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Handball-Bundesliga : Klubs investieren weniger

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Ungleiches Duell: Finanziell kann sich Kiel weitaus stärker strecken als Flensburg-Handewitt Bild: dpa

Die Vereine der Handball-Bundesliga planen, in der kommenden Spielzeit weniger Geld auszugeben als in der Rekordsaison 2011/2012. Meister Kiel bleibt der finanzstärkste Klub, Aufsteiger Neuhausen ist Schlusslicht. Spektakuläre Transfers blieben aus.

          Die achtzehn Erstliga-Klubs planen laut einer Umfrage für die am Freitag beginnende Spielzeit mit einem Etat von 72,9 Millionen Euro. Dies sind 750.000 Euro weniger als in der Vorsaison, in der noch ein Rekordetat aufgestellt worden war. Den ersten Platz in der Statistik nimmt einmal mehr der deutsche Rekordmeister THW Kiel mit 9,5 Millionen Euro ein. Finanziell aufgestockt wurde beim Triple-Sieger aber nicht. Schlusslicht ist TV Neuhausen/Erms, der nach dem ersten Aufstieg seit 35 Jahren einen geringen Etat von 800.000 Euro angibt.

          Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), Frank Bohmann, macht einen klaren Trend aus: Die Vereine seien auf einem Sparkurs, meint er. Die deutsche Eliteklasse ist gewarnt, denn viele europäische Ligen sind in Finanznöten. Das abschreckendste Beispiel kommt aus Dänemark: Nach dem Rückzug von Mäzen Jesper Nielsen (vorher Rhein-Neckar Löwen) ging AG Kopenhagen, dänischer Meister und Champions-League-Halbfinalist, pleite und Stars wie Welthandballer Mikkel Hansen waren vorübergehend arbeitslos.

          Drastische Einschnitte bei den Löwen und in Hamburg

          Die drastischsten Einschnitte mussten die Rhein-Neckar Löwen und der HSV Hamburg hinnehmen. Bei den Löwen wurde nach dem Rückzug von Geldgeber Nielsen der Etat um zwei Millionen reduziert. Bei den Mannheimern hat ein Umdenken eingesetzt. „Wir haben die jüngste Mannschaft, die es bei uns je gab“, sagte Manager Thorsten Storm. Teure Spieler wurden abgegeben, neue Verträge wurden nur mit geringeren Bezügen ausgegeben. „An den Spielergehältern wird gespart. Auch die großen Klubs arbeiten jetzt mit einem sehr viel spitzeren Bleistift“, sagte Bohmann. Nach Jahren des starken Wachstums sind die Gehälter erstmals rückläufig.

          Auch in Hamburg erfolgte nach sieben Jahren erstmals ein Kurswechsel. Nach dem Rückzug des ehemaligen Präsidenten Andreas Rudolph, der mehrere Millionen Euro in den Klub investierte, wurde der Etat in erheblichem Maße auf 8,1 Millionen Euro gesenkt. „Auch wir müssen sparen“, sagte der neue Präsident Matthias Rudolph, der Sohn. Sogar ein Gehaltsverzicht bei den Spielern von 20 Prozent soll laut Medienberichten angeblich angedacht sein, was Rudolph aber nicht bestätigte. Neue Verträge gab es indes nur noch zu stark reduzierten Konditionen.

          Auch bei der SG Flensburg-Handewitt steht laut Geschäftsführer Dierk Schmäschke eine „Restrukturierung“ des gesamten Vereins bevor. „Es wird den ein oder anderen harten Einschnitt geben. Wir stellen die Mannschaft in den Mittelpunkt unseres Handelns“, sagte Schmäschke, der bereits die Pressestelle aus betriebsbedingten Gründen schloss. In der Bundesliga haben laut HBL-Geschäftsführer „ein Drittel bis zur Hälfte der Vereine ein negatives Eigenkapital“. Das sei handhabbar. Wenn es sich aber über mehrere Jahre immer weiter anhäufe, dann könne es zu Problemen führen. Ein Fall wie in Kopenhagen sei auch hierzulande nicht ausgeschlossen.

          Deshalb wurde neben dem vor zwei Jahren eingeführten Neuverschuldungsverbot in diesem Sommer zusätzlich der Schuldenabbau vereinbart. „Die überschuldeten Klubs müssen ihre Schulden in drei Jahren um 30 Prozent abbauen“, schilderte Bohmann die Vereinbarungen. Zuletzt hatte der TBV Lemgo kurz vor der Insolvenz gestanden. Nur durch Gehaltsverzicht wurde das Schlimmste verhindert. Der VfL Gummersbach und TV Großwallstadt hatten erst im zweiten Anlauf die Lizenz erhalten.

          Spektakuläre Transfers bleiben aus

          Ganz spektakuläre Transfers blieben daher aus. Nachdem Kiel in der vergangenen Saison erstmals seit 23 Jahren keinen Spieler verpflichtet hatte, kommen in Gudjon Valur Sigurdsson, René Toft Hansen, Marko Vujin und Patrick Wiencek vier Neue. Der HSV muss den Abgang der Gilles-Brüder verkraften und holte unter anderem die Olympia-Zweiten Andreas Nilsson und Fredrik Petersen. Die Löwen haben unter ihren zehn Neuzugänge Spieler wie Kim Ekdahl Du Rietz und Niklas Landin. Bei den Füchsen könnte der Russe Konstantin Igropulo, der vom Spitzenklub Barcelona an die Spree wechselt, nicht nur auf dem Spielfeld für Schlagzeilen sorgen. Seine Frau Marina ist eine populäre Sängerin in ihrer Heimat. Laut Ligaverband HBL ging der Gesamtetat für den Spielbetrieb der Klubs gar um gut fünf Prozent auf 83,6 Millionen Euro zurück (Vorjahr 88 Mio.). Teilweise variieren die Angaben dadurch, dass Clubs den Gesamtetat bekanntgeben und andere nur den für die Profis.

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