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Golf : Tiger Woods und der Wochenend-Fluch

  • -Aktualisiert am

„Ich will jedes der vier Major gewinnen“: Tiger Woods Bild: dpa

Tiger Woods kämpft bei der PGA Championship um seinen Status als Überflieger. Endlich will er Sieg Nummer 15 bei einem der vier Saisonhöhepunkte landen. Es gibt verschiedene Theorien, warum es zuletzt nicht zum großen Wurf reichte.

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          Das letzte Major des Jahres, die PGA Championship, darf sich nicht mehr als „Glory’s last shot“ (Die letzte Chance auf Ruhm) vermarkten. Tim Finchem, der Commissioner (Chef) der PGA Tour, verbat sich diesen Slogan, weil er meint, dass es bei den Play-offs um den FedExCup im Spätsommer auch noch um viel Ruhm und Ehre gehe - in Wirklichkeit geht es allerdings nur um viel Geld, genauer: um zehn Millionen Dollar für den Sieger.

          Für Tiger Woods, der diese Saisonwertung sowie die Weltrangliste mit großem Abstand anführt, ist das Turnier im Oak Hill Country Club in Pittsford, einem Vorort von Rochester, der Millionenstadt im Nordwesten des Bundesstaats New York am Ontario-See, zwar die letzte Chance in diesem Jahr, endlich seinen Sieg Nummer 15 bei den vier Saisonhöhepunkten zu landen, aber sicherlich nicht die letzte Gelegenheit, dem Rekord von Jack Nicklaus näher zu kommen.

          Der „Golden Bear“ gewann sein 18. und letztes Major 1986 im Alter von 46 Jahren. Und dennoch: Der Primus der Branche wird seinen alten Status als großer Überflieger erst wieder erlangen, wenn er nicht nur mehr Turniere als jeder andere gewinnt - in diesem Jahr schon fünf, davon zwei der nach den Majors wichtigsten Veranstaltungen der World Golf Championship (WGC) -, sondern endlich auch einmal wieder eine der vier bedeutendsten Trophäen einheimst.

          In den vergangenen zwei Jahren lag Woods bei Masters, US Open, British Open und PGA Championship häufig nach zwei Runden aussichtsreich im Rennen - und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Seit 2012 hat er die ersten beiden Runden von Majors in 8 unter Par absolviert, allerdings am Wochenende, wenn es um den Sieg ging, absolvierte er die letzten 36 Löcher mit insgesamt 25 Schlägen über Par.

          „Will ich diesen Sieg mehr als jeden anderen?“

          Mal lag es an mangelnder Präzision der Abschläge, mal verlor er sein Gefühl auf den Grüns - so wie zuletzt bei der British Open in Muirfield. Warum Woods am Samstag und Sonntag so schwächelt, dafür gibt es verschiedene Theorien. Für Woods selbst ist es lediglich ein Verkettung unglücklicher Umstände.

          Er sieht keinen Grund, warum er nach seiner glanzvollen Vorstellung bei seinem Sieg am Wochenende nicht auch zum fünften Mal die PGA Championship gewinnen kann: „Will ich diesen Sieg mehr als jeden anderen? Nein. Ich will jedes der vier Major gewinnen. Ich habe 14 davon gewonnen, und hoffentlich kommt am Sonntag Nummer 15 dazu. Alles in meinem Spiel stimmt. Da geht man mit viel Selbstvertrauen ins nächste Turnier.“

          „Die Leistungsunterschiede sind geringer geworden“

          Nicklaus glaubt jedoch, dass Woods schon jetzt von einer unnötigen Hast geplagt sei, dass er einfach den Sieg bei den vier Eckpfeilern mit aller Macht erzwingen wolle - und es deshalb immer schiefgehe. Der Nordire Graeme McDowell sieht einen anderen Grund für Woods’ Schwierigkeiten.

          „Durch die Verbesserung der Ausrüstung sind die Leistungsunterschiede zwischen den Spielern kleiner geworden.“ Als Beleg für dieses Argument lässt sich anführen, dass in der vergangenen Dekade 26 verschiedene Profis Majors gewannen und nur sechs mehrfach siegten: Woods (6), Phil Mickelson (5), Padraig Harrington (3), Rory McIlroy und Angel Cabrera (je 2).

          Einen Platz, den Tiger Woods „besitzt“

          Warum dennoch Woods in Akron den Konkurrenten so weit enteilte, lässt sich vielleicht damit erklären, dass der Firestone Country Club einer der Plätze ist, die Woods liebt und auf denen er wie in Torrey Pines in Südkalifornien, Bay Hill in Orlando und Muirfield Village in Dublin (Ohio) jetzt schon zum achten Mal in seiner Profikarriere gewonnen hat - Plätze, die er, wie es die Amerikaner ausdrücken, „besitzt“. Vom East Course des Oak Hill Country Club lässt sich das nicht behaupten.

          Als die PGA Championship 2003 letztmals auf diesem Platz zu Gast war, landete Woods auf Platz 39 und blieb in keiner Runde unter dem Platzstandard. Unbeeindruckt von diesen Tatschen, geht Woods bei den Buchmachern als überwältigender Favorit an diesem Donnerstag gemeinsam mit seinen Landsleuten Keegan Bradley und Davis Love III, die PGA Champions von 2011 und 1997, auf die erste Runde.

          Die deutschen Teilnehmer sind Außenseiter

          Die beiden Deutschen im Feld, Martin Kaymer aus Mettmann und Marcel Siem aus Ratingen, gelten als Außenseiter - aber gerade die PGA Championship hat schon häufig Überraschungssieger gekürt: neben Keegan noch Kaymer (2010), YE Yang (2009), Shaun Micheel (2003) oder Rich Beem (2002).

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