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Handball-Bundesliga : Kiel knackt den Rekord

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Mit Applaus zur Bestmarke: Kiel gewinnt die ersten 17 Spiele der Saison und ist damit neuer Rekordhalter Bild: dapd

Durch einen hohen Sieg sichert sich Handball-Rekordmeister Kiel den Startrekord in der Bundesliga. Auch Lemgo gewann einst die ersten 17 Spiele einer Saison, der THW hat aber eine bessere Tordifferenz.

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          Der THW-Express läuft wie geschmiert. Der deutsche Handball-Rekordmeister aus Kiel hat mit dem 31:22 (20:12)-Sieg gegen Eintracht Hildesheim nun auch einen Startrekord in der Bundesliga aufgestellt. 17 Siege in Serie waren bisher nur dem TBV Lemgo gelungen, der 2002 ebenfalls mit 34:0 Punkten in die Saison gestartet war.

          Zieht man die Tordifferenz hinzu, halten die „Zebras“ dank zweier mehr erzielter Treffer (146) schon allein die Bestmarke. Mit dem erwarteten Sieg am Montag im letzten Liga-Spiel des Jahres beim schwächelnden VfL Gummersbach kann Kiel auch den Punkte-Rekord allein für sich beanspruchen.

          Das Team von Alfred Gislason ist auf dem besten Weg, sogar die Marke der Basketballer von Alba Berlin zu erreichen. In der Spielzeit 2000/2001 gelangen den Berlinern 24 Siege hintereinander. Die Kieler interessieren solche Statistiken nicht - sagen sie. „In der Kabine haben wir darüber noch nie gesprochen“, meinte Welthandballer Filip Jicha. Nicht Serien seien wichtig, allein die Titel zählen.

          Und ihre 17. Meisterschaft streben die Kieler in beeindruckender Manier an. Ein Grund für die Dominanz ist, dass in Kim Andersson und Daniel Narcisse zwei Ausnahme-Asse, die verletzungsbedingt im Vorjahr kaum eine Rolle spielten, nun fit sind. Als weiterer Grund gilt das Sommer-Trainingslager: Auf La Reunion stürzten sich Jicha & Co. auf Mountainbikes steinige Abhänge hinab, flogen in Helikoptern durch schmale Täler und durchwanderten tolle Landschaften - diese Erlebnisse auf der Vulkan-Paradies im Indischen Ozean formten den ungeheuren Teamgeist.

          Zweiter? Für Kiel eine Enttäuschung

          Ein entscheidender Fortschritt, nachdem der THW trotz des siebten DHB-Pokalsiegs eine verlorene Saison hinter sich hatte: Aus im Champions-League-Viertelfinale, nur Zweiter hinter dem HSV Hamburg in der Liga - für das Kieler Selbstverständnis arg enttäuschend.

          Daher arbeiteten sie noch härter, um wieder dort zu stehen, wo sie sich selbst sehen: ganz oben. Am 4. Mai verloren sie beim SC Magdeburg 24:30 - es war die letzte Niederlage gegen die nationale Konkurrenz. Seitdem hat das Gislason-Team in Test- oder Pflichtspielen 49 Siege gefeiert und nur zweimal (Leon/Remis, Montpellier/Heimniederlage) nicht gewonnen.

          Lösungen in schwierigen Situationen

          Zahlen, die den Glauben an die eigene Stärke so festigten, dass es in kritischen Situationen kein Wanken mehr gibt. „Wir wissen, wir können in den letzten zehn Minuten jedes Team knacken“, sagte Andersson. Der THW stürmte in 15 Tagen die Festungen in Magdeburg, Flensburg, Montpellier und Berlin.

          Die von Gislason taktisch und physisch top-eingestellte Mannschaft, die im Gegensatz zu Meister HSV zwei Deckungssysteme sicher beherrscht, findet in schwierigen Situationen immer wieder Lösungen. Beispiel: Als in Marcus Ahlm der einzige THW-Weltklassemann am Kreis pausieren musste, übernahm Jicha dessen Posten: Und spielte, als hätte er nie etwas anderes getan.

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