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PGA Championship : Golfstar McIlroy auf neuer Flugbahn unterwegs

  • -Aktualisiert am

Raus aus dem Loch: Rory McIlroy spielt wieder um den Sieg mit. Bild: AFP

Seit sieben Jahren wartet Rory McIlroy auf seinen fünften Major-Erfolg. Bei der PGA Championship ist er nun wieder der Topfavorit – auch weil er den Rat eines alten Lehrmeisters suchte.

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          Rory McIlroy hat eine erstaunliche Wandlung erlebt: Mit dem Sieg, dem ersten nach exakt einem Jahr sechs Monaten und sechs Tagen am vorvergangenen Sonntag bei der Wells Fargo Championship, beendete der Publikumsliebling seine Formkrise. Das reichte aus, um den 32 Jahre alten nordirischen Golfprofi bei allen Buchmachern zum Top-Favoriten für die an diesem Donnerstag beginnende 103. PGA Championship zu küren.

          Das zweite Major des Jahres, das seit 1916 ausgetragen wird, findet dieses Mal auf dem Ocean Course des Kiawah Island Resorts in South Carolina statt, zum zweiten Mal nach 2012. Vor neun Jahren beherrschte der junge Mann aus Holywood, einem Vorort von Belfast, die Konkurrenz. Er gewann mit acht Schlägen Vorsprung, sein zweiter Major-Sieg nach einer ebenso dominierenden Vorstellung bei den US Open im Jahr zuvor. McIlroy triumphierte im Juli 2014 erst bei der British Open und einen Monat später noch einmal bei der PGA Championship. Doch der Mann, der die Weltrangliste insgesamt 104 Wochen anführte, wartet seitdem auf einen weiteren Erfolg bei den vier Saisonhöhepunkten.

          Neben der Erinnerung an die Glanzvorstellung vor neun Jahren auf dem Ocean Course rückte vor allem der dritte Erfolg in Charlotte (North Carolina), der 19. Sieg auf der PGA Tour, den jungen Familienvater in den Mittelpunkt. Der Sieg im Quail Hollow Country Club, wo er als zwanzigjähriger Lockenkopf 2010 seinen ersten Erfolg auf der PGA Tour gefeiert hatte, kam aus heiterem Himmel. Seit diese Turnierserie nach der Pandemie-Zwangspause im Vorjahr wieder begann, war der ehemalige Primus in der Weltrangliste bis auf Rang 15 abgerutscht, die niedrigste Einstufung im vergangenen Jahrzehnt. Ihm fehlte, wie er sagte, die Unterstützung der Fans, aus der er viel Energie ziehe.

          Pete Cowen gehört nun zum Team McIlroy

          Nachdem er bei der Players Championship Mitte März in Ponte Vedra Beach den Cut verpasst hatte, begründete er seine Formkrise auch mit dem Versuch, dem amerikanischen US-Open-Champion Bryson DeChambeau nachzueifern und schneller zu schwingen. „Ich habe meine Geschwindigkeit etwas gesteigert und schlage den Ball weiter, aber für meinen Schwung war das keine gute Sache“, sagt McIlroy, der vor der PGA Championship in der Statistik „driving distance“ der PGA Tour mit 318,8 Yards (292 Meter) als Zweiter nur knapp hinter DeChambeau (322 Yards, 294 Meter) liegt. Doch im Ranking „driving accuracy percentage“, also wie oft der Ball auf dem Fairway landet, tauchen die beiden „Bomber“ nur unter ferner liefen gemeinsam mit einer Trefferquote von rund 55 Prozent auf Rang 172 auf.

          McIlroy nach seinem Sieg bei der PGA Championship im Jahr 2012
          McIlroy nach seinem Sieg bei der PGA Championship im Jahr 2012 : Bild: AP

          Um die Treffsicherheit zu verbessern, suchte sich McIlroy bei dem Golflehrer Pete Cowen Rat. Mittlerweile gehört der siebzig Jahre alte Engländer offiziell zum Team McIlroy. Mit dem neuen Trainer versucht er, seine Flugbahn mit dem Driver zu ändern, vom Draw zum Fade, also den Ball statt mit einer Rechts-links-Kurve nun mit einer Links-rechts-Kurve auf die Reise zu schicken. McIlroy behauptet, dass moderne Driver für seinen natürlichen Draw nicht mehr geeignet seien – eine überraschende Aussage, denn auch McIlroys Ausrüster behauptet wie alle anderen Hersteller, man könne Driver mit Gewichtsverlagerung auf diese Flugbahn trimmen.

          McIlroy versucht es jetzt also vom Abschlag mit dem Fade, allerdings noch immer ohne großen Erfolg. In der Schlussrunde in Quail Hollow traf er gerade mal drei Fairways, aber er fand wieder die Distanzkontrolle mit seinen Eisen. Hinzu kam die neue Sicherheit beim Putten und die frenetische Anfeuerung von 10.500 zugelassenen Fans. Trotzdem dämpfte McIlroy die hohen Erwartungen am Dienstag: „Der Turniersieg war eine Bestätigung, dass ich an den richtigen Dingen arbeite. Aber es war nur ein Schritt in diesem Prozess. Es war schön, so früh Resultate zu sehen. Aber ich denke, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe.“

          Zumindest auf Kiawah Island wird es für den Weltranglistensiebten McIlroy kein leichter Gang vor nur 10.000 Zuschauern pro Tag, rund ein Viertel der üblichen Anzahl. Von den Top 100 der Weltrangliste sind 99 Profis, darunter auch der Rheinländer Martin Kaymer (97), der PGA Champion von 2010, am Start. Neben McIlroy richten sich alle Augen auf Jordan Spieth. Auch der 27 Jahre alte Texaner hatte Anfang April eine lange Durststrecke, 83 Turniere und 1351 Tage, mit einem Sieg bei den Texas Open beendet. Nach überstandener Covid-19-Infektion kann er am Sonntag schaffen, was McIlroy seit 2015 beim Masters immer vergeblich versuchte: den sogenannten Karriere-Grand-Slam, den Gewinn aller vier Majors in der Laufbahn.

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