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Golf in der Türkei : Den Tiger im Nacken

  • -Aktualisiert am

Beste Aussichten in Belek: Ian Poulter Bild: REUTERS

Henrik Stenson und Ian Poulter bringen sich beim Golf-Turnier in Belek in eine glänzende Ausgangslage. Doch auch Tiger Woods ist noch gut im Rennen. Die drei Deutschen indes müssen sich steigern.

          3 Min.

          Henrik Stenson, Graeme McDowell, Justin Rose und Ian Poulter – das sind vier Arbeitskollegen, Trainingspartner, Freunde und Nachbarn in der „Gated Community“, einer von einem Sicherheitsdienst abgeschirmte exklusive Wohnanlage von Lake Nona mit eigenem Golfclub in Orlando. In dieser Reihenfolge führt das Quartett auch das „Race to Dubai“ an. Damit sind die vier auch noch Konkurrenten um den zweithöchsten Jackpot im Golf – den mit einer Million Dollar dotierten Gewinn dieser europäischen Geldrangliste.

          Während sich McDowell in dieser Woche eine schöpferische Pause gönnt, haben sich Stenson und Poulter nach zwei Runden der Turkish Airlines Open in Belek in eine glänzende Ausgangslage gebracht. Der 37 Jahre alte Stenson (132/64+68 Schläge) und der gleichaltrige Poulter (132/66+66) führen nach zwei Runden gemeinsam mit den Außenseitern Justin Walters (Südafrika/132/66+66) und Victor Dubuisson (Frankreich/132/67+65) die mit sieben Millionen dotierte dritte Veranstaltung der „Final Four“ der European Tour an der Türkischen Riviera an.

          Doch den vier Spitzenreitern sitzt der Superstar im Nacken: Tiger Woods, mit drei Millionen Dollar Antrittsgeld für seine Bereitschaft entlohnt, nach sechswöchiger Turnierpause wieder die Schläge zu schwingen, liegt nach einer glanzvollen zweiten Runde von 63 Schlägen nur einen Schlag hinter dem Führungsquartett.

          „Ich habe noch einige Putts aus weniger als drei Metern vorbei geschoben. Es hätte eine der ganz speziellen, niedrigen Runden werden können. Auf diesem Platz muss man viele Birdies spielen. Das Feld liegt eng beisammen, da muss man aggressiv spielen“, sagte Woods, der befand, dass er am Freitag bei strahlendem Sonnenschein den Ball viel besser getroffen habe als am Vortag.

          Die Deutschen müssen sich steigern

          Die drei Deutschen im 78 Spieler starken Feld müssen sich am Wochenende deutlich steigern, wenn sie noch in die Spitzengruppe vorrücken wollen: Martin Kaymer aus Mettmann rangiert auf Rang 17 (137/69+68 Schläge), Maximilian Kieffer aus Düsseldorf folgt auf Platz 32 (139/66+73) und Marcel Siem aus Ratingen liegt bei Halbzeit auf Rang 42 (140/71+69).

          In den Kampf um den Sieg im „Race to Dubai“, das Kaymer 2010 gewann, können die drei Rheinländer nicht mehr eingreifen. Für Kieffer, der nur als Ersatzmann in Belek ins Feld gerückt war, geht es darum, sich mit einer Top-Ten-Plazierung noch für die DP Dubai World Tour Championship in der nächsten Woche zu qualifizieren, die nur den 60 gewinnreichsten Spielern der europäischen Turnierserie vorbehalten ist. Tour-Neuling Kieffer rangiert in der Saisonwertung auf Rang 78 (355.638 Euro). Kaymer (derzeit mit Saisoneinnahmen von 916.749 Euro auf Rang 25) und Siem (47. mit 606.620 Euro) ist der Start beim Saison-Abschlussturnier nicht mehr zu nehmen.

          Rose und Poulter müssen Boden gutmachen

          Den Sieg in der Jahreswertung machen allerdings die vier aus Lake Nona unter sich aus. Während McDowell, der mit 2.057.395 Euro nur unwesentlich weniger eingenommen hat als Stenson (2.203.260 Euro), müssen US-Open-Champion Rose (9./136/70+66) und Poulter, die 2013 rund 325.000 und 540.000 Euro weniger spielend kassierten als Stenson, unbedingt in Belek Boden gegen skandinavischen Spitzenreiter gut machen, wenn sie sich noch den begehrten Sieg im „Race to Dubai“ sichern wollen – ein Coup, der nicht nur eine Million Dollar wert ist, sondern dem Sieger auch eine zehnjährige Spielberechtigung für die European Tour und damit jahrelange Jobsicherheit garantiert.

          Stenson, der bereits die amerikanischen Saisonwertung, den FedExCup, gewann und mit dem seinen Sieg beim Abschlussturnier (Tour Championship) insgesamt 11,4 Millionen Dollar kassierte, will als erster Spieler in der Geschichte die Jackpots der beiden größten Turnierserien kassieren. Der Profi aus Göteborg ist sich seiner Sache so sicher, dass er die Wette von Verfolger Poulter ohne Zögern annahm – und dem Herausforderer für 100 Dollar Einsatz sogar eine Quote von 10:1 anbot.

          „Poulter ist einer, der nie aufgibt“

          Und das, obwohl Stenson von einer hartnäckigen Handgelenksverletzung geplagt wird. „Eigentlich musste ich mich schonen, aber das geht nicht. Und Poulter ist einer, der nie aufgibt.“ Sollte Stenson verlieren und tausend Dollar fällig werden, wird sich auf jeden Fall ein zweiter aus dem Kreis der Nachbarn freuen: Der Wettgewinn soll bei einem bunten Abend im Restaurant „Nona Blue“ in Lake Nona auf den Kopf gehauen werden. Das Restaurant gehört McDowell.

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