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PGA Championship der Golfer : Zu viel Kraft beim Abschlag

  • Aktualisiert am

Zu viel Kraft: Bryson DeChambeau zerbricht seinen Schläger. Bild: dpa

Der amerikanische Golfer DeChambeau macht seinem Spitznamen „Hulk“ alle Ehre und zerbricht beim Spiel einen Schläger. Martin Kaymer startet dagegen glänzend.

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          Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ist beim ersten Major-Turnier des Jahres ein Traumstart geglückt. Der 35-Jährige aus Mettmann spielte am ersten Tag der PGA Championship in San Francisco eine starke 66er-Runde und lag damit auf dem geteilten dritten Platz. Der zweimalige Major-Sieger hatte nach dem ersten Tag der mit elf Millionen Dollar dotierten Veranstaltung im TPC Harding Park nur einen Schlag Rückstand auf die Spitzenreiter Jason Day aus Australien und den Amerikaner Brendon Todd (beide 65 Schläge).

          „Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt sehr niedrig, denn ich wusste nicht wirklich, wo ich stehe“, sagte Kaymer, der sich „sehr zufrieden“ mit seiner ersten Runde äußerte. „Gerade bei Majors hilft ein guter Start, da der Platz im Laufe der Woche eher schwieriger wird.“ Für den Rheinländer ist es erst das zweite Turnier nach der fünfmonatigen Corona-Pause. Als Motivation habe er sich am Abend vor dem Turnier noch einmal seinen US-Open-Triumph von 2014 angeschaut. „Das hat mir geholfen. Auch wenn es schon ein paar Jahre her ist, ist es immer schön, sich an diese Momente zu erinnern und sich so zu fühlen, wie man sich an diesem Tag gefühlt hat“, sagte Kaymer. Deshalb sei er schon positiv gestimmt auf den Platz gegangen, verriet die ehemalige Nummer eins der Welt.

          2010 gelang Kaymer bei der PGA Championship der erste Sieg bei einem Major. Vier Jahre später machte der derzeit Weltranglisten-128. bei der US Open seinen zweiten Triumph bei einem der vier wichtigsten Golf-Turniere perfekt.

          Zu viel Kraft bei De Chambeau

          Unterdessen hat der Golf-„Hulk“ wieder zugeschlagen. Kraftprotz Bryson DeChambeau zerstörte in der ersten Runde seinen Schläger. Der 26-jährige Amerikaner prügelte beim Abschlag an Loch Nummer sieben mit so unbändiger Kraft auf den Ball ein, dass der Schlägerschaft einen heftigen Schaden erlitt. Als der Weltranglisten-Siebte sich danach leicht auf seinen Driver aufstützte, brach der Schaft endgültig durch. De Chambeau nahm das Missgeschick mit Humor: „Ich finde es so lustig. Er musste brechen. Ich habe ihn schon so lange benutzt“. Da der Schläger jedoch nicht durch Ärger oder Missbrauch beschädigt wurde, durfte sich der sechsfache PGA-Tour-Sieger laut den Golf-Regeln einen Ersatz-Driver aus seinem Auto bringen lassen. Am Ende des ersten Major-Tages reichte es für das Kraftpaket noch zu einer 68er-Runde und dem geteilten 20. Platz.

          DeChambeau hat eine regelrechte Körpertransformation hinter sich. In kürzester Zeit legte er immens an Muskelmasse zu. DeChambeaus neue Figur erinnert stark an den grünen Comic-Helden mit den überdimensionalen Muskelpaketen. Auf der PGA-Tour prügelt keiner den Ball vom Abschlag so weit aufs Fairway wie er. Wenn DeChambeau die kleine weiße Kugel richtig trifft, bleibt sie auch schon mal jenseits der 350-Meter-Marke liegen.

          Zum Auftakt eine 66er-Runde: Kaymer startet stark in die PGA Championship.
          Zum Auftakt eine 66er-Runde: Kaymer startet stark in die PGA Championship. : Bild: AFP

          Der amerikanische Superstar Tiger Woods ist ähnlich gut gestartet. Der 44-Jährige beendete den ersten Tag mit einer 68er-Runde gemeinsam mit De Chambeau auf dem geteilten 20. Rang. Woods hatte im vergangenen Jahr beim Masters in Augusta seinen 15. Major-Titel gewonnen und ist weiter auf der Jagd nach dem Rekord von Jack Nicklaus. Die amerikanische Golf-Legende triumphierte 18 Mal bei einem Major.

          Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Turnier im TPC Harding Park mit strengen Sicherheitsvorkehrungen, Abstandsregeln und ohne Zuschauer statt. Dies soll mindestens bis Ende des Jahres so beibehalten werden - auch bei den weiteren Majors: Die US Open ist vom 17. bis 20. September vorgesehen, das Masters soll vom 12. bis 15. November steigen. Das vierte große Turnier der Saison, die British Open, ist der Pandemie bereits zum Opfer gefallen.

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