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Golfer Jon Rahm : Mit einem Schlag fünf Millionen Dollar reicher

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Freude über den Sieg in Dubai: Jon Rahm und seine Lebensgefährtin, die bald seine Frau werden soll. Bild: EPA

Was für eine Nervenprobe! Aus 120 Zentimetern versenkt Jon Rahm den Ball im Loch – und gewinnt eine Riesensumme. Denn auf das höchste Siegespreisgeld im Golf gibt es noch etwas obendrauf für ihn.

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          Wenn es bei einem Schlag um fünf Millionen Dollar geht, zittern manchmal selbst den besten Golfprofis der Welt die Hände. Umso eindrucksvoller war es, wie souverän Jon Rahm am Sonntag diese Nervenprobe bestand. Der 25 Jahre alte Spanier versenkte auf dem Earth Course der Jumeirah Golf Estates in Dubai auf der allerletzten Spielbahn den Ball aus 1,20 Meter sicher im Loch. „Rahmbo“, wie ihn die Kollegen nennen, gewann durch dieses Birdie auf dem 18. Loch mit einem Schlag Vorsprung vor dem Engländer Tommy Fleetwood die DP World Tour Championship. Der zweite Sieg nach 2017 beim Abschlussturnier der European Tour bescherte ihm nicht nur drei Millionen Dollar, das höchste Siegespreisgeld im Golf. Durch seinen dritten Saisonerfolg auf der europäischen Turnierserie nach der Irish Open und Open de España gewann der Baske auch das Race to Dubai, die Saisonwertung der European Tour. Dieser Sieg brachte ihm weitere zwei Millionen Dollar aus dem Bonuspool ein.

          Dessen Inhalt von fünf Millionen Dollar wurde unter den Top Fünf des Race to Dubai verteilt. Fleetwood erhielt für Platz zwei im Turnier ein fürstliches Trostpflaster von 880.000 Dollar und 1,2 Millionen als „runner up“ der Saison. Für den Österreicher Bernd Wiesberger, der im Race to Dubai den dritten Platz belegte, gab es immerhin 700.000 Dollar.

          Fünf Spielern hatte sich in Dubai die Chance geboten, sich zur Nummer eins in Europa krönen zu lassen. Am Sonntag schien es nach wenigen Löchern als eine ausgemachte Sache, dass Rahm groß absahnen würde. Er setzte sich mit fünf Birdies nach sieben Löchern mit sechs Schlägen Vorsprung von seinem französischen Mitspieler Mike Lorenzo-Vera ab, lag gar acht vor Fleetwood. Doch dann zeigte sich, wie unberechenbar Golf selbst für die Besten der Welt ist. Rahm offenbarte ein paar ungewohnte Schwächen, während der 28 Jahre Fleetwood immer besser in Schwung kam. Der Weltranglistenzehnte legte mit drei Birdies auf seinen letzten vier Löchern mit 65 Schlägen die beste Runde des Tages hin, zog mit einem Birdie und 18 unter Par kurzzeitig zum Spitzenreiter auf.

          Rahm musste am 18. Loch ein Birdie spielen, um Fleetwood den zweiten Sieg im Race to Dubai nach 2017 zu verwehren. Eine Aufgabe, die er souverän löste: Ein grandioser Abschlag, ein Annäherungsschlag mit einem Eisen vier, der im Grünbunker landete. Aus dem Sandhindernis beförderte er den Ball nahe ans Loch. Als er die Runde mit 68 und insgesamt 269 Schlägen (19 unter Par) abgeschlossen hatte, riss er die Arme hoch und ließ sich von seiner aufs Grün stürmenden Verlobten Kelley Cahill herzen. Der 34 Jahre alte Lorenzo-Vera, der nach einer Auftaktrunde von 63 Schlägen an den ersten drei Tagen geführt hatte, wurde nach einer Abschlussrunde von 70 und insgesamt 271 Schlägen Dritter.

          „Es ist schwer zu glauben, dass ich es nach nur drei Jahren zur Nummer eins in Europa geschafft habe“, sagte Rahm. Dass er als erster Spanier seit Severiano Ballesteros am Ende der Saison als Bester geehrt werde, könne er kaum in Worte fassen. Ballesteros hatte die damals noch „Order of Merit“ genannte Saisonwertung zwischen 1976 und 1991 insgesamt sechs Mal gewonnen. Wie für alle Spanier war „Seve“ auch für Rahm das große Vorbild.

          Schon von frühester Jugend an eiferte er seinem Idol nach. Ohne ein Wort Englisch zu sprechen, nahm er ein Golfstipendium an der Arizona State University an, führte 60 Wochen lang die Amateurweltrangliste an. Nach seinem Wechsel ins Profilager im Frühsommer 2016 ging es steil aufwärts, zeitweise stand er auf Platz zwei der Weltrangliste. Nach dem Triumph von Dubai verbesserte er sich dort vom fünften auf den dritten Platz.

          Rahm lässt es in den nächsten Wochen gemütlich angehen. Zum Jahresabschluss wird er bei der Hero World Challenge von Tiger Woods versuchen, einen weiteren Titel zu verteidigen. Aber dann steht viel Wichtigeres an. Er wird seine amerikanische Lebensgefährtin heiraten, mit der er seit Collegetagen liiert ist.

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