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Golf : US-Team gewinnt Ryder Cup gegen die Europäer

  • -Aktualisiert am

Brooks Koepka vom amerikanischen Team freut sich mit seinem Caddy Ricky Elliott über den Sieg. Bild: Andrew Redington/Getty Images/AFP

Das traditionelle Duell der Vereinigten Staaten gegen Europa gewannen die jungen US-Golfer mit einer neuen Bestmarke. Es war ein absolut verdienter Sieg.

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          Das Golf-Team der Vereinigten Staaten hat überlegen den 43. Ryder Cup gewonnen. Am Sonntag setzten die amerikanischen Golfprofis auf dem Straits Course von Whistling Straits in Haven (Wisconsin) auch am Schlusstag ihre Dominanz in diesem transatlantischen Prestige-Duell fort. Nachdem die Heimmannschaft bereits nach den Vierern mit 11:5 gegen die Europa-Auswahl geführt hatten, gewann schon im fünften Einzel Collin Morikawa den entscheidenden halben Punkt. Der 24 Jahre alte Weltranglistendritte und British-Open-Champion erreichte gegen den gleichaltrigen Norweger Viktor Hovland ein Remis.

          Das reichte, um den Punktstand der Gastgeber auf die zum Sieg nötigen Marke von 14 ½ zu bringen. Danach ging es in den folgenden Matches nur noch darum, ob die Amerikaner die bisherige Rekordmarke von 18 ½ Punkten bei einem Sieg überschreiten würden. „Unser Ziel ist es, 20 Punkte zu erreichen“, verkündete Patrick Cantley nach seinem Sieg im zweiten Einzel.  Das schafften seine Kollegen nicht ganz: Das Endergebnis lautet 19:9 – eine Bestmarke, seit 1979 eine Europa-Auswahl gegen die Vereinigten Staaten antritt und an drei Tagen 28 Matches ausgetragen werden.

          Das laut Weltrangliste stärkste Team, das die Vereinigten Staaten je aufboten (acht der Top Ten der Weltrangliste, durchschnittliches Ranking 8,9) demonstrierten an allen drei Tagen auf dem spektakulären Platz am Ufer des Michigan-Sees seine Klasse, gewann bis auf ein Remis alle fünf „Sessions“ im Vierer und in den Einzeln (8:4). „Ich bin sprachlos“, sagte der amerikanischen Kapitän Steve Stricker und kämpfte mit den Tränen. „Meine Spieler hatte eine Mission. Sie wollten in dieser Woche unbedingt den Pokal gewinnen. Damit beginnt eine neue Ära für USA Golf. Die Spieler sind jung. Sie alle hatten viel Leidenschaft, viel Energie und natürlich spielten alle großartiges Golf“, fügte der 54 Jahre alte Golfprofi an.

          Das vom ihm geführte Team – mit einem Durchschnittalter von 29 Jahre auch das jüngste – bescherte Stricker den erhofften Erfolg in seinem Heimatstaat Wisconsin. Sein irischer Widerpart, der europäische Kapitän Padraig Harrington erkannte an, was jeder der 40.000 Zuschauer sehen konnte: „Ich bereue keine meiner Entscheidungen. Das wichtigste war: Wir waren ein Team. Aber die Amerikaner haben einfach besser gespielt.“

          Team USA zog davon

          Genau das taten sie auch am Sonntag. Im ersten Match gewann am Schlusstag zwar der Nordire Rory McIlroy gegen Olympiasieger Alexander Schauffele das erste Match (3&2) – eine Überraschung, nachdem der 32 Jahre alte vermeintliche Teamleader in den Vierern drei Mal deutlich verloren hatte. „Ich bin unheimlich enttäuscht, dass ich nicht mehr Punkte beitragen konnte. Aber ich bin froh, dass ich einen Punkt gewinnen konnte“, sagte er. Doch danach siegte der Weltranglistenvierte Patrick Cantlay gegen den Iren Shane Lowry (4&2). Scottie Scheffler, im amerikanischen Team als 21. der Weltrangliste der am niedrigsten eingestufte Spieler, besiegte den spanischen Primus Jon Rahm (4&3). Der 25 Jahre alten Texaner aus Dallas zog mit fünf Birdies auf den ersten sechs Löchern schnell davon. Rahm, der noch in den Vierern brilliert hatte, kam danach nie mehr ins Spiel. Es war erst das dritte Mal, dass die Nummer Eins der Branchenhackordnung ein Einzel im Ryder Cup verlor.

          Auch Bryson DeChambeau startete im Match gegen den Spanier Sergio Garcia brillant. Der „Golf-Hulk“ erreichte mit einem seiner gewaltigen Abschläge das Grün des 333 Meter langen ersten Lochs und versenkte den Ball aus 13 Meter zum Eagle. Sein Gegner konnte danach nie mehr gleichziehen. Der 28 Jahre alte Muskelprotz wurde auch am Sonntag von den amerikanischen Fans wie ein Rockstar gefeiert. Er holte den 14. Punkt. Wenig später gewann dann Morikawa den entscheidenden halben Punkt – er wird als „Matchwinner“, als der, der den entscheidenden Punkte holte, in die Golfhistorie eingehen.

          Was danach auf dem Platz passierte, war nur noch für die persönliche Bilanz der Aktiven wichtig. Den Gästen gelang es wenigstens mit zwei weiteren unerwarteten Siegen und mit einem Remis, das Endergebnis etwas freundlicher zu gestalten. Der 44 Jahre alte Engländer Poulter, in der Branchenhackordnung nur auf Rang 50 geführt, blieb auch in seinem siebten Einzel im Ryder Cup unbesiegt. Er bezwang den Weltranglistenneunten Tony Finau (3&2). Auch der 48 Jahre alte europäische Teamsenior Lee Westwood (35. der Weltrangliste) schlug mit Harris Englisch (11) einen deutlich höher eingestuften Spieler. Im vorletzten Match gelang dann noch dem Engländer Tommy Fleetwood ein Unentschieden gegen Jordan Spieth.

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