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Golfprofi Martin Kaymer : Der bodenständige Himmelsstürmer

  • -Aktualisiert am

Der Mann, der den Tiger gejagt hat: Martin Kaymer Bild: REUTERS

Martin Kaymer spielte sich im Eiltempo in die Weltklasse. Er hat das Zeug, der nächste deutsche Golfstar zu werden. Zuletzt begegnete er selbst Tiger Woods sportlich auf Augenhöhe. Dennoch weiß Kaymer genau: Ohne Fleiß kein Preis.

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          Sogar Tiger Woods weiß mittlerweile, wer Martin Kaymer ist. „Vor der Siegerehrung der Dubai Desert Classic hat sich Tiger mir vorgestellt und zu meinem Sieg in Abu Dhabi gratuliert. Wir haben im VIP-Zelt zusammengesessen und locker geplaudert“, erzählt der Golfprofi. Der Überflieger der Branche, dessen Vorsprung in der Weltrangliste größer ist als der des Zweiten Phil Mickelson vor den 24 Kollegen, die in der Branchenhackordnung als Letzte auf Rang 1379 geführt werden, und der deutsche Aufsteiger - auf den ersten Blick ein ungleiches Paar.

          Aber zumindest in Dubai begegneten sich die beiden am vergangenen Sonntag sportlich auf Augenhöhe. Nach drei Tagen hatten sie gleichauf mit vier Schlägen Rückstand auf Spitzenreiter Ernie Els auf Platz fünf gelegen. Am Schlusstag musste der Primus aus Amerika sein ganzes Können aufbieten, musste auf den zweiten neun Löchern sechs Birdies spielen und am Schlussloch ein Monsterputt einlochen, um den 23-jährigen Mettmanner um einen Schlag auf Distanz zu halten.

          „Ich wollte unbedingt ins Stechen mit Tiger“

          Martin Kaymer, der im Emirates Golf Club zwanzig Minuten nach Woods auf das Schlussloch kam, hatte zur Jagd auf den Tiger geblasen: „Ich hatte noch 210 Meter zur Fahne. Ich wusste, dass ich diesen Schlag kann. Ich wollte unbedingt ins Stechen mit Tiger.“ Selbst der spektakuläre Hieb über den Teich hinweg, der den Ball sanft acht Meter links in Fahnenhöhe auf dem Grün ausrollen ließ, und der Putt zum Eagle reichten nicht. Denn was Kaymer nicht wusste: Woods hatte sich mit seinem letzten Birdie ein Polster von drei Schlägen geschaffen. So reichte es „nur“ zum zweiten Platz, immerhin einen Rang vor seinem großen Vorbild und Idol Els.

          Überschäumende Freude in Abu Dhabi
          Überschäumende Freude in Abu Dhabi : Bild: AFP

          Der Südafrikaner, mit zwei Siegen bei den US Open und einem bei den British Open einer der Weltstars der Branche, hatte den Rheinländer schon nach einer gemeinsamen Runde bei den BMW International Open in Eichenried im Juli über den grünen Klee gelobt: „Er ist ein Star der Zukunft.“ Zumindest in Europa ist er der Mann der Gegenwart.

          „Alle anderen Spieler haben mich beglückwünscht“

          Nach seinem Premierenerfolg in Abu Dhabi und dem zweiten Platz in Dubai kletterte er in der Weltrangliste bis auf Platz 21 - kein Deutscher außer Bernhard Langer wurde jemals höher eingestuft. Die europäische Tour kürte ihn am Donnerstag zum „Golfer des Monats Januar“. Und von überall her hagelte es Glückwünsche: „Ernie ist in Dubai direkt zu mir auf die Driving Range gekommen und hat mir zu meinem Sieg gratuliert. Bernhard hat mir eine E-Mail geschickt. Und auch die anderen Spieler haben mich alle beglückwünscht.“

          Kein Zweifel, Martin Kaymer ist in der Weltklasse angekommen, ja er hat sich im D-Zug-Tempo in die Elite gespielt. Im November 2005 wechselte er nach deutschen Meistertiteln bei den Amateuren mit dem Handicap von +4,8 ins Profilager, nahm 2006 die EPD Tour, die dritte Liga, mit vier Siegen und einer Traumrunde von 59 Schlägen im Sturm.

          Ende 2007 schon auf Weltranglisten-Platz 77

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