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Triumph des Power-Golfers : „Bryson hat die Art und Weise von Golf komplett verändert“

Ein Muskelprotz mit Gefühl: Auch auf dem Grün beim Putten ist DeChambeau ein König. Bild: AFP

Die Plätze drei, sechs, acht und nun eins in den „Geisterturnieren“: Für Bryson DeChambeau, einst verschrien als „verrückter Wissenschaftler“, läuft es derzeit perfekt. Dabei setzt der Amerikaner nun auf Physis statt Theorie.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Die ungewöhnliche Ausrüstung – alle Eisen sind gleich lang –, die pseudowissenschaftlichen Aktionen des ehemaligen Physikstudenten, etwa jeden Golfball in Bittersalz zu baden, um sicherzustellen, dass sie auch vollkommen rund sind, und mit einem Zirkel auf dem Grün im sogenannten „Greenbook“, die genaue Lage des Lochs zu ermitteln (was verboten wurde) – all das trug Bryson DeChambeau den Spitznamen „mad scientist“ (verrückter Wissenschaftler) ein. Diese Verrücktheiten hat keiner der Kollegen übernommen. Doch das neueste Experiment des 26 Jahre alten Amerikaners könnte Nachahmer finden: mit Krafttraining massenhaft Muskeln aufbauen und den Ball viel weiter schlagen als alle anderen. Am Sonntag demonstrierte er eindrucksvoll, dass man mit schierer Power auch im Profigolf gewinnen kann. Vor allem dank seiner gewaltigen Abschläge sicherte er sich mit der besten Schlussrunde von 65 und insgesamt 265 Schlägen (23 unter Par) bei der Rocket Mortgage Classic in Detroit (Michigan) seinen sechsten, mit 1,35 Millionen Dollar dotierten Sieg auf der PGA Tour und rückte in der Weltrangliste vom zehnten auf den siebten Rang vor.

          DeChambeau krönte damit seine grandiose Vorstellung der vergangenen vier „Geister-Turniere“ ohne Fans, bei denen er in einer Runde nie mehr als 70 Schläge benötigte, insgesamt 69 Schläge unter Par blieb und die Plätze drei, sechs, acht und nun eins belegte. Allerdings half ihm am Sonntag sein Landsmann Matthew Wolff ungewollt, der mit drei Schlägen Vorsprung auf DeChambeau auf die Schlussrunde gegangen war. Wolff, der mit einem der ungewöhnlichsten Schwünge im Profigolf den Ball auch locker über 300 Meter weit schlagen kann, unterliefen auf den ersten zehn Löchern fünf Bogeys, während seinem Verfolger DeChambeau vier Birdies gelangen. Am Ende landete der 21 Jahre alte Wolff mit drei Schlägen Rückstand auf dem zweiten Platz. Der amerikanische Routinier Kevin Kisner, der Dritter wurde, sagte: „Bryson hat die Art und Weise wie Golf gespielt wird komplett verändert“.

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