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Golf in der Türkei : Der große Scheck winkt

  • -Aktualisiert am

Victor Dubuisson steht vor einem großen Erfolg Bild: REUTERS

Victor Dubuisson führt deutlich beim Golf-Turnier in Belek. Doch der Franzose gilt als unberechenbarer Zeitgenosse. Und Tiger Woods will kämpfen. Die Deutschen spielen indes nur noch eine Nebenrolle.

          2 Min.

          Victor Dubuisson war schon im Alter von 15 Jahren felsenfest davon überzeugt, dass er eines Tages mit Golf spielend seinen Lebensunterhalt bestreiten könne. Das hat der Südfranzose längst bewiesen – und an diesem Sonntag kann der mittlerweile 23 Jahre alte Profi den bisher größten Scheck seiner Laufbahn einheimsen.

          Für den Sieg bei der Turkish Airlines Open in Belek sind rund 853.000 Euro ausgelobt, fast genau 700.000 Euro mehr als das bisher höchste Preisgeld seiner dreijährigen Profilaufbahn, das er in diesem Frühjahr für den dritten Platz bei der China Open einstrich.

          Der Profi aus Cannes, der mittlerweile aus steuerlichen Gründen in Andorra gemeldet ist, geht am Sonntag nach Runden von 67, 65 und 63 und insgesamt 195 Schlägen (21 unter Par) mit fünf Schlägen Vorsprung vor dem Engländer Ian Poulter (200/66+66+68 Schläge) auf die letzten 18 Löcher des Platzes „The Montgomerie Maxx Royal“ an der Türkischen Riviera.

          Jacquelin stellt einen Platzrekord auf

          Tiger Woods, das Aushängeschild dieses dritten Turniers der „Final Four“ der European Tour, teilt sich mit 201 (70+63+68) Schlägen mit dem Franzosen Raphael Jacquelin, der am Samstag mit 62 Schlägen einen neuen Platzrekord aufstellte sowie dem Schweden Henrik Stenson und dem Spanier Alejandro Canizares den dritten Platz.

          Woods gab sich wie immer noch längst nicht geschlagen, obwohl darüber klagte, dass das Gras so schnell wachse und die Grüns die langsamsten seien, auf denen er als Profi jemals geputtet habe: „Ich bin noch nicht aus dem Turnier. Ich muss einfach dranbleiben. Ich werde kämpfen, wie ich es immer in meiner Karriere getan habe.“

          Kaymer liegt nur auf dem 14. Platz

          Die drei Deutschen im 78 Spieler starken Feld werden am Sonntag wohl nur bescheidende Nebenrollen spielen. Martin Kaymer kam zwar auf den zweiten neun Löchern in Schwung, aber nach seiner Einschätzung ist höchsten noch eine Top-5-Plazierung möglich. Aber dazu müsste sich Kaymer, der am Samstag darüber klagte, dass er viele Fairways verfehlte, gewaltig steigern.

          Der 28 Jahre alte Mettmanner (205/69+68+68) rangiert vor dem Finaltag auf dem geteilten 14. Platz, exakt zehn Schläge hinter dem Spitzenreiter. Maximilian Kieffer aus Düsseldorf hat mit 207 (66+73+68) auf Platz 26 zwei Schläge mehr auf dem Konto. Marcel Siem aus Ratingen folgt abgeschlagen auf dem 53. Rang (212/69+71+72).

          Er gilt als unberechenbarer Zeitgenosse

          Fünf und sechs Schläge Vorsprung sind für den Spitzenreiter eines Golfturniers ein komfortables Polster, allerdings steht Dubuisson im Ruf ein unberechenbarer Zeitgenosse zu sein. Schon während seiner Amateurkarriere lag er in ständiger Fehde mit dem französischen Golf-Verband. 2009 gewann der Amateur-Europameisterschaft und führte kurzeitig die Amateur-Weltrangliste an.

          Seit er 2010 auf Anhieb über die Qualifying School der European Tour den Sprung in die erste Liga schaffte und sich seitdem in der europäischen Geldrangliste Jahr für Jahr verbesserte, gilt er als ein Mann, der lieber seinen Launen folgt als berufliche Verpflichtungen und Verabredungen einzuhalten.

          Luxus-Karosse parkte bei der Mutter

          Der vollbärtige junge Mann sorgte im Februar unfreiwillig für Schlagzeilen, als er und sein Aston Martin angeblich Opfer eines Carjackings wurden. Der Luxus-Sportwagen war von der französischen Polizei in Cannes konfisziert worden, weil an dem Luxussportwagen das Nummernschild mit der Steuermarke eines abgemeldeten Autos klebte.

          Aber da die Luxus-Karosse auch noch vor dem Haus seiner Mutter geparkt war, wirkte die Geschichte der Auto-Entführung nicht besonders glaubhaft. Dubuissson wurde zu 5000 Euro Geldstrafe verurteilt – und seitdem haben ihn die Steuerfahnder im Visier.

          „Es wird morgen ein ganz harter Tag“

          Mit französischen Journalisten, die er für seine Problem und eine Steuerprüfung in Folge der Carjacking-Affäre verantwortlich macht, redete er nur widerwillig ein paar Worte. Immerhin ließ er auf Englisch verlauten, dass er erst einmal keinen Gedanken daran verschwende, welch große Namen ihn jagen. Er sei einfach nur müde und werde sicherlich gut schlafen: „Es wird morgen ein ganz harter Tag.“ 

          Vielleicht wird es aber auch der schönste und lukrativste Tag in der Karriere des 106. der Weltranglisten. Denn wie gesagt: Bei Victor Dubuisson weiß man nie, was kommt.

          Europa-Tour - Turkish Open, in Antalya (7 Mio. Euro/Par 71):

          Stand nach der 3. Runde:

          1. Victor Dubuisson (Frankreich) 195 (67+65+63) Schläge
          2. Ian Poulter (England) 200 (66+66+68)
          3. Alejandro Cañizares (Spanien) 201 (67+68+66)
          Henrik Stenson (Schweden) 201 (64+68+69)
          Tiger Woods (USA) 201 (70+63+68)
          Raphaël Jacquelin (Frankreich) 201 (67+72+62)
          7. Justin Walters (Südafrika) 202 (66+66+70)
          8. Jamie Donaldson (Wales) 203 (68+67+68)
          Justin Rose (England) 203 (70+66+67)

          ...14. Martin Kaymer (Mettmann) 205 (69+68+68)
          26. Maximilian Kieffer (Düsseldorf) 207 (66+73+68)
          53. Marcel Siem (Ratingen) 212 (69+71+72)

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