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Lüttich-Bastogne-Lüttich : Schwere Verletzungen nach Unfall bei Rad-Klassiker

  • Aktualisiert am

Saisonende für den Olympiasieger: Greg Van Avermaet verletzte sich schwer. (Bild von der Tour de France aus dem September) Bild: AP

Julian Alaphilippe jubelt, wird auf der Ziellinie bei Lüttich-Bastogne-Lüttich noch abgefangen – und für sein Manöver bestraft. Überschattet wird der Radsport-Klassiker in den Ardennen vom Sturz eines Olympiasiegers.

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          Straßenrad-Olympiasieger Greg Van Avermaet hat sich bei einem Sturz beim Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich schwere Verletzungen zugezogen. Der 35 Jahre alte Teamkollege von Simon Geschke (Berlin) erlitt knapp 100 Kilometer vor dem Ziel mehrere Brüche. Die Saison ist damit für den Belgier beendet.

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          Röntgenaufnahmen, die in einem Lütticher Krankenhaus gemacht wurden, zeigen eine Trennung des Schultereckgelenkes sowie drei gebrochene Rippen, einen kleinen Pneumothorax und eine kleine Fraktur des ersten Brustwirbelquerfortsatzes. Eine Gehirnerschütterung habe Van Avermaet nicht erlitten. Dies teilte Max Testa, Chefarzt des CCC-Teams mit.

          Die schwere Enttäuschung als Geschlagener bei der Tour de France münzte Primoz Roglic derweil bei dem Rennen in einen großen Sieg um. „Es war das erste Mal, dass ich das älteste Rennen bestritten habe. Es war auf meiner Wunschliste, so ein Monument zu gewinnen. Ich bin superglücklich, dass ich es nun geschafft habe“, sagte der 30 Jahre alte Slowene nach seinem Erfolg nach 257 Kilometern am Sonntagabend. Roglic trug bei der Tour lange Zeit das Gelbe Trikot, bevor er beim letzten Bergzeitfahren in den Vogesen noch von Landsmann Tadej Pogacar überholt wurde.

          In den Ardennen lief es nun besser, denn Roglic hatte im Schlussspurt des Spitzenquartetts ordentlich Glück. Julian Alaphilippe, Marc Hirschi und Tadej Pogacar behinderten sich nach einem umstrittenen Manöver von Alaphilippe gegenseitig, der Slowene Roglic überholte den bereits jubelnden Franzosen auf den allerletzten Metern. „Ich bin bis zum letzten Zentimeter gesprintet. Ich bin superglücklich und stolz“, befand Roglic.

          Der Franzose Alaphilippe wähnte sich bereits als Gewinner der 106. Ausgabe und riss die Arme frühzeitig in die Luft. Doch damit nicht genug: Nachträglich wurde Alaphilippe zudem noch auf Rang fünf strafversetzt, weil er den Schweizer Hirschi im Sprint behindert hatte. Nach seinem Sieg beim Fleche Wallonne am Mittwoch wurde der WM-Dritte Hirschi vom deutsch-lizenzierten Team Sunweb dadurch starker Zweiter. Tour-Sieger Pogacar (Slowenien) landete auf Rang drei.

          Tour-Etappensieger Lennard Kämna (Wedel) von der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe kam als bester Deutscher als 21. ins Ziel. Kämnas Teamkollege und Vorjahresdritte Maximilian Schachmann (Berlin) beendete Rennen nicht. Der formstarke Geschke musste sich aufgrund eines Defekts am Vorderrad kurz vor dem Ende mit Rang 30 begnügen.

          „Max hatte leider einen richtig schlechten Tag. Er hat schon früh gesagt, dass heute gar nichts geht, aber wir hatten gehofft, dass er sich vielleicht etwas freifahren kann. Dem war nicht so“, sagte Bora Sportdirektor Enrico Poitschke: „Lennard war dann im entscheidenden Moment an der richtigen Stelle, konnte aber die Attacke nicht mitgehen. Da kann man niemand einen Vorwurf machen. Mehr war heute leider nicht für uns drin.“

          Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell eigentlich den Abschluss der Frühjahrs-Klassiker, die in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie teilweise im Herbst stattfinden. Das Rennen zählt neben Mailand-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix und der Lombardei-Rundfahrt zu den fünf „Monumenten des Radsports“.

          Zudem endete mit Lüttich-Bastogne-Lüttich die Ardennen-Trilogie bereits nach zwei Rennen. Das abschließende Amstel Gold Race, das am kommenden Sonntag hätte stattfinden sollen, war aufgrund der verschärften Maßnahmen gegen das Coronavirus in den Niederlanden am Mittwoch abgesagt worden.

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