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Giro d’Italia : Ohrfeigen für einen Zuschauer

  • Aktualisiert am

Hier fährt Miguel Angel Lopez noch in der Gruppe mit dem Gesamtführenden Richard Carapa Bild: AFP

Radprofi Lopez verliert beim Giro d’Italia nach einem Zwischenfall mit einem Fan die Nerven. Unterdessen steht Carapaz vor dem Gesamtsieg. Und auch Ackermann darf sich schon vorfreuen.

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          Als erster Radprofi aus Ecuador steht Richard Carapaz vor dem Gesamtsieg des Giro d’italia. Der 26-Jährige wehrte auf der letzten Bergetappe am Samstag alle Angriffe ab und geht mit einem Vorsprung von 1:54 Minuten auf den italienischen Altstar Vincenzo Nibali in das abschließende Einzelzeitfahren über 17 Kilometer in Verona. Neuer Gesamtdritter ist Carapaz’ Teamkollege Mikel Landa (+2:53). Der Spanier überholte durch seinen zweiten Platz auf der 20. Etappe über 194 Kilometer von Croce d’Aune nach Monte Avena den früheren slowenischen Skispringer Primoz Roglic (+3:06).

          Den Tagessieg sicherte sich am Samstag der Spanier Pello Bilbao, der aus einer Ausreißergruppe übrig geblieben war und den Sprint gegen Landa gewann. Carapaz überquerte als Vierter direkt vor Rivale Nibali den Zielstrich. Roglic wurde indes am Schlussanstieg abgehängt und verlor gut 50 Sekunden. Zwischendurch war der Slowene von zwei Fans angeschoben worden. Genützt hat es aber nichts. Dafür erhielt er nach Etappenende eine zehnsekündige Zeitstrafe.

          Der kolumbianische Radprofi Miguel Angel Lopez hat unterdessen nach einem Zwischenfall mit einem Fan die Nerven verloren und dem Zuschauer mehrere Ohrfeigen verpasst. Der Anhänger war viel zu dicht neben der Gruppe mit Lopez hergerannt und hatte den Kletterspezialisten, der den Spitznamen „Superman“ trägt, zu Fall gebracht. Lopez verlor durch die Aktion den Kontakt zu den Spitzenfahrern um Carapaz. „Die Fans sollten mehr Respekt haben“, sagte Lopez: „Mir tun meine Emotionen leid, aber in der Hitze des Rennens, vor allem beim Finale der Königsetappe, ist es schwierig, kontrolliert zu bleiben.“ Er hätte die Beine gehabt, so Lopez, um den besten Kletterern zu folgen. Am Ende verlor er 1:49 Minuten auf Tagessieger Pello Bilbao. Immerhin behielt der Youngster sein Weißes Trikot als bester Jungprofi. Im Gesamtklassement liegt er weiterhin auf Rang sechs, nun allerdings mit größerem Rückstand (+7:18).

          Ackermann in Punktwertung vorne

          In der Punktewertung bleibt der deutsche Meister Pascal Ackermann, der zwei Etappen beim diesjährigen Giro gewann, vor dem Franzosen Arnaud Démare in Führung. Damit muss der 25-Jährige das Lila Trikot nur noch ins Ziel nach Verona bringen, um als erster Deutscher die Punktewertung seit ihrer Einführung 1958 zu gewinnen.

          Im Zeitfahren am Sonntag sollte der Vorsprung von Carapaz ausreichen, zumal es nur über 17 Kilometer bis in die Arena von Verona geht. Beim 34,8 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr auf der neunten Etappe in San Marino hatte Carapaz 50 Sekunden auf Nibali verloren.

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