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Golfer Patrick Reed : Die Rückkehr von Captain America

  • -Aktualisiert am

Patrick Reed jubelt bei den Northern Trust Open im Liberty National Golf Club in New Jersey. Bild: AFP

Nach 16 Monaten beendet Patrick Reed seine Durststrecke und siegt bei den Northern Trust Open. Beim FedExCup ist „Captain America“ damit gesetzt, und auch für ein weiteres Turnier dürften seine Teilnahmechancen steigen.

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          Fast von jedem Loch des Liberty National Golf Club in Jersey City sieht man die Freiheitsstatue im Hafen von New York – die passende Inspiration für einen Golfprofi, dem die Fans nach seinen Erfolgen im Ryder Cup und im Presidents Cup den Ehrentitel „Captain America“ verliehen. Am Sonntag skandierten die patriotisch gestimmten Zuschauer immer lauthals diesen Spitznamen – mit Erfolg. Patrick Reed gewann am Sonntag die Northern Trust Open, das erste Play-off-Turnier im FedExCup. Der 29 Jahre alte Texaner kassierte nicht nur 1,665 Millionen Dollar für seinen siebten Sieg auf der PGA Tour. Er verbesserte sich in der Weltrangliste um neun Plätze auf Rang 15 und rückte in der Jahreswertung FedExCup hinter dem amerikanischen Weltranglistenersten Brooks Koepka vom fünfzigsten auf den zweiten Platz vor.

          Reed qualifizierte sich damit vorzeitig für die Tour Championship, das dritte und letzte Play-off-Turnier im East Lake Golf Club in Atlanta in der nächsten Woche. An der Tour Championship dürfen nur die 30 Punktbesten dieser Wertung teilnehmen. Die letzten Plätze für das Saison-Finale werden von Donnerstag bis Sonntag in Medinah, einem Vorort von Chicago, bei der BMW Championship vergeben, wenn die siebzig Besten des FedExCups beim zweiten Play-off-Turnier antreten. Die Chancen, am 25. August das Siegespreisgeld von 15 Millionen zu kassieren, stehen für Reed nicht schlecht. Koepka kam in Jersey City nicht richtig in Schwung und musste sich mit dem geteilten 30. Platz begnügen.

          Dafür meldete sich Reed überraschend in der Weltspitze zurück. Vor 16 Monaten, Anfang April 2018, hatte Reed in Augusta beim Masters triumphiert. Den ersten Major-Sieg sah der ehrgeizige Profi als Sprungbrett, sich in der absoluten Weltklasse zu etablieren. „Ich habe mich danach richtig unter Druck gesetzt, noch härter gearbeitet, noch mehr gespielt“, erzählte Reed. Die Erfolge blieben aus. „Ich war frustriert. Die Bälle gingen in alle Richtungen. So eine lange Dürre ist kein Spaß. Und je länger sie andauert, desto schlimmer fühlt es sich an.“

          „Ich fühlte mich ausgelaugt, körperlich und mental“

          Nachdem er im Mai bei der PGA Championship den Cut verpasst hatte, griff das „Team Reed“ ein. Seine Ehefrau Janine, sein Schwager und Caddie Kessler Karain sowie sein Trainer Kevin Kirk rieten ihm zu einer Pause. Für drei Wochen verabschiedete sich Reed von der PGA Tour, gönnte sich mit seiner Ehefrau und den beiden kleinen Kindern Ferien in den Hamptons auf Long Island. Zehn Tage lang fasste er keinen Schläger an, etwas, was der fanatische Golfer seit er mit dem Spiel als Knirps begonnen hatte, noch nie getan hatte. „Es war genau das Richtige. Ich fühlte mich ausgelaugt, körperlich und mental“, erinnerte sich Reed.

          Da traf es sich gut, dass auf Long Island etliche weltberühmte Plätze zu finden sind. Nach der Pause spielte er mit einem Freund die Plätze von Shinnecock, die National Golf Links of America und Friar’s Head. „Es war wie ein Stromstoß. Auf einmal habe ich den Ball weiter geschlagen, und er ging genau in die vorgesehene Richtung“, sagte Reed. Sein Formanstieg hatte sich zwar angedeutet, doch erst im Liberty National Golf Club fand er zu alter Form zurück. Denn dieser Platz weckt bei ihm nur gute Erinnerungen. Vor zwei Jahren hatte er großen Anteil, dass das „Team USA“ im Presidents Cup auf diesem exklusiven Privatklub die Auswahl des Rests der Welt (ohne Europa) deutlich besiegte.

          Reeds Sieg fiel diesmal knapper aus. Am Ende siegte er nach einer Schlussrunde von 69 Schlägen mit einem Schlag Vorsprung vor dem Mexikaner Abraham Ancer. Für Ancer, der in McAllen in Texas zur Welt kam und deshalb einen amerikanischen Pass besitzt, war das Turnier dennoch ein Erfolg. Er qualifizierte sich für die Tour Championship und erhält damit eine Einladung für das Masters. Außerdem dürfte er als erster Mexikaner im Team des Presidents Cup stehen – und vielleicht trifft er dort wieder auf Reed. „Captain America“ verfehlte zwar die direkte Qualifikation für diesen Wettstreit im Dezember in Melbourne, doch seit Sonntag ist Reed einer der Anwärter auf die vier Freiplätze, die Team-Kapitän Tiger Woods vergibt.

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