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Keine Spielberechtigung : Das große Scheitern der deutschen Golfer

  • -Aktualisiert am

Zum Haareraufen: Martin Kaymer, hier bei der Europa-Tour in Eichenried, verliert die Tour-Karte für die nächste PGA-Saison. Bild: dpa

Martin Kaymer, Stephan Jäger und Alex Cejka verspielen mit teils desaströsen Leistungen allesamt ihre Zulassung für die nächste PGA Tour. Für einen beseht aber noch eine kleine Restchance.

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          Im Profigolf gibt es, vor allem für Männer, viel zu verdienen. Schon bevor in den drei Play-off-Turnieren des FedExCups der PGA Tour, die an diesem Donnerstag in Jersey City (New Jersey) beginnen, in den nächsten drei Wochen insgesamt 15 Millionen Dollar verteilt werden, sahnte der Amerikaner Brooks Kopeka kräftig ab – und das, ohne auch nur einen Schläger in die Hand genommen zu haben. Der 29 Jahre alte Weltranglistenerste kassierte drei Millionen Dollar, mehr als sein 26 Jahre alter Landsmann J.T. Poston, der für seinen Triumph beim letzten Turnier der regulären Saison der amerikanischen PGA Tour, der Wyndham Championship in Greensboro (North Carolina), mit 1,2 Millionen Dollar belohnt wurde. Zwei Millionen wurden Koepkas Konto gutgeschrieben, weil er am Ende der regulären Saison im FedExCup ganz oben stand.

          In dieser Wertung, Wyndham Rewards genannt, erhalten die Top Ten noch einmal einen Bonus. Der Nordire Rory McIlroy kassierte als Zweiter 1,5 Millionen Dollar, und selbst für den Spanier Jon Rahm, den Zehnten dieser Sonderwertung, gab es noch 500.000 Dollar. Koepka erhielt noch eine weitere Million als Sieger der „Aon Risk Award Challenge“. Bei 36 Turnieren wurden die jeweils besten Ergebnisse an zwei Löchern gewertet.

          Doch wurde im Sedgefield Country Club in Greensboro nicht nur viel Geld verteilt, und es ging bei dieser Championship nicht nur darum, wer als einer der Top 125 im FedExCup für die Play-offs qualifiziert ist. Bei dieser Veranstaltung kämpften etliche Spieler, darunter drei deutsche Profis, um den Erhalt ihrer Spielberechtigung für die lukrativste Turnierserie der Welt. Martin Kaymer, Stephan Jäger und Alex Cejka scheiterten allesamt am Cut. In der Wertung des FedExCups der amerikanischen PGA Tour landeten die deutschen Profis deshalb unter „ferner liefen“: Kaymer auf Rang 150, Jäger an Position 152 – und Cejka an 202. Stelle. Da nur die Top 125 dieses Rankings die sogenannte „Tour Card“, die volle Spielberechtigung, erhalten, bedeuten diese Plazierungen zunächst einmal den Verlust des Arbeitsplatzes.

          Wer wohl der beste deutsche Golfer ist? „Ich glaube, das bin ich“, sagte Bernhard Langer im Jahr 1981. Pokale gewinnt er auch heute noch.

          Jäger, der mit 17 Jahren als Austauschschüler nach Chattanooga in Tennessee kam und mittlerweile dort heimisch wurde, bleibt noch eine Chance. Wie alle, die im Abschluss-Ranking des FedExCups auf den Rängen 126 bis 200 gelistet sind, darf er wie die Top 75 der Korn Ferry Tour, wie die zweite Liga der PGA Tour seit Juni vergangenen Jahres firmiert, an den drei Finalturnieren dieser Turnierserie, den KFT-Finals teilnehmen. Diese drei Veranstaltungen werden parallel zu den drei Play-offs der PGA Tour in den letzten August-Wochen ausgetragen. Für die drei Finalturniere der Korn Ferry Tour gibt es eine gesonderte Wertung. Die Top 25 dieser Veranstaltungen sind auch für die nächste Saison der PGA Tour „fully exempt“, wie die volle Spielberechtigung offiziell hießt.

          Der 30 Jahre alte Jäger, der mit einer Amerikanerin verheiratet ist, hatte sich auf diesem Weg im Vorjahr seinen Arbeitsplatz auf der PGA Tour für die Saison 2018/2019 gesichert. Der ehemalige Weltranglistenerste Kaymer, der mittlerweile nur noch auf Rang 92 geführt wird, entschied sich gegen diesen Weg. Da er nur an 14 Turnieren der PGA Tour teilnahm und damit die Mindestzahl von 15 nicht erreichte, kann ihm jeglicher Status gestrichen werden. Allerdings hat sein Management einen Antrag gestellt, dass ihm die PGA Tour wegen seiner Verletzungen Anfang des Jahres eine Ausnahmegenehmigung gewährt und ihm zumindest die eingeschränkte Mitgliedschaft auf der PGA Tour bleibt, die es ihm ermöglicht, bei einigen Turnieren anzutreten. Aber selbst wenn das nicht klappen sollte: Dem 34 Jahre alten Rheinländer bleibt ja noch die European Tour. Nach einigen Wochen Pause wird er auf seine Heimattour zurückkehren. Ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest.

          Immerhin ist Kaymer als PGA Champion von 2010 und als US-Open-Champion von 2014 für diese beiden Majors 2020 qualifiziert. Bernhard Langer darf als Masters-Sieger der Jahre 1985 und 1993 so lange in Augusta antreten, wie er will. Auch für die British Open ist Langer, der am 27. August 62 Jahre alt wird, startberechtigt. Am vorletzten Sonntag gewann er zum vierten Mal die „Senior Open Championship“, sein 41. Sieg auf der „Ü 50“-PGA Tour Champions. Damit darf er im Juli 2020 im Royal St. Georges Golf Club in Sandwich (England) an der 149. Open Championship teilnehmen – 39 Jahre nachdem er auf diesem Links Course in der Grafschaft Kent die Golfwelt als Zweiter überraschte. Damals wurde Langer gefragt, wer denn der beste deutsche Golfer der Geschichte sei. „Ich glaube, das bin ich“, antwortete er 1981. Auch heute fällt es schwer, dieser Einschätzung zu widersprechen.

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