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Giro d’Italia : Gewalttätiger Radprofi

  • Aktualisiert am

Bei der fünften Etappe ging es 159 Kilometer von Pedara nach Messina. Bild: dpa

Für den deutschen Radprofi Greipel reicht es auf der fünften Etappe beim Giro d’Italia nur zu Platz vier – Gaviria gewinnt. Giro-Favorit Nibali verliert nach einer Tätlichkeit seinen Helfer.

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          Auch wenn Messina die Heimatstadt von Vincenzo Nibali ist: Von der Topographie taugt der flache Kurs in der drittgrößten sizilianischen Stadt nun überhaupt nicht für einen Bergspezialisten. Und so ging es am Mittwoch für den 32 Jahre alten Giro-Favoriten, der tags zuvor bei der ersten Bergankunft der 100. Italien-Rundfahrt auch nicht gerade geglänzt hatte, nur darum, sich aus allen Scharmützeln herauszuhalten und keine Zeit zu verlieren.

          Den Etappensieg in „seiner“ Stadt konnte der Radprofi vom Team Bahrain-Merida am Mittwoch getrost den Sprintern überlassen. Nach 159 Kilometern von Pedara nach Messina inklusive einer 6,3 Kilometer langen Schlussrunde holte sich der Kolumbianer Fernando Gaviria den Sieg auf der fünften Etappe vor Jakub Mareczko (Polen) und Sam Bennett (Irland). Der Deutsche André Greipel vom Team Lotto Soudal wurde Vierter vor seinem Landsman Phil Bauhaus (Sunweb) und musste das Trikot des besten Sprinters an Gaviria weiterreichen, der seine zweite Etappe gewann. Der Luxemburger Bob Jungels (Quick-Step) bleibt im Rosa Trikot des Spitzenreiters, Nibali liegt in Lauerstellung zehn Sekunden dahinter.

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          Nicht mehr zur fünften Etappe angetreten war der Spanier Javier Moreno. Nicht etwa, weil er verletzt oder krank gewesen wäre, sondern weil sich der 32 Jahre alte Radprofi vom Team Bahrain-Merida am Vortag im Rennsattel eine Tätlichkeit gegen einen Konkurrenten erlaubt hatte. Und die ahndete die Jury mit dem sofortigen Ausschluss aus dem Giro samt einer Geldstrafe von 200 Franken. Moreno hatte am Fuß des Ätna im Positionskampf den neben ihm fahrenden Diego Rosa vom Team Sky am Trikot gepackt und ihn dann an den Straßenrand und in die Zuschauer gedrängt.

          Der Italiener kam zu Fall, blieb zum Glück unverletzt, musste aber das Rad wechseln. „Wenn ein Fahrer einen anderen von der Straße drängt und ins Publikum schiebt, dann ist das gefährlich,“ sagte Rosa später. Brent Copeland, der Team-Manager von Morenos Equipe, sprach von einer „unglücklichen Situation“ in einem „sehr intensiven Moment des Rennens. Dennoch ist Javiers Verhalten inakzeptabel.“

          Diese Einsicht kam wohl auch Nahkämpfer Moreno mit dem Abstand einer Nacht. Auf der Website seines Arbeitgebers las sich das dann so: „Ich möchte mich für meine Reaktion entschuldigen und klarstellen, dass es nicht meine Absicht war, ihn zu Fall zu bringen. Ich entschuldige mich bei ihm und Team Sky sowie bei meinen Teamkollegen und den Sponsoren.“

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          Moreno ist in dieser Saison schon der zweite Radprofi, der gewalttätig geworden ist. Andriy Grivko hat deshalb noch bis zum 14. Juni Startverbot. Der Ukrainer in Diensten von Astana hatte bei der Dubai-Tour dem deutschen Sprinter Marcel Kittel nach dessen Angaben einen Schlag mit dem Ellbogen verpasst und war später vom internationalen Radsportverband für 45 Tage gesperrt worden.

          Im Fall Moreno dürfte einer dürfte besonders sauer sein: Sein Kapitän. Denn Vincenzo Nibali, Vorjahressieger und neben dem Kolumbianer Nairo Quintana auch diesmal am höchsten eingeschätzt im Kampf um das Rosa Trikot, hat nun vor allem in den Bergen einen wichtigen Helfer weniger.

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