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Golfstar Mickelson bei US Open : „Ich habe viel besser gespielt, als es das Ergebnis aussagt“

  • Aktualisiert am

Hat noch einen Traum: Phil Mickelson will die US Open gewinnen. Bild: AP

Zweiter war er oft genug: Der Titel bei den US Open fehlt dem amerikanischen Golfstar Phil Mickelson noch. Doch bis ganz nach oben ist es auf dem Platz in Kalifornien ein weiter Weg.

          Anfang des Jahres hat Rory McIlroy von einem Golfmärchen geträumt. In einem Interview sagte der Nordire: „Wäre es nicht wundervoll, wenn ich das Masters, Jordan die PGA Championship und Phil die US Open gewinnen würde?“ Denn sowohl dem Weltranglistendritten McIlroy wie auch den Kollegen Spieth und Mickelson fehlt jeweils nur noch ein Triumph bei diesen Turnieren, um den Karriere-Grand-Slam zu vollenden, den Sieg bei allen vier Majors, einen Coup, den bisher nur die Amerikaner Gene Sarazen, Ben Hogan, Jack Nicklaus und Tiger Woods sowie der Südafrikaner Gary Player schafften.

          Doch im Sport werden Wunschlisten selten abgehakt. Woods gewann im April das Masters (McIlroy landete auf Platz 21). Brooks Koepka verteidigte im Mai seinen Titel bei der PGA Championship (Spieth belegte den geteilten dritten Platz). Bleibt in diesem Jahr nur noch Mickelson die Chance, in den exklusivsten Kreis des Spiels aufgenommen zu werden.

          Vielleicht die letzte Chance

          Bis Sonntag werden die 119. US Open auf den Pebble Beach Golf Links auf der Monterey-Halbinsel an der kalifornischen Pazifikküste ausgetragen – und es wäre wirklich eine märchenhafte Geschichte, wenn endlich auch der Name Phil Mickelson auf dem Sockel der 46 Zentimeter hohen Silbertrophäe eingraviert werden würde, zumal der Kalifornier aus San Diego am Sonntag auch noch seinen 49. Geburtstag feiert. Sechs Mal belegte „Lefty“ bei den US Open den zweiten Platz, mehr als jeder andere in der Geschichte des seit 1895 ausgetragenen Turniers. Immer wieder entglitt Mickelson der Sieg. Von 1999 bis 2013 schrieb er eine traurige Geschichte von verpassten Gelegenheiten. Pebble Beach ist vielleicht die letzte Chance, um diesen kleinen Makel einer glanzvollen Karriere zu tilgen.

          Am ersten Tag lief es für den Publikumsliebling allerdings noch nicht ganz nach Wunsch. Er benötigte 72 Schläge, einen mehr als der Platzstandard (Par 71). Dabei schob Mickelson einen Putt aus einem halben Meter am Loch vorbei: „Ich habe viel besser gespielt, als es das Ergebnis aussagt“, bilanzierte Mickelson, „es geht mir nur darum, am Sonntag dicht an der Spitze dran zu sein.“ Dafür muss er sich steigern. Denn nach dem ersten Tag lag er schon sieben Schläge hinter dem zwischenzeitlichen Spitzenreiter Justin Rose, der mit 65 Schlägen auskam und auch drei hinter dem einzigen Deutschen im Feld, Martin Kaymer aus Mettmann (69).

          Jener aber fiel am zweiten Tag zurück: Nach seiner guten Auftaktrunde spielte Kaymer auf dem Par-71-Kurs am Freitag nur eine 75, damit fiel er um 40 Positionen auf Rang 56 zurück und schaffte mit insgesamt 144 Schlägen nur hauchdünn den Cut. In Führung liegt mittlerweile überraschend der Amerikaner Gary Woodland mit 133 Schlägen. Der 35-Jährige, der bei seinen ersten 27 Major-Teilnahmen nie ein Top-Ten-Resultat hatte verbuchen können, stellte mit einer 65 den Platzrekord bei einer US Open in Pebble Beach ein. Mickelson rangiert derzeit auf Platz 27.

          Obwohl Mickelson in den vergangenen Wochen bei sechs Turnieren vier Mal den Cut verpasst hatte, drückten ihm die Fans als ihrem sentimentalen Favoriten die Daumen, zumal ihr Liebling viel mit dem spektakulären Platz auf der Monterey-Halbinsel verbindet. Sein Großvater mütterlicherseits arbeitete auf dem Platz als Caddie. Mickelson markiert auf den Grüns die Lage des Balls immer mit einem Silberdollar aus dem Jahr 1900, den dieser Opa immer in der Tasche hatte, um sich daran zu erinnern, dass er nicht arm sei. Passenderweise begann Mickelsons Profikarriere in Pebble Beach. Er bestritt 1992 bei der US Open sein erstes Turnier als Berufsspieler. Nach einer glänzenden Auftaktrunde von 68 Schlägen benötigte er am zweiten Tag 81 Schläge und schied aus.

          Bei seinen beiden anderen US-Open-Teilnahmen in Pebble Beach durfte er immer alle vier Tage mitspielen: 2000 belegte er den 16., 2010 den vierten Platz. Aber dafür gewann er auf diesem ikonischen Platz gleich fünfmal das AT&T National ProAm, zuletzt im Februar diesen Jahres. Es war sein 44. Sieg auf der PGA Tour. Von den aktuell aktiven Profis hat nur Woods (81) öfter auf der PGA Tour gewonnen als Mickelson, der drei Mal das Masters und jeweils einmal bei der PGA Championship und der British Open triumphierte. „Es ist vollkommen egal, ob Phil die US Open gewinnt. Er wird so oder so als einer der größten und besten Spieler in die Geschichte des Golfs eingehen“, sagte Woods, der am ersten Tag 70 Schläge benötigte.

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