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Sportmomente 2017 : „Mit einem Sturz war alles dahin“

  • -Aktualisiert am

Enttäuschung überwinden: Gesa Felicitas Krause Bild: dpa

Gesa Felicitas Krause wollte das große Rennen laufen. Doch dann kam ihr im 3000-Meter-Hindernislauf eine Konkurrentin in die Quere. Nach ihrem Sturz erobert sie aber trotzdem die Herzen.

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          Ein Jahr habe ich auf dieses Rennen hingearbeitet, den 3000-Meter-Hindernislauf bei der Weltmeisterschaft in London. Ich fühle mich gut, sehr gut sogar, als der Startschuss ertönt. Das Rennen ist nicht allzu schnell, es gibt ein paar Schubser, aber das ist vollkommen normal in unserem Sport. Ich komme gut in meinen Rhythmus, liege im Mittelfeld, als vor mir eine Läuferin stolpert. Beatrice Chepkoech war an einem Hindernis hängengeblieben, ich sehe sie direkt vor mir, versuche auszuweichen, über sie drüberzuspringen. Und falle selbst.

          Von hinten kommt die Meute. Das Knie einer anderen Läuferin trifft mich am Kopf, eine andere springt auf meinen Fuß. Ich stehe auf, renne weiter. Einen kurzen Augenblick denke ich ans Aufgeben, aber das ist die WM, 60.000 Leute sehen zu, da gibt man nicht einfach auf. Den ersten Kilometer danach fühle ich mich benommen, mein Knie ist violett angelaufen, aber das merke ich erst im Ziel. Ich bin Letzte. Die Führungsgruppe ist fast hundert Meter vor mir, für mich geht es nur noch darum, ein paar Plätze nach vorne zu kommen. Am Ende werde ich Neunte. Neunte! Das ist nicht schlecht bei einer WM, wenn man stürzt. Wenn man aber eigentlich eine Medaille gewinnen wollte, ist das eine große Enttäuschung.

          All die Hoffnungen, all die Erwartungen – mit einem Sturz waren sie dahin. Aber ich kann niemandem einen Vorwurf machen. Solche Dinge passieren beim Hindernislauf, auch daraus zieht der Sport seinen Reiz. Ich habe immer gehofft, dass es nicht mich treffen würde. Nun war ich mittendrin. Sportler streben nach Erfolgen, nach Momenten, die sie erinnern. Nach Tiefpunkten kommen Höhepunkte, daran glaube ich ganz fest. Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Es kommen neue Momente, schöne Momente. Und die will ich erleben. (Aufgezeichnet von Michael Wittershagen.)

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