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Radsport : Degenkolb knapp geschlagen

  • Aktualisiert am

Kristoff (r.) gewinnt vor Degenkolb (daneben): „Das ist einer der größten Siege meiner Laufbahn“. Bild: dpa

Beim Klassiker Gent-Wevelgem bleibt Degenkolb im Sprint nur der zweite Platz. Die 99. Katalonien-Rundfahrt endet mit einem kolumbianischen Sieg und einem deutschen Radprofi im Krankenhaus.

          Radprofi John Degenkolb hat seinen zweiten Triumph beim Halbklassiker Gent-Wevelgem knapp verpasst. Der 30-jährige Thüringer musste sich am Sonntag nach 251,5 Kilometern im Sprint dem Norweger Alexander Kristoff geschlagen geben. Den dritten Platz belegte der Belgier Oliver Naesen. Degenkolb hatte das Rennen 2014 gewonnen, diesmal fehlten ihm einige Meter.  „Das ist einer der größten Siege meiner Laufbahn“, sagte Kristoff (UAE Team Emirates).

          Zwischenzeitlich hatte es nicht mal danach ausgesehen, dass Degenkolb um den Sieg mit sprinten könnte. Denn bereits 75 Kilometer vor dem Ziel hatte der Klassiker-Spezialist Probleme, als er aus der Spitzengruppe fiel. Danach ließ er sich ins Hauptfeld zurückfallen und sparte fortan Kräfte. Die Spitzengruppe, die vom dreimaligen Straßenrad-Weltmeister Peter Sagan aus der Slowakei angeführt wurde, kam aber bei starkem Seiten- und Gegenwind nicht durch und wurde 20 Kilometer vor dem Ziel gestellt.

          So fehlte Sagan vom deutschen Team Bora-hansgrohe zum Schluss die Kraft, um im Sprint noch dagegen zu halten. Der Slowake hatte das Rennen bereits dreimal gewonnen. Sein deutscher Teamkollege Rüdiger Selig schaffte immerhin den achten Platz. Das Rennen diente vielen Fahrern auch als Generalprobe für die Flandern-Rundfahrt, die am kommenden Sonntag ausgetragen wird.

          Lopez gewinnt Katalonien-Rundfahrt

          Der Kolumbianer Miguel Angel Lopez hat unterdessen die 99. Katalonien-Rundfahrt gewonnen. Für Simon Geschke endete die letzte Etappe im Krankenhaus. Der Berliner Radprofi vom Team CCC war auf der Abfahrt von Barcelonas Hausberg Montjuic gestürzt. Eine genaue Diagnose stand zunächst noch aus. Geschke hatte erst sein Comeback gegeben, nachdem er sich bei der Murcia-Rundfahrt im Februar einen Bruch des Ellbogens zugezogen hatte.

          Den Sieg auf der Schlussetappe des ältesten Radrennens in Spanien sicherte sich der Italiener Davide Formolo vom deutschen Team Bora-hansgrohe. Auf Platz drei fuhr sein Teamkollege Maximilian Schachmann (Berlin), der auf dem fünften Teilstück für den einzigen deutschen Sieg der traditionsreichen Rundfahrt gesorgt hatte. Außerdem belegte Schachmann auf den ersten beiden Etappen die Plätze zwei und vier. Am Ende landete er auf Rang zwölf im Gesamtklassement (+3:15 Minuten).

          Champagner für alle: Miguel Angel Lopez

          Lopez (Astana) reichte in der Tageswertung zum Finale Platz 13, um seine 14-Sekunden-Führung im Gesamtklassement vor dem Briten Adam Yates (Mitchelton-Scott) erfolgreich zu verteidigen. Yates wurde für sein mutiges Solo auf den letzten der 143,1 Kilometer mit Start und Ziel in Barcelona nicht mehr belohnt. Gesamtdritter wurde der Kolumbianer Egan Bernal (Sky/+17 Sekunden). Keine Rolle spielte Bernals britischer Teamkollege Chris Froome, der in der Gesamtwertung mehr als eine Stunde Rückstand aufwies. Der viermalige Tour-de-France-Sieger war allerdings auch zu Beginn der Rundfahrt heftig gestürzt.

          Am Samstag hatte der Bocholter Phil Bauhaus (Bahrain-Merida) einen Etappensieg knapp verpasst. Der 24-Jährige musste sich in Vilaseca nach einem Massensprint nur dem Australier Michael Matthews (Sunweb) geschlagen geben. Bauhaus stieg allerdings ebenso vor dem Ziel aus wie Top-Sprinter Andre Greipel (Rostock/Arkea-Samsic), Andreas Schillinger (Kümmersbruck/Bora-hansgrohe) und Christian Knees (Bonn/Sky).

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