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Sieg beim Masters in Augusta : Das ganz große Glück des Sergio Garcia

  • -Aktualisiert am

Das Strahlen des Siegers: Sergio Garcia darf sich als dritter Spanier das grüne Siegerjackett überstreifen Bild: Reuters

In einem packenden Duell gewinnt Sergio Garcia nach mehr als 70 Anläufen eines der wichtigsten Golfturniere der Welt. Der Sieg des Spaniers beim Masters in Augusta fällt für ihn auf ein besonderes Datum. Auch ein Deutscher überzeugt.

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          Dieser Triumph war lange überfällig. „Ich habe so lange darauf warten müssen“, sagte Sergio Garcia. Im 74. Anlauf gewann der Spanier am Sonntag in Augusta erstmals eines der vier wichtigsten Golfturniere der Welt (Majors), das 81. Masters – und das auch noch am 60. Geburtstag seines großen Idols, dem 2011 verstorbenen Severiano Ballesteros. „Ich kann gar nicht ausdrücken, was das für mich bedeutet. Seve und José Maria Olazabal sind immer meine Vorbilder gewesen. José hat mir am Mittwoch die Nachricht zukommen lassen, wie sehr er an mich glaubt.“

          Als dritter Spanier nach seinen beiden Vorbildern, die beide zwei Mal in das grüne Siegerjackett geschlüpft waren, siegte Garcia beim ersten Major des Jahres. Der 37 Jahre alte Iberer setzte sich im Stechen am ersten Extraloch mit einem Birdie gegen den ein Jahr jüngeren englischen Olympiasieger Justin Rose durch.

          Freundschaftlich verbunden seit langer Zeit

          Beide Spieler, die sich seit mehr als zwanzig Jahren kennen und freundschaftlich verbunden sind, ließen den Verfolgern keine Chance. Sie waren schlaggleich gemeinsam mit zwei Schlägen Vorsprung auf die letzten 18 Löcher gegangen und machten den Sieg unter sich aus. Beide benötigten am Sonntag 69 Schläge, hatten am Ende 279 Schläge (9 unter Par) auf dem Konto. Sie lagen damit drei Schläge vor dem Südafrikaner Charl Schwartzel (68 Schläge am Sonntag), dem Masters-Champion von 2011. Der Amerikaner Matt Kuchar, dem dank eines Asses oder Hole-in-ones am 16. Loch mit 67 Schläge die beste Tagesrunde gelang, teilte sich den vierten Rang mit dem Belgier Thomas Pieters (68).

          Martin Kaymer aus Mettmann gelang mit 68 Schlägen am Sonntag eine weitere glänzende Runde. Damit rückte der Rheinländer von Platz 28 auf 16 vor, den er sich mit dem fünfzigjährigen Amerikaner Steve Stricker teilte, Kaymers bisher beste Plazierung bei seiner zehnten Teilnahme in Augusta. Andere hoch eingeschätzte Spieler wie Jordan Spieth, der Masters-Champion von 2015, brachen am Sonntag ein. Der 23 Jahre alte Texaner kam nach 75 Schlägen gemeinsam mit seinem amerikanischen Mitspieler Rickie Fowler (76) auf den elften Platz.

          Sergio Garcia feiert seinen Sieg.

          In den knapp fünf Stunden ihres packenden und hochklassigen Duells an diesem sonnigen Frühlingstag in Georgia wechselten sich die beiden Ryder-Cup-Kollegen Garcia und Rose in der Führung ständig ab: Nach fünf Löchern lag der Spanier mit drei Schlägen in Front, nach 11 Löcher hatte plötzlich Rose, der US-Open-Champion von 2013, mit zwei Schlägen die Nase vorne. Vielleicht der entscheidende Augenblick ereignete sich am 13. Loch. Garcia musste nach einem verzogenen Abschlag einen Strafschlag in Kauf nehmen, rettete aber das Par, während Rose eine gute Birdie-Chance verstreichen ließ.

          Das gab Garcia die Gewissheit, es doch noch schaffen zu können. Mit einem Birdie am 14. Loch und einem spektakulären Eagle am 15. Loch zog er mit Rose wieder gleich – und auch auf die letzte Spielbahn, das schwere 18. Loch, gingen die beiden gleichauf. Beide verpassten aus kurzer Entfernung die Gelegenheit, den Sieg einzufahren. So mussten sie ins Stechen, dass beim Masters als einzigem der vier Majors als „sudden death“ ausgetragen wird. Noch einmal ging es auf das 18. Loch. Diesmal verzog Rose seinen Abschlag, kassierte ein Bogey, und Garcia lochte zum Birdie und Sieg ein.

          Auch wenn Kaymer die anvisierte Top-Ten-Plazierung nicht erreichte, war der 32 Jahre alte Rheinländer hochzufrieden: „Ich habe super gespielt, viele gute Schläge gemacht. Diese vier Tage waren ein Riesenschritt für mich. Die beiden Runden von 68 Schlägen am Freitag und Sonntag geben mir sehr viel Selbstvertrauen.“ So viel, dass er jetzt auch einen Triumph in Augusta für möglich hält. Dieser Optimismus speist sich vor allem aus seinen sichtbaren Verbesserungen im „kurzen Spiel“, den letzten Metern zum Loch. „Ich habe in den letzten Monaten hart daran gearbeitet. Ich fühle mich jetzt auf dem Platz so wohl, dass ich bei jedem Turnier daran glaube, dass ich es gewinnen kann.“

          Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich schon in dieser Woche auf der PGA-Tour beim Turnier in Hilton Head Island (South Carolina).

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