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Golf : Woods will sein menschliches Handicap verbessern

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Will sein Handicap als Ehemann, Vater und Mensch verbessern: Tiger Woods Bild: dpa

Um „ein besserer Ehemann, Vater und Mensch“ zu werden, nimmt Tiger Woods eine unbefristete Auszeit als Golfprofi. Unterdessen kündigte der erste Sponsor an, seine Zusammenarbeit mit dem einstigen Saubermann zu überdenken.

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          Tiger Woods nimmt eine Auszeit vom Golfsport. Das kündigte der von täglichen Enthüllungen über sein Privatleben gebeutelte Superstar in einem Statement auf seiner Homepage an und räumte zudem erstmals Ehebruch ein. „Ich bin mir zutiefst bewusst über die Enttäuschung und den Schmerz, die meine Untreue bei so vielen Menschen verursacht hat, vor allem bei meiner Frau und meinen Kindern“, schrieb der Golf-Milliardär: „Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, eine unbefristete Auszeit vom Golfsport zu nehmen. Ich muss meine volle Aufmerksamkeit nun dafür verwenden, ein besserer Ehemann, Vater und Mensch zu sein.“ Er bedaure zutiefst und bitte um Vergebung.

          In einer ersten Stellungnahme erhielt Woods Rückendeckung vor der PGA-Tour. „Wir unterstützen seine Entscheidung, sich vorerst zurückzuziehen und auf seine Familie zu konzentrieren. Er setzt die Prioritäten dort, wo es wichtig und richtig ist. Wir freuen uns auf seine Rückkehr, wenn er die Zeit für gekommen hält“, teilte der amerikanische Tour-Verband mit.

          AT&T denkt über Verhältnis nach, Nike bleibt treu

          Wenige Stunden danach hat der erste Sponsor angekündigt, seine Zusammenarbeit mit dem Weltranglistenersten zu überdenken. „Wir stehen hinter seiner Entscheidung. Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie. Wir sind dabei, unser Verhältnis zu Woods neu zu bewerten“, teilte das Telekommunikationsunternehmen AT&T mit. Der Sportartikelhersteller Nike dagegen kündigte an, Tiger Woods treu zu bleiben. „Er und seine Familie haben unsere volle Unterstützung“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Der Videospiele-Hersteller Electronic Arts ließ verlauten, seine Werbe-Strategie „bleibe unverändert“.

          Zu viele Gerüchte: Tiger Woods braucht nun Ruhe

          Woods, 14-maliger Sieger bei Major-Turnieren, ist einer der begehrtesten Werbeträger des Weltsports. 2009 war er mit 67 Millionen Euro Einnahmen der bestverdienende Sportler weltweit. Gerüchte über außereheliche Affären haben das jahrelang gepflegte Saubermann-Image des 33-Jährigen allerdings zerstört, sein Werbewert ist stark gemindert.

          Tiger Woods war am 27. November mit seinem Wagen nahe seines Grundstücks in der Nähe von Orlando gegen einen Hydranten und anschließend gegen einen Baum auf einem Nachbargrundstück gefahren. Dabei hatte er sich Schnittwunden im Gesicht zugezogen. Dem Unfall soll ein Streit mit seiner Frau Elin Nordegren voraus gegangen sein. Diese soll ihn angeblich mit Gerüchten über vermeintliche Affären konfrontiert haben. Seitdem erklärten insgesamt zehn Frauen, eine Affäre mit dem verheirateten 33-Jährigen gehabt zu haben.

          Gute Ratschläge ausgerechnet von Daly

          Ausgerechnet Golf-Exzentriker John Daly hat Tiger Woods nun Ratschläge erteilt. Wenn Woods seine Frau immer noch liebe, dann solle er um sie kämpfen, so Daly, der selbst viermal verheiratet war. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ich, nach all dem, was ich durchgemacht habe, ihm vielleicht einen Rat geben könnte“, sagte Daly. Er sei von den ständig neuen Enthüllungen über Woods geschockt und habe bereits vergeblich versucht, den Superstar zu erreichen. „Jeder muss verstehen, dass Tiger Woods auch nur ein Mensch ist“, fügte Daly hinzu.

          Daly selbst produziert seit Jahren immer wieder negative Schlagzeilen. Bei einem Pro-Am-Turnier schlug er den Ball von einer Bierdose ab, ein anderes Mal trat er mit einem Sträflingsanzug an, oder er verschwand bei einer Regenpause auf ein schnelles Bier im VIP-Zelt. Auch privat gab es erhebliche Einschnitte in seinem bewegten Leben. Negativer Höhepunkt war vor zwei Jahren eine Messer-Attacke seiner Frau, die er mit Schnittwunden im Gesicht überlebte. Als Sportler erreichte er im Januar den Tiefpunkt, als dem zweimaligen Major-Sieger die Spielberechtigung für die US-Tour für sechs Monate entzogen wurde.

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