https://www.faz.net/-gtl-9lx2f

Golf-Masters in Augusta : Tiger Woods in Lauerstellung

  • -Aktualisiert am

Tiger Woods konzentriert sich am 15. Loch in Augusta. Bild: AFP

Der Zusammenstoß mit einem Securitymann ging glimpflich aus, Tiger Woods hält bei den Masters Anschluss an die Spitzengruppe. Auch ein deutscher Altmeister zeigt eine starke Leistung. Ein anderer Deutscher hat Glück.

          Das Leaderboard, die Tafel mit den Führenden, ist mit großen Namen gespickt, passend für ein Golfturnier, das für die Meister des Spiels 1934 geschaffen wurde. Beim 83. Masters in Augusta im amerikanischen Bundesstaat Georgia führen bei Halbzeit fünf Profis, die bereits bei den vier wichtigsten Turnieren der Welt, den Majors, Siege feierten, gemeinsam das Feld an. Der Amerikaner Brooks Koepka (US Open 2017, 2018 und PGA Championship 2018), der Italiener Francesco Molinari (British Open 2018), die Australier Jason Day (PGA Championship 2015) und Adam Scott (Masters 2013) sowie der Südafrikaner Louis Oosthuizen (British Open 2010) benötigte für die ersten beiden Runden insgesamt 137 Schläge (7 unter Par).

          Doch vor allem der absolute Publikumsliebling elektrisierte die Fans am Freitag. Tiger Woods liegt nach einer spektakulären Aufholjagd auf den berühmten zweiten neun Löchern des Augusta National Golf Clubs mit einem Schlag Rückstand in Lauerstellung. Nach Runden von 70 und 68 und insgesamt 138 Schlägen teilt sich der 43 Jahre alte Amerikaner den sechsten Platz mit zwei Landleuten, dem Weltranglistenzweiten Dustin Johnson, dem US-Open-Sieger von 2015, und Xander Schauffele sowie dem südafrikanische Masters-Debütanten Justin Harding.

          Kurze Schrecksekunde

          Woods musste auf seiner Jagd nach dem 15. Major-Titel seiner Karriere eine Schrecksekunde überstehen. Ein übereifriger Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wollte den Weltranglistenzwölften nach einem spektakulären Befreiungsschlag aus den Bäumen am 14. Fairway vor den begeisterten Zuschauern abschirmen, rutschte auf dem regennassen Untergrund aus und Woods direkt in die Füße. Woods hinkte kurz, verzog das Gesicht, bewegte ein paar Mal das Knöchel hin und her, konnte dann aber ohne sichtliche Behinderung weiterspielen. „Unfälle passieren“, sagte Woods „ich habe vier Knie- und vier Rückenoperationen überstanden. Alles ist okay.“

           „Es hat viel Spaß gemacht. Ich spiele jetzt beim dritten Major in Folge um den Sieg mit“, freute sich Woods. Bei der British Open hatte er im Vorjahr in der Schlussrunde zeitweise geführt, ehe mit drei Schlägen Rückstand auf Molinari auf den sechsten Platz zurückfiel. Bei der PGA Championship im August hatte er sich mit Platz zwei hinter Koepka begnügen müssen. „Ich habe noch einige Schläge draußen liegen lassen “, klagte langjährige Branchenprimus, der mit dieser Formulierung auf die insgesamt fünf Putts verwies, die er am Freitag aus weniger als drei Metern am Loch vorbei geschoben hatte. Er glich diese Missgeschicke aber mit drei Putts aus, die er aus mehr als sieben Meter im Loch versenkte.

          Insgesamt überstanden 65 Spieler den Cut. Neun davon, darunter auch Martin Kaymer, profitierten von einer Sonderregelung, die nur noch beim Masters angewendet wird. Danach dürfen alle Spieler, die nicht mehr als zehn Schläge Rückstand auf den Spitzenreiter aufweisen, auch am Wochenende mitspielen, auch wenn sie wie Kaymer (Rang 57) nicht unter den Top 50 rangieren. Der Deutsche erreichte nach Runden von 73 und 74 Schlägen mit 147 Schlägen genau dieses Marke und darf bei seiner zwölften Masters-Teilnahme zum siebten Mal am Wochenende antreten. „Ich habe zu viele Fairways verfehlt“, klagte Kaymer, „aber dafür waren meine Schläge mit den Eisen gut.“ Es hapere in seinem Spiel nur noch einer Kleinigkeit, die er hofft mit Hilfe seines des mitgereisten Trainers Günter Kessler schnell zu finden.

          Altmeister Bernhard Langer

          „Manchmal wundere ich mich über mich selbst“, sagte Bernhard Langer. In der Tat: Was der 61 Jahre alte bayrische Schwabe mit Wohnsitz Florida auf diesem mit  6800 Meter sehr langen Platz leistet, erstaunt nicht nur den Altmeister. Er weist gegenüber den jüngeren Konkurrenten bei seinen Abschlägen einen Längennachteil von 30 bis 50 Meter auf, der sich am Freitag noch mehr auswirkte, weil der Platz durch Regen am Morgen aufgeweicht war und der Ball nach dem Auftreffen auf den Fairways kaum rollte.

          Doch Langer gleicht er das mit seiner Erfahrung, seiner Präzision und vor allem seinem Feingefühl im „kurzen Spiel“ aus. Nach Runden von 71 und 72 sowie insgesamt 143 Schlägen lag der Masters-Champion von 1985 und 1993 bei Halbzeit auf Rang 29. Der Routinier aus Anhausen schaffte damit nicht nur als einziger der Ü-50-Spieler, die normalerweise auf der PGA Tour Champions spielen, den Cut. Er war nach 36 Löchern auch besser als der große Favorit Rory McIlory  aus Nordirland (Platz 36 mit 144/73+71 Schlägen). Ganz zu schweigen von prominenten Namen, die vorzeitig abreisen mussten, darunter der englische Weltranglistenerste Justin Rose und der Spanier Sergio Garcia, der Masters-Champion des Jahres 2017.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Abgrenzung von der AfD : Das Ende eines Ausflugs

          Die Union besinnt sich endgültig wieder auf die Erkenntnis, dass sie mit einer Wendung nach rechts weniger Zustimmung zurückgewinnt, als sie in der Mitte verliert.

          „Kleiderpolizei“ im Hochsommer : Liberté, Egalité, Décolleté

          Es ist sehr heiß. Während die einen nur an Abkühlung denken, stören sich die anderen an freizügiger Sommerkleidung. In Frankreich wehren sich viele Frauen auf Twitter gegen diese Verurteilung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.