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Golf-Masters in Augusta : Neuauflage eines legendäres Duells

  • -Aktualisiert am

Kuriose Reaktion nach einem Putt: Patrick Reeds Name steht ganz oben auf dem Leaderboard Bild: AFP

Patrick Reed hat beim Masters in Augusta die Chance auf den ersten Sieg bei einem Golf-Major. Rory McIlroy will ihm die Party aber verderben und zugleich Revanche für eine bittere Niederlage. Tiger Woods und die deutschen Stars sind chancenlos.

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          An diesem Sonntag gibt es beim 82. Masters im Augusta National Golf Club die Neuauflage eines Duells, das Ende September 2016 die Fans elektrisierte und begeisterte: Patrick Reed gegen Rory McIlroy. Im Hazeltine Golf Club in Chaska (Minnesota) besiegte der Amerikaner Reed damals im ersten Match des Schlusstags des Ryder Cups den Nordiren McIlroy mit 1 auf (ein mehr gewonnenes Loch). Unglaublich, sensationell, großartig, einmalig – so lauteten damals die Kommentare nach dem vielleicht höchstklassigen Einzel in der Geschichte dieses traditionsreichen und prestigeträchtigen Teamwettbewerbs zwischen den Vereinigten Staaten und Europa.

          Reed legte damit den Grundstein zum Erfolg der Amerikaner, was ihm den Spitznamen „Captain America“ eintrug. Am Sonntag um 14:40 Ortszeit (20:40 MESZ bei Sky) geht der 27 Jahre alte „Captain“ nun mit dem ein Jahr älteren McIlroy gemeinsam als letzte Paarung auf die Schlussrunde des Masters. Dies ist stets den beiden Führenden des Wettbewerbs vorbehalten.

          Für beide geht es um viel: Reed, in der Weltrangliste auf Rang 24 geführt, winkt die Chance erstmals in seiner Laufbahn eines der vier Majors zu gewinnen und seit August 2016 wieder einmal einen Turniersieg zu feiern. Vielleicht noch mehr steht für seinen Mitspieler aus Holywood, einem Vorort von Belfast, auf dem Spiel. Mit einem Sieg beim Masters kann McIlroy dem exklusivsten Golfclub der Welt beitreten: Er kann als sechster Spieler nach Gene Sarazan, Ben Hogan, Gary Player, Jack Nicklaus und Tiger Woods den „Karriere-Grand-Slam“ vollenden, wozu mindestens ein Sieg bei jedem der vier Majors nötig ist.

          Allerdings geht der Texaner Reed nach Runden von 69, 66 und 67 und insgesamt 202 Schlägen (14 unter Par) mit einem Vorsprung von drei Schlägen auf McIlroy (205/69+71+65) auf die letzten 18 Löcher. Das Tagesbestergebnis von 65 Schlägen schafften neben dem Weltranglistensiebten McIlroy auch der Amerikaner Rickie Fowler (207/70+72+65) und der Spanier Jon Rahm (208/75+68+65), die auf den Plätzen drei und vier mit nur noch geringen Außenseiterchancen auf den Sieg folgen. Auf Platz fünf rangiert der Schwede Hendrik Stenson (209/69+70+70). Der 42 Jahre alte British-Open-Sieger von 2016 weist allerdings schon sieben Schläge Rückstand auf den Spitzenreiter auf, wohl zu viele, um in den Kampf um das grüne Siegerjackett eingreifen zu können.

          Rosige Aussichten? Rory McIlroy ist als Zweiter nicht nur wegen des Abschlags aus den Azaleen zuversichtlich für die Schlussrunde Bilderstrecke
          Rosige Aussichten? Rory McIlroy ist als Zweiter nicht nur wegen des Abschlags aus den Azaleen zuversichtlich für die Schlussrunde :

          Dagegen hat McIlroy das begehrteste Kleidungsstück im Sport fest im Blick. „Ich weiß, dass Patrick hier in Augusta das College besucht und er hier viele Fans hat“, sagte McIlroy, „aber ich bin bereit, ihm die Party zu verderben“. Dem Nordiren gelang am Samstag, als die Grüns durch den Regen aufgeweicht waren und dank des fehlenden Windes für die Weltklassespieler ideale Bedingungen herrschten, eine Runde ohne ein einziges Bogey – auf diesem Platz eine ganz besondere Leistung. Dafür beeindruckte Reed vor allem an den Par-5-Löchern. An den drei Tagen hat er die längsten Spielbahnen dank zweier Eagles am Samstag am 13. und 15. Loch in 13 unter Par absolviert. „Ich freue mich auf das Duell gegen Rory. Wir hatten dabei immer viel Spaß. Ich hoffe, dass wir auch diesmal ein Feuerwerk abbrennen werden“, sagte Reed.

          Wie schwer es ist, erstmals bei einem Major als Führender auf die Schlussrunde zu gehen, weiß kaum jemand besser als McIlroy. Vor sieben Jahren hatte er beim Masters mit vier Schlägen Vorsprung geführt, war dann aber mit 80 Schlägen eingebrochen und auf Platz 15 zurückgefallen. Doch mittlerweile hat McIlroy gelernt, wie man Majors gewinnt. Je ein Sieg bei den US und British Open sowie zwei bei der PGA Championship belegen das.

          Der Publikumsliebling Tiger Woods fand auch am dritten Tag nicht zu der Form, die ihn bei den Turnieren in Florida im März um den Sieg hatte mitspielen lassen. Der Publikumslieblinglag liegt vor der Schlussrunde weit abgeschlagen auf dem 40. Platz (220/73+75+72 Schläge). Sogar der 60 Jahre alte deutsche Altmeister Bernhard Langer hatte nach drei Tagen auf Rang 36 (219/74+74+71) einen Schlag weniger auf dem Konto als Woods. Der deutsche Masters-Champion von 1985 und 1993 freute sich, dass er an diesem Tag für seine Probleme beim Putten, die ihn schon das ganze Jahr plagen, endlich die Lösung fand. Dagegen kommt Martin Kaymer immer noch nicht mit dem Platz in Augusta zurecht. Seine Spielweise mit Abschlägen mit einer Rechtskurve (Fade) und der Platz mit einigen Spielbahnen, die nach links verlaufen, so jedenfalls die Überzeugung des 33 Jahre alten Rheinländers, passen einfach nicht zueinander.

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