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Handball-Bundesliga : HSV siegt in Kiel - Magdeburg verliert nach Wenta-Rauswurf

  • Aktualisiert am

Triumph in der Ostseehalle: Torgowanow, Hens und Bertrand Gille Bild: dpa

Quasi in letzter Sekunde hat der HSV Hamburg das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga beim Titelverteidiger THW Kiel mit 31:30 gewonnen. Dagegen unterlag Magdeburg einen Tag nach dem Rauswurf von Trainer Wenta beim TV Großwallstadt.

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          Der HSV Hamburg hat das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga beim Titelverteidiger THW Kiel mit 31:30 (15:16) gewonnen und damit seine Meisterschaftsambitionen bekräftigt. Die Kieler verteidigten zwar mit 20:4 Punkten die Tabellenführung, doch die mit einem Minuspunkt weniger belasteten Hamburger (19:3) sind mit einer Partie im Rückstand.

          In der vergangenen Spielzeit musste der Europacupsieger der Pokalsieger aus Hamburg nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses dem Champions-League-Gewinner aus Kiel die Meistertrophäe überlassen. 10.250 Zuschauer sahen eine nicht immer hochklassige, aber bis zum Schluss höchst spannende Partie, in der die Gäste einen Vorsprung von vier Toren in den letzten acht Spielminuten beinahe noch verspielt hätten.

          Yoons Treffer entscheidet das Spiel

          Beim Spielstand von 30:30 behielten die Hamburger die Nerven und erzielten drei Sekunden vor Schluss den Siegtreffer durch Kyung-Shin Yoon. Für die Kieler war es die zweite Niederlage der laufenden Saison, nachdem man zuvor bereits beim Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt verloren hatte. Für den HSV, der in dieser Saison noch ohne Auswärtsniederlage ist, war es im sechsten Anlauf der erste Sieg beim THW überhaupt. Kiel verlor erstmals seit dem 6. September 2006 wieder in der heimischen Ostseehalle.

          Matchwinner für den HSV waren Rekord-Torschütze Yoon mit elf Treffern sowie Torhüter Johannes Bitter, der vier Siebenmeter des THW abwehrte und die Gastgeber mit zwei Dutzend Paraden schier zur Verzweiflung brachte. Bester Werfer der Kieler war Nikola Karabatic, der insgesamt zehnmal ins Tor traf.

          Magdeburg verliert in Großwallstadt

          Einen Tag nach der Entlassung von Trainer Bogdan Wenta unterlag der SC Magdeburg mit 30:34 (13:18) beim TV Großwallstadt. Mit 10:12 Punkten rutschte der ehemalige Champions-League-Sieger auf Rang elf hinter Großwallstadt (11:11) ab.

          Damit verpasset es Magdeburg, auf die Querelen abseits des Parketts eine sportliche Antwort zu geben. Vor rund 4.000 Zuschauern in der Aschaffenburger Frankenstolz-Arena war Christoph Theuerkauf mit acht Treffern bester Werfer für die Mannschaft von Interimstrainer Helmut Kurrat und Sportdirektor Stefan Kretzschmar. Beim TVG war Michael Spatz (7) am treffsichersten.

          Trotz der Niederlage glaubt Theuerkauf, dass der SCM zu alter Stärke zurückfinden wird. „Wir haben dennoch gezeigt, dass das Team Charakter hat und wir noch nicht tot sind. Wir werden mit Kretzsche und Helmut Kurrat nun daran arbeiten, dass wir wieder Erfolge einfahren. Mit uns ist noch zu rechnen“, sagte der Kreisläufer.

          Blockierte Bördeländer

          Zwar ging der SCM durch Karol Bielecki nach 46 Sekunden mit 1:0 in Führung, aber danach wirkten die Bördeländer wie blockiert. Während die Gastgeber ein Tor nach dem anderen erzielten, blieb der Champions-League-Sieger von 2002 bei fast allen Versuchen erfolglos. Nach 14 Minuten lag Magdeburg bereits mit 3:11 im Hintertreffen, auch weil aus dem Rückraum so gut wie kein Druck entwickelt wurde. Nach Umstellung ihrer Deckung kamen die Gäste aber besser ins Spiel und konnten den Rückstand zur Halbzeit wenigstens halbwegs in Grenzen halten.

          Nach dem Wiederanpfiff kämpfte sich das Team um Kapitän Fabian van Olphen auf 20:22 (40.) heran, musste Großwallstadt aber auf 28:23 (48.) ziehen lassen. Doch die Magdeburger steckten nicht auf und verkürzten erneut (29:30/55.). Nach einer Auszeit durch TVG- Coach Michael Roth bewiesen die Hausherren die besseren Nerven und sorgten mit drei Toren in Serie für die Entscheidung.

          Unterdessen hat Kretzschmar betont, dass die Lösung als Interimstrainer nur von kurzer Dauer sein soll. „Für mich ist die aktuelle Situation nicht einfach, weil ich meinen Traumberuf als Sportdirektor hatte, in den ich so schnell wie möglich wieder zurück möchte“, sagte der frühere Nationalspieler. So schnell wie möglich soll ein neuer Coach verpflichtet werden. Als ein Kandidat gilt nach der Absage von Markus Baur, den es zurück nach Lemgo zieht, der Wilhelmshavener Coach Michael Biegler.

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