in dieser Saison unbedingt den historischen Triumph schaffen. Dafür schenkten sie sogar die Champions League her, wo sie im Achtelfinale wegen einer Doppel- Ansetzung mit ihrer zweiten Mannschaft beim polnischen Meister Kielce antraten.

          Nun droht sogar noch der Absturz auf Rang drei, auf dem der punktgleiche EHF-Cup-Gewinner Füchse Berlin lauert und auf die Patzer der Konkurrenz wartet. „Wir wollen noch einen Platz aufrücken“, sagte Rückraumspieler Paul Drux nach dem 26:20 gegen Lübbecke. „Wir wollen unsere Spiele gewinnen – und dann schauen wir mal, wofür es reicht.“ Roggisch appellierte daher an die Löwen-Spieler, die Enttäuschung ganz schnell abzuschütteln. „Wir haben noch eine ganz wichtige Aufgabe vor der Brust, nämlich die Qualifikation zur Champions League. Dafür lohnt es sich, in den verbleibenden Spielen zu kämpfen“, sagte er und versprach den ebenso konsternierten Fans: „Wir werden die Saison vernünftig zu Ende bringen.“

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