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Golden-League-Finale der Leichtathleten : Friedrich „klaut“ Vlasic eine halbe Million

  • Aktualisiert am

Ariane Friedrich in Jubelpose Bild: AP

Ariane Friedrich hat den Hochsprung-Wettbewerb des letzten Golden-League-Meetings in Brüssel gewonnen. Der größte Erfolg der deutschen Spitzenspringerin bescherte der sonst so dominanten Blanka Vlasic nach den Olympischen Spielen eine zweite und zugleich sehr teure Niederlage in diesem Jahr.

          Die Erfolgsserie des Dreifach-Olympiasiegers Usain Bolt hielt auch beim Golden-League-Finale in Brüssel, doch der Star des Abends war die 18-jährige Kenianerin Pamela Jelimo. Die 800-m-Läuferin kassierte dank des Hochsprung-Sieges der Frankfurterin Ariane Friedrich über Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien/beide 2,00 m) die Dollar-Million des Jackpots (rund 700.000 Euro) für sechs Erfolge bei allen sechs Meetings der „Königsklasse der Leichtathleten“ alleine.

          Jelimo zeigte anders als Vlasic keine Schwäche und setzte sich in 1:55,16 Minuten durch. Vor ihr hatten seit 1998 erst zwei Athleten das Geld alleine eingestrichen: 800-m-Läuferin Maria Mutola (Mosambik) im Jahr 2003 und Dreispringerin Tatjana Lebedewa (Russland) 2005.

          Bolt in 9,77 Sekunden

          Der Jamaikaner Bolt unterstrich noch einmal seine Dominanz und hielt in exzellenten 9,77 Sekunden bei 1,3 m/s Gegenwind auch dem Angriff seines Landsmanns und Weltrekord-Vorgängers Asafa Powell (9,83) stand. Der „Goldene Blitz“ ist seit dem 22. Juli über 100, 200 und 4x100 m ungeschlagen. Er hält nun vier der zehn besten 100-m-Zeiten der Geschichte. Powell kommt auf fünf, der ursprünglich ebenfalls in Brüssel angekündigte Dreifach-Weltmeister Tyson Gay (USA) auf eine Zeit in den Top-Ten.

          Wem dreht er alles eine NAse? Usain Bolt nach dem Sieg in BRüssel

          Im mit 47.000 Zuschauern im zwölften Jahr in Folge ausverkauften König-Baudouin-Stadion schwächelte die Hälfte der acht startenden Einzel-Olympiasieger. Über 3000 m Hindernis bezwang der Jahres-Weltbeste Paul Kipsiele Koech (Kenia) bei leistungsmindernden 13 Grad Celsius in 8:04,99 Minuten seinen Landsmann, den Goldmedaillengewinner von Peking und Weltmeister von Osaka 2007, Brimin Kipruto, der in 8:10,26 Platz zwei belegte. Auf den 800 m wurde Wilfred Bungei (ebenfalls Kenia) beim Sieg von Yusuf Saad Kamel (Bahrain/1:44,56) nur Siebter (1:46,01).

          Friedrich macht Vlasic zur tragischen Verliererin der Saison

          Zu einer reichen Frau machte ausgerechnet die deutsche Hochspringerin Ariane Friedrich das neue afrikanische Lauf-WunderPamela Jelimo. Die Olympia-Siebte aus Frankfurt vermasselte mit überquerten zwei Metern der zweiten Jackpot-Anwärterin, Blanka Vlasic, den Gewinn von einer halben Million Dollar und machte sie zur größten Verliererin der Leichtathletik-Saison. Bei den Olympischen Spielen in Peking hatte der Kroatin nämlich Tia Hellebaut (Belgien) das vermeintlich sichere Gold weggeschnappt. Vlasic hat außer diesen beiden Wettkaämpfen seit zwei Jahren nicht verloren. „Blanka wird mich dafür nicht abgöttisch lieben, aber so ist Sport“, sagte Friedrich, die nach dem enttäuschenden Abschneiden in Peking „Wiedergutmachung und Genugtuung“ spürte.

          Hochsprung-Olympiasiegerin Tia Hellebaut (Belgien/2,00) wurde bei ihrem „Heimspiel“ genauso nur Dritte wie Speerwerfer Andreas Thorkildsen (Norwegen/82,39). Chancenlos war 400-m-Läuferin Christine Ohuruogu (Großbritannien) als 200-m-Siebte (23,33).

          Klar hinter dem angestrebten 5000-m-Weltrekord von 14:11,15 Minuten blieben Kenias Vivian Cheruiyot und Meseret Defar (Äthiopien). Auf den letzten Metern fing die WM-Zweite Cheruiyot die Weltmeisterin noch ab und siegte in 14:25,43 mit neun Hunderstelsekunden Vorsprung. Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war der Sieg von Doppel-Europameisterin Kim Gevaert (Belgien) im letzten Rennen ihrer Karriere. Als die 30 Jahre alte Sprinterin in 11,25 Sekunden die 100 m gewann, stand das Stadion Kopf.

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