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Golfer Martin Kaymer : „Ich will nicht als ,One-Hit-Wonder’ dastehen“

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Martin Kaymer hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich: Im Februar war er sogar die Nummer eins der Welt Bild: AFP

Golfer Martin Kaymer ist Vierter der Weltranglister. Im F.A.Z.-Interview spricht er über die Sonnen- und Schattenseiten einer Nummer eins, faulen Nachwuchs und die Herausforderung von Tiger Woods.

          5 Min.

          Martin Kaymer beendet bei der Dubai World Championship, dem Abschlussturnier der European Tour, in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Golfsaison. Im Vorjahr gewann der 26 Jahre alte Profi aus Mettmann die europäische Geldrangliste (Race to Dubai) und übernahm am 27. Februar dieses Jahres für acht Wochen die Spitze der Weltrangliste. Derzeit wird der Rheinländer auf Rang vier geführt und geht als Dritter im Race to Dubai ins Saisonfinale. Seinen Titel als Europas Großverdiener kann er nicht mehr verteidigen. Das machen der Engländer Luke Donald und der Nordire Rory McIlroy unter sich aus.

          Welches Ziel haben Sie sich für die Dubai World Championship gesetzt?

          Wie immer: Ich will das Turnier gewinnen. Denn danach habe ich sechs Wochen Pause, ehe es in Abu Dhabi weitergeht. Da kann man alle Energie, die nach den anstrengenden letzten Wochen noch übrig ist, in diese vier Tage stecken. Ich möchte noch den zweiten Platz im Race to Dubai erreichen, denn das ist für den Titelverteidiger eine respektable Plazierung.

          Wie fällt Ihr Resümee für 2011 aus?

          Es war ein erfolgreiches Jahr, nicht ganz so gut wie das vergangene mit vier Turniersiegen, einem davon bei einem Major, der PGA Championship. Aber ich habe dieses Jahr zwei Turniere, Anfang des Jahres in Abu Dhabi und Anfang November die World Golf Championship in Schanghai, eines der ganz großen, gewonnen und bin die Nummer eins geworden. Nicht viele Spieler gewinnen in einem Jahr zwei Turniere und werden Erster der Weltrangliste. Aber es war auch ein wenig eine Achterbahnfahrt.

          Warum?

          Niemand in meinem Umfeld wusste, was eine Nummer eins erwartet. Ich bin durch meinen Aufstieg in Deutschland populärer geworden. Als Weltranglistenerster hat man viele Verpflichtungen. Darunter hat auch mein Training gelitten, und deshalb habe ich dann einige Monate nicht mehr ganz so gut gespielt. Aber wenn ich noch einmal Nummer eins werden sollte, bin ich darauf vorbereitet. Ich glaube, ich kann dann viel besser mit der Situation umgehen.

          Sie waren für acht Wochen die Nummer eins der Weltrangliste. Haben Sie sich damals als der beste Golfer der Welt gefühlt?

          Als ich es offiziell war, auf jeden Fall. Denn zu dieser Zeit habe ich wirklich gutes Golf gespielt.

          Heißt das Ziel im neuen Jahr, wieder in der Weltrangliste ganz nach oben zu klettern?

          Auf jeden Fall. Bevor ich die Nummer eins wurde, hatte ich gedacht, das wäre zwar schön, aber muss nicht unbedingt sein. Aber jetzt, da ich es einmal geschafft habe, will ich mich wieder nach oben arbeiten. Mit Luke Donald, Rory McIlroy und Lee Westwood, die in der Weltrangliste vor mir stehen, habe ich starke Konkurrenz. Das treibt einen an, noch härter zu arbeiten.

          Tiger Woods erwähnen Sie nicht. Haben Sie ihn abgeschrieben?

          Auf keinen Fall. Er ist immer noch einer der besten Spieler der Welt. Er hat ja erst am Sonntag sein eigenes Turnier gewonnen - und das ist gut für unseren Sport. Er hat viel für Golf und den Stellenwert in der Welt getan, und wir alle sind dafür sehr dankbar. Ich hoffe, dass er dort anknüpft, wo er vor zwei Jahren aufhörte.

          Anfang nächsten Jahres könnten Sie auf Tiger Woods treffen. Wie Sie beginnt er das neue Golfjahr Ende Januar in Abu Dhabi. Freuen Sie sich darauf?

          Ich habe ja schon häufiger mit ihm gespielt. Ich hätte nichts dagegen, am Schlusstag des Turniers in Abu Dhabi mit ihm um den Sieg zu kämpfen. Tiger ist der Beste, der jemals dieses Spiel spielte. Es wäre interessant zu sehen, ob man einen Tiger Woods in Topform schlagen kann.

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          Jetzt ist Luke Donald laut Hackordnung der Beste der Zunft. Zu Recht?

          Er hat das ganze Jahr extrem konstant gespielt. Er trifft viele Fairways und Grüns, und wenn er mal ein Grün verfehlt, rettet ihn sein kurzes Spiel. Er ist eben ein kompletter Golfer. Er verdient es, ganz oben zu stehen. Ich weiß nicht, ob er in diesem Jahr bei einem Turnier jemals nicht unter den Top Ten gelandet ist. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass Rory McIlroy ihm den Sieg im Race to Dubai noch streitig macht.

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