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Weltmeisterschaft in England : Gute Bilanz für deutsche Leichtathleten

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Bronze beim Weitsprung: Sosthene Moguenara. Bild: AFP

Nach Silber bei der Hallen-WM zählt für Kugelstoß-Routinier David Storl nun die Freiluft-EM im Sommer. Weitspringerin Sosthene Moguenara holt am letzten Abend noch einmal Bronze – das schaffte zuletzt vor 23 Jahren Susen Tiedtke-Greene.

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          Silber für Kugelstoßer David Storl, Bronze für Hochspringer Mateusz Przybylko und Weitspringerin Sosthene Moguenara: Das kleine deutsche Leichtathletik-Team hat sich bei den Hallen-Weltmeisterschaften wacker geschlagen, auch wenn sich in Birmingham nicht alle Medaillenhoffnungen erfüllten. Abgerechnet wird in diesem Jahr ohnehin erst nach der Heim-EM vom 7. bis 12. August in Berlin. Dann wollen auch die starken Werfer und Stoßer um Speer-Weltmeister Johannes Vetter und die Diskus-Asse Christoph und Robert Harting in Topform sein.

          Zum WM-Auftakt hatte sich Przybylko überraschend Bronze geschnappt, Storl setzte mit Silber ein unverhofftes Glanzlicht, und auch Moguenara enttäuschte als Dritte in einem Super-Feld nicht. Die 28 Jahre alte Olympia-Zehnte aus Wattenscheid kam im zweiten Versuch auf 6,85 Meter und musste sich am Ende nur Weltmeisterin Ivana Spanovic aus Serbien (6,96 Meter) und der Amerikanerin Brittney Reese (6,89) geschlagen geben. „Es ist ein super, super geiles Gefühl. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich meine Medaille habe. Das ist genau das, was ich mir so lange gewünscht habe“, sagte Moguenara. Die bislang letzte deutsche Medaillengewinnerin im Weitsprung bei einer Hallen-WM war 1995 mit Bronze Susen Tiedtke-Greene.

          Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) wurde in der letzten von 26 WM-Entscheidungen mit 5,80 Metern Fünfter. Zehn Zentimeter mehr benötigte Weltrekordler Renaud Lavillenie zur Titelverteidigung: Mit 5,90 Metern gewann der Franzose Gold vor dem Amerikaner Sam Kendricks und dem Polen Piotr Lisek (beide 5,85). Zwei Youngster im 22-köpfigen deutschen Aufgebot mussten dagegen Lehrgeld zahlen: Dreisprung-Europameister Max Heß hatte Pech und wurde Elfter. Deutschlands Lauftalent Konstanze Klosterhalfen wurde über 3000 Meter Siebte. Beide sind erst 21.

          „Es gibt keine klassischen und damit auch keine deutschen Medaillenbänke mehr“, sagte Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). „Es zählt halt wirklich die Tagesform und das, was wir rausgegeben haben: Performen, wenn's drauf ankommt. Und das ist das Thema, an dem wir arbeiten werden“, betonte der DLV-Cheftrainer. Vorleistungen, sagte Gonschinska, „zählen nicht wirklich“.

          Das galt auch für Storl, der mit seinem neuen Coach Wilko Schaa und neuer Trainingsmethodik wieder an gute alte Zeiten anknüpfte. Mit Platz zwei hatte der 27 Jahre alte Leipziger selbst nicht gerechnet, und nach seinem dritten Silber-Coup bei einer Hallen-WM ging sein Blick schon Richtung Heim-Europameisterschaft: „Das ist der Startschuss für die Sommersaison.“ Gonschinska lobte den zweimaligen Weltmeister aus Sachsen, der diesmal auch die beiden amerikanischen Männer Darrell Hill und Ryan Whiting hinter sich ließ. „Das war durchaus aus einer Außenseiterposition ein ganz wichtiger Schritt zurück in Richtung Weltklasse.“

          Holte am Ende Silber: Kugelstoßer David Storl in Birmingham.
          Holte am Ende Silber: Kugelstoßer David Storl in Birmingham. : Bild: dpa

          Zum Schluss gab es noch einen Weltrekord durch die polnische Männerstaffel über 4x 400 Meter, die sich in 3:01,77 Minuten überraschend Gold vor dem Quartett aus den Vereinigten Staaten sicherte. Der amerikanische Sprintstar Christian Coleman verfehlte seinen 60-Meter-Weltrekord (6,34) nur um drei Hundertstel. Lediglich um zwei Hundertstel lief Kendra Harrison über 60 Meter Hürden am Weltrekord vorbei. Sie sicherte sich in 7,70 Sekunden ihre erste internationale Medaille. Stabhochspringerin Sandi Morris ließ die Latte nach ihrem Goldsprung über 4,95 Meter auf Weltrekordhöhe legen – und scheiterte (noch) dreimal an den 5,04 Metern.

          Wie knapp es in vielen Entscheidungen bei einer WM auf höchstem Niveau manchmal zuging, erlebten auch deutsche Athleten: Dem Siebenkampf-Vierten Kai Kazmirek fehlten nach einem 1000-Meter-Krimi ganze 27 Punkte zum Podestplatz, Hürdenflitzerin Cindy Roleder winzige drei Hundertstelsekunden – oder zwölf Zentimeter – zu Bronze. „Nächste Woche geht es in die Wärme. Ich denke, wenn ich verletzungsfrei bleibe, wird es ein gutes Ding im Sommer“, sagte die frühere Freiluft-Vizeweltmeisterin aus Halle/Saale.

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