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PGA-Tour-Finale : 15-Millionen-Jackpot für Johnson

  • -Aktualisiert am

Karriereziel erreicht: „Ich wollte unbedingt einmal FedExCup-Champion werden in meiner Karriere“, sagt Dustin Johnson Bild: dpa

„Ich wollte unbedingt einmal FedExCup-Champion werden“, sagte Golfprofi Dustin Johnson, nachdem er es geschafft hatte. Der 36-jährige kassiert dafür den größten Jackpot, der an einen einzelnen Profi-Sportler ausgeschüttet wird.

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          Dustin Johnson hat sich den Sieg im FedExCup und das höchste Preisgeld im Golf von 15 Millionen Dollar – genau genommen sind es 14,1 Millionen, 900.000 gehen an seine Altersversorgung – mehr als redlich verdient. Der 36 Jahre alte Amerikaner verteidigte am Montag, dem amerikanischen Feiertag Labor Day (Tag der Arbeit), seine Führung in der Saisonwertung der PGA Tour und hielt seine amerikanischen Verfolger Justin Thomas und Xander Schauffele auf Abstand, die für den geteilten zweiten Platz mit jeweils 4,5 Millionen Dollar allerdings ebenfalls noch fürstlich entlohnt wurden. Johnson gewann das Saisonfinale, die Tour Championship in Atlanta (Georgia), bei der die Spieler je nach ihrer Plazierung im FedExCup mit unterschiedlichen Vorgaben gestartet waren. DeeJay, wie ihn die Kollegen nennen, hatte das Turnier der dreißig Saisonbesten mit 10 unter Par und zwei Schlägen Vorsprung vor dem Spanier Jon Rahm begonnen, der am Ende den mit drei Millionen Dollar dotierten vierten Platz belegte.

          Thomas, der FedExCup-Sieger von 2017, war in die Tour Championship mit fünf Schlägen Rückstand, Schauffele mit sieben Schlägen auf Johnson gestartet. Dank einer Schlussrunde von 68 Schlägen (insgesamt 21 unter Par) lag Johnson am Ende drei Schläge vor Thomas und Schauffele, die am Montag beide 66 Schläge benötigten.

          Lange überfälliger Erfolg

          Nicht nur wegen dieses lange überfälligen Erfolgs gilt Johnson derzeit als der unbestritten Beste seiner Zunft. Er führt nicht nur seit dem 24. August zum sechsten Mal seit 2017 die Weltrangliste an. Und kein anderer Profi hat in den vergangenen vier Wochen auch nur annähernd so gut gespielt wie der Modellathlet (1,93 Meter, 95 Kilogramm) aus South Carolina. Vier Mal nacheinander ging er als Spitzenreiter auf die letzten 18 Löcher – das hatte zuletzt Tiger Woods 1999 geschafft. Johnson gewann zweimal und landete zweimal auf dem zweiten Platz. Er wurde nur besiegt durch zwei außergewöhnliche Leistungen. Sein Landsmann Colin Morikawa brillierte bei der PGA Championship mit einer glanzvollen Schlussrunde von 64 Schlägen, und der Spanier John Rahm versenkte im Stechen der BMW Championship, dem zweiten Play-off-Turnier des FedExCups, einen Putt aus zwanzig Metern.

          Aber nicht nur dank seiner Dominanz in den vergangenen vier Wochen krönte die PGA Tour den passenden Champion nach einer Saison voller Widrigkeiten. Trotz zum Teil heftiger Kritik startete Golf als erste Profisportart in den Vereinigten Staaten im Juni nach der Corona-Zwangspause neu. Auch ohne Zuschauer bot die lukrativste Turnierserie im Golf, die insgesamt mehr als 400 Millionen Dollar Preisgeld und noch einmal 60 Millionen im FedExCup verteilt, vorzügliche Unterhaltung.

          Johnson lässt sich nicht unterkriegen

          Sie bot Johnson die Bühne, um einmal mehr zu beweisen, dass er sich einfach durch nichts unterkriegen lässt, nicht nur durch seine etlichen vergebenen Chancen bei Majors, nicht durch gesundheitliche Rückschläge, nicht durch unerwartete Einbrüche. Noch vor einem Jahr hatte Johnson beim Saisonfinale, behindert durch starke Kniebeschwerden, den letzten Platz belegt. Er ließ sich im Herbst operieren, doch der Start ins neue Jahr misslang. Als die Tour ihre Saison im Mitte Juni neu begann, lag Johnson in der Gesamtwertung nur auf dem 111. Rang. Er verpasste beim Auftakt in Fort Worth (Texas) den Cut, gewann aber zwei Wochen später die Travelers Championship. Johnson setzte damit eine einmalige Serie fort. Seit 2008 spielt er auf PGA Tour und gewann bisher jedes Jahr mindestens ein Turnier, mittlerweile ist er bei 23 Siegen in 13 Jahren angekommen.

          Doch kaum schien Johnson sein Spiel, eine Mischung aus gewaltiger Power beim Abschlag, Zielgenauigkeit mit den Eisen und Feingefühl auf den letzten Metern zum Loch, wieder gefunden zu haben, kam der nächste Einbruch. Beim Memorial Tournament in Dublin (Ohio) benötigte er zwei Mal 80 Schläge. „Ich habe ihn noch nie so hilflos gesehen“, sagte Thomas, der damals mit ihm spielte. Beim nächsten Turnier gab er nach einer Auftaktrunde von 78 Schlägen wegen Rückenbeschwerden auf. Mit dem Comeback bei der PGA Championship rückte ein anderes Ziel für Johnson in den Fokus.

          „Ich wollte unbedingt einmal FedExCup-Champion werden“, sagte Johnson. Nachdem das jetzt abgehakt ist, gönnt er sich eine kurze Pause, ehe er als einer der Topfavoriten bei den US Open (17. bis 20. September) im Winged Foot Golf Club in Mamoroneck (New York) startet, das einzige der vier Majors, das Johnson 2016 gewann. Aber dass auch bei den vier Großereignissen mit ihm zu rechnen ist, belegt eine andere seltene Leistung. Johnson komplettierte erst als achter Spieler den „Runner-up Grand Slam“, zweite Plätze bei allen vier Majors. „Offensichtlich spiele ich derzeit sehr gut“, sagte Johnson, „aber ich fühle, dass ich noch besser spielen kann“ – das ist die Kampfansage eines Mannes, der ansonsten nicht zu großen Sprüchen neigt.

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