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Iranische Schiedsrichterin : Anpfiff für die Männer

Futsal: Gelareh Nazemi hat es als Schiedsrichterin weit gebracht. Bild: Picture-Alliance

Was die Iranerin Gelareh Nazemi tat, ist in ihrer Heimat verboten: Sie hat als Schiedsrichterin ein WM-Spiel der Männer gepfiffen – und es bis auf die größte Bühne geschafft, die ihr Sport zu bieten hat.

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          Ständig ist Fußball-WM. Nicht erst in ein paar Jahren, sondern jetzt schon. Zum Beispiel in Litauen. Da spielen gerade 24 Männer-Mannschaften die Hallenfußball-Weltmeisterschaft aus, offiziell Futsal genannt. Am Mittwoch standen sich die Mannschaften aus Guatemala und Ägypten gegenüber, geleitet wurde das Spiel von Gelareh Nazemi.

          Eine Iranerin, die ein WM-Spiel der Männer leitet. Was sie in Vilnius tat, ist in ihrer Heimat verboten. Frauen, die über Männer im in Iran sehr populären Futsal richten? Nicht in der Islamischen Republik, wo das staatliche Fernsehen in unschöner Regelmäßigkeit Übertragungen aus europäischen Ligen zensiert, sobald auf dem grünen Rasen Schiedsrichterinnen in kurzen Hosen im Einsatz sind. Gelareh Nazemi hat sich – auch dank des hohen Niveaus der iranischen Futsal-Spielerinnen – bis auf die größte Bühne gepfiffen, die ihr Sport zu bieten hat.

          Sie habe häufiger daran gedacht, aufzugeben, weil sie in ihrer Heimat keine Unterstützung gehabt habe, hatte sie vor drei Jahren gesagt, bevor sie das Endspiel der Olympischen Jugendspiele pfiff. „Aber es hat mich stärker gemacht. Du kannst und sollst tun, was immer du willst, und ich wollte vor allem Männern zeigen, dass ich es kann. Ich habe es allein geschafft.“

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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